Das Trommelfeuer hinter der eignen Front.
Der Zar schickt jedem seiner tapferen Regimenter seinen Segen mit in die Schlacht.
(Der Zar an lelne Xruppen.)
SVS'sSVS' S\S'JV#V*\
Der Entente-Familienabend beim Ke damdino
Lloyd George (in den Familiensalon eintretend, sich
die Hände reibend, zu Briand): „Verflucht kalt hier, Herr
Kollege! Das ist, um Eisbeine zu kriegen!"
Briand: „Zum Donnerwetter, ist denn der Ofen
nicht geheizt? Und das nennt man nun Italien!"
I! Re (fragend, zu seiner Gattin): „Du, Lenchen,
kannst, du nicht ein paar Löffel Kohlen aufschippen?"
Königin Helene: „Tut mir leid! Der englische
Mann mit dem Koks ist ausgeblieben."
Der Russe Galitzyn: Majestät, dann bitte ich
wenigstens um eine kleine Zigarette."
II Re (melancholisch lächelnd): „Nicht zu machen! Bei
uns raucht bloß noch — der Vesuv! Übrigens — wir
speisen ja bald; vielleicht kann uns unser Dichter Gabriele
d'Annunzio bis dahin ein wenig erwärmen?
Gabriele (zögernd): „Ich dichte so ungern — mit
nüchternem Magen."
Sarrail (eine Flasche aus der Tasche ziehend, fröhlich):
„Hier, Göttlicher, trinken Sie! Es ist Slibowitz mit Cholera-
tropfen, unser Morgentrunk in Saloniki."
Gabriele (nachdem er einen Zug getan und sich die
Schnauze gewischt hat):
„Erblick' ich diese herrlichen Signori,
Verstummt im Magen jedes Dolorosa;
Und trinken wir statt Kaffee auch Cichori,
Mein Herz strömt feurig über in Maestoso."
Königin Helene: „Ich bitte die Ententeherrschaften !
zu Tisch."
Lloyd George (zum Re, auf die Inschrift über der
Türe zum Speisesaal deutend): „Was heißt das dort: ,Lasciate
ogni speranza, voi ch’ entrate!*?"
II Re: „Das heißt: ,Wir haben heute gerade fleisch-
losen Tag'."
Königin Helene (an der Tafel, freundlich): „Bitte,
wollen die Herren zugreifen; es sind die deaux restes der
Kriegsjahre, Maronen mit sauren Heringen."
Lloyd George (gerührt, flüstert seinem Tischnach-
barn zu): „Wollen wir nicht zu einer Hammelkeule mit
Zwiebeln Zusammenlegen?"
(Ein Teller geht heimlich bei den Gästen unter dem
Tisch herum.)
Briand (sich erhebend, mit erhabenem und zuversicht-
lichem Pathos zu dem italienischen Königspaar): „Ich trage
die Gewißheit in mir, daß sich die Entente auf dem
Wege zu dem schönsten und tröstlichsten Ergebnis
befindet." m. br.
Verkannt
r. m. „L'Oeuore" entrüstet sich darüber, daß die Pariserinnen
neuerdings eine genaue Nachahmung des Bandes zum Kriegs-
kreuz als Strumpfband tragen, und sagt hierbei: „Wer das
Band des Kriegskreuzes zur Befestigung seiner Strümpfe
verwendet, kann nicht erwarten, daß der Poilu den gleichen
Schmuck mit Stolz an seine Heldenbrust heftet."
Eine solche Erwartung hat allerdings auch wohl
schwerlich den Pariserinnen beim Anlegen dieser Strumpf-
bänder vorgeschwebt. Indessen hat „l'Oeuvre" sich offenbar
in seinem Eifer zu weit hinreißen lassen und Gespenster
gesehen, anstatt zu erkennen, daß die Pariserinnen durch
jene Strumpfbänder die klare und löbliche Absicht zeigen,
dem Patriotismus auf die Beine zu helfen.
0. V. Bei der jüngsten Audienz des englischen Botschafters
beim König Konstantin kam es zu stürmischen Auseinander-
setzungen.
„Entschließen Sie sich, Majestät!" drängte der Bot»
schafter, „das Überlegen besorgen wir selbst!"
,„Und das Überlegen die Deutschen!" antwortete
lachend der König. _
John Bull
Ihr Völker, hört! Das Meer, das Meer sei frei!
Und darum Tod den unverschämten Vettern!
Ich bin des Ozeanes Polizei,
Und wer da aufmuckt, sei es, wer es sei,
Der Freiheit Wächter wird die Kerls zerschmettern.
Der Freiheit wegen bin ich hart und zäh;
Drum woll' es euch Franzosen nicht verdrießen,
Wenn ich euch nehme eure Stadt Calais.
Es ist ja nur, um, falls da was geschäh,
Die Straße Unbefugten zu verschließen.
Ihr Spanier wißt, ich wach' und halte fest,
Und wurmt des Landes Schmach euch auch im stillen.
Und haßt ihr mich noch schlimmer als die Pest,
Ich sitze auf Gibraltars Felsennest
Bis an mein End', nur um der Freiheit willen.
Und seid ihr Russen erst — Gott weiß es, wann? —
Am Goldnen Horne siegreich eingezogen,
Dann setz' ich mich six dichte nebenan,
Der Völkerfreiheit ewiger Hort, und dann
Beherrsch' ich ganz wie sonst des Meeres Wogen.


