Kladderadatsch — 95.1942

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■SB CHRONIK

DAS ENGLISCHE PFUND IN OSTASIEN

Kommentar überflüssig
Der Bischof von Bradford schreibt in der
„Blackburn Times“: „Als Gott das Kriegs-
spiel von oben zu kontrollieren und zu über-
wachen hatte, war er kein unparteiischer
Schiedsrichter, sondern er war der Mittel-
stürmer unserer Partei und half uns voran."

Der auf Wake gefangengenommene Com-
mander Cunnigham, Oberkommandierender
der USA.-Truppen, erklärte in einem Inter-
view mit Domei: „Der Krieg im Pazifik
wird sich wohl noch etwas in die Länge
ziehen. Persönlich möchte ich gern sobald
als möglich nach Hause zu meiner Frau
zurückkehren.“

Die öffentlichen Bedürfnisanstalten des
Staates New York haben einen Kriegszu-
schlag auf die Benutzungsgebühren fest-
gesetzt.

Die rumänische Zeitung „Curentul“, Buka-
rest, stellt fest: „Lang, der Erzbischof von
Canterbury, wird in die Geschichte als Ver-
herrliche des organisierten Massenmordes
eingehen.“

Zu den japanischen Luftangriffen auf Sin-
gapur meldete Reuter: „Der durch die An-
griffe verursachte Schaden ist zwar ziem-
lich gering, jedoch ist die Säuberung der
Straßen von den Trümmern außerordentlich
schwierig.“

Der Britengeneral Jeffreys stellte fest: „Die
weitgehende Unfähigkeit nordamerikani-
scher Admirale hat sich bereits im letzten
Weltkrieg erwiesen.“

Churchills Aufopferung

Die „Times“ meint bestürzt, Indien ist der
schönste Edelstein in der Krone des briti-
schen Empires; er darf nicht aus der Krone
herausgebrochen werden.

Vielleicht muß sich die „Times" aber doch mit
dem Verlust ab finden und Trost darin suchen,
daß dafür Churchill jeden Tag einen in der
Krone hat — allerdings keinen Edelstein, k. t.
Untersuchung.

Die Flottenkommission des amerikanischen
Repräsentantenhauses lehnte die Vornahme
einer Untersuchung über die Katastrophe
von Pearl Harbour mit 14 gegen 6 Stim-

Man war der Ansicht, es würde dabei doch nichts
Gescheites herauskommen. h. k.

ENGLISCHE KULTURTATEN

Kind, schau dich um!

Der Brit geht herum.

Bleibt im Frack der Diplomaten
doch ein ganzer Teufelsbraten.

Kind, schau dich um!

Neutral — Neutrum —
der Brit macht euch dumm.

Schleppt im Koffer der Kuriere
Bomben ein und Hetzpapiere.

Neutral — Neutrum —

Merkt euch darum:
der Brit bringt sich um.

Muß infame Mittel wählen,
weil ihm schon die Kräfte fehlen —
die Zeit ist um!

Japans Entgegenkommen
Die USA.-Zeitung „Chicago Tribüne“ ist
mißtrauisch und stellt die Forderung, Eng-
land laufend zu kontrollieren, ob es auch ge-
nügend Anstrengungen für die Sache der
Demokratien macht.

Die „laufende" Kontrolle der Engländer hatte
dankenswerterweise Japan auf Malaya über-

Garantierte Zugabe

Frau Roosevelt läßt verkünden, daß sie
ihre sämtlichen japanseidenen Schlafröcke
abgelegt habe, weil sie nicht täglich an das
hinterhältige Japan erinnert werden wolle.
Wie wäre es mit einem Nachthemd aus sowjeti-
schem Leinen( Es braucht ja nicht immer ein
Pelz zu sein, in den Stalin anderen eine Laus

DER RECHTE MANN

Gute Ernte

Die „New York Times“ freut sich: „Der
gemeinsame Oberbefehl der Alliierten im
Pazifik hat schon Früchte getragen."

Das stimmt, — nur haben die Japaner die Früchte

Enthebung

Der Militärberater des Präsidenten Roose-
velt, Konteradmiral Beardnell, wurde seines
Postens enthoben.

Ist das ein Eingeständnis, daß Mr. Roosevelt mi-
litärisch doch nicht gut beraten war, als er „sei-

Börsianerfreund Stalin
Ein Sonderberichterstatter der Londoner
Finanzzeitschrift „Financial News“, der
das „Glück“ hatte, zu Stalin vorgelassen zu
werden, meint, Stalin habe auf ihn den Ein-
druck eines jovialen Börsianers gemacht.
Da hat der Mann nicht ganz unrecht, denn be-
kanntlich war Stalin in seiner Jugend so jovial,
anderen Börsianern die Sorge um ihr Geld da-
durch wesentlich zu erleichtern, daß er eine Bank

Kladderadatsch
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