Zentral-Dombauverein <Köln> [Editor]
Kölner Domblatt: amtliche Mittheilungen des Central-Dombau-Vereins — 1842 (Nr. 1-27)

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«nregendcr, belehrender, a!so förderlichcr fnr die Sack)e sein wird, als
eine bloße Mittheilung der Statuten, der Namen der Vorstände und
des Resultates der Einsammlungen.

Der Secretariats-Assistent Nelles, welchcm bis heran noch immer
der Diätar Francke zugeordnet bleiben mußte, besorgt mit löblichem
Eiftr alle Secrelariats- und Cassen-Geschäfte, in so fern solche nicht
von Mitgliedern des Verwaltungs-AuSschusseS zur Besorgung über-
nommen worden sind. Das Cassen-Curarorium ist damit beschästigt,
»ie Buchführung der Casse, welche dem ic. Nelles ebenfalls desini.'iv
übertragen bleiben soll, in vollkommen entsprechender Wrise zu reguliren;
demselben liegt auch derAct über dieLeistung einer Caution von stÜO THlrn.
vor, welche von dem rc. Nelles weqen der Cassenführung gestellt zu werden
anzemessen gefunden worden ist. Der Verwaltungs-Ausscbuß behält
sich vor, «egen anderweitiger Festsiellung deS Diensteinkommens dcs
rc. Nelles, untcr Berücksichtigung seiner durch d-e Cassen-Uedernahmc
wefentlich vermehrten Arbeiten und Verantwortung, in Uebereinstimmung
mir dem CassenCuratoris geeignete Vorschläge zu machen.

Das „Domblatk'', welches am gestrigen Tage seine 19te Nummcr
erreichle, gewinnt täglich an Ausbreitung. Neben den beiläusig 8650
Exemplaren desselben, wclche allsonntäglich der „Kölnischen Zeitung"
beigegebcn werden, hat daSselbe in hiesiger Stadt bereits 309

und auswärks 447

im Ganzen 756

Extra.Ubonnenken gewonnen. Wir wollcn hoffen, daß die lilerärische Thä-
tigkeit der so zahlreich vecbreireten Dombau-Freunde sich immer mehr
dem Blatte zuwenden, und es somit in jedcr Bezichuug den billigen
Ansprüchen der Leser genügen und seinem Zwccke: zur Verbreitung dcs
Jntercsse für d!e Dombau-Sache durch vielseitige Besprechung allec
einschlagendcn Gegenstände wirksam zu sein, vollsiändig cntsprechen
»erde. Dringend zu wünschen ist es, daß die auswärligen Dombau.
Vereine dasselbe mehr, als es bisher geschehen, zur Veröffentlichung
ihrer ein allgemeines Jnleresse dacbietenden Verhanolungen, der in
chrem Wirkungskreise aufkommendcn Meinungen, Ansichten und
Wünsche in Vereinssachen benutzen möchten. Jch habe specielle Vcr-
anlassung genommen, in dem gestrigen Blatte die Auffocderung zur
öffentlichen Besprcchung der Frage über die Verwendung der Bau-
mitkel, welche als die wichtigste dem Vorstande zur baldigen Löjung
vorliegt, zu erlassen, und gebe mich der Hoffnung hrn, daß w!r Gelegen-
heit haben wcrden, Stoff zur gründlichen Bclehrung auS der erwarte-
ten Polemik zu schöpfen.

Die bis zum 15. Septembec eingegangenen Gcld- und anderen
Gaben sind in dem „Domblatk" Nr. 13 veröffenklichc worden. Fol-
gendc weitere Gaben vcrdiencn eine bessndcre Erwähnung:

Das Ehren-Mitglied unsercs Vorstandcs Hcrr u, Sulpizfv. Bois-
ftröe übergab dem Vereine ein Exemplar dec zweitcn Auflage seiner
Geschichte und Beschreibung des Domes von Köln „zur Erinnerung
an den großen Tag der ziveiken Grundsteinleguvg"; dcr Buchhändler
Herr Kohnen abermals 20 Exemplare dcr von !hm herausgegebenen
Ansicht deS vollendeten Domes, zur Verkheilung an die auswärtigen
Dombau-Vereine. — Herr Lcvy-tzlkan übrrzählle der Vereins-Casse
den bishcrigen Reinerkrag der Herausgabe des lithographirten Erinne-
rungsblattes an die Wahl-Versammlung vom 14. Februar d. I. —
Durch H-rrn Jung in Bonn wurde dem Vereine ein schöner silberncr
Pocal als Beitrag zu den Dombau-Mittcln von Seiten eines un-
genanntcn Dombau-Freundes übergeben, — ducch Herrn Pfarrer
Kerp 29 Thlr. als vorläusiger Beitcag von einigen Gcistlichen und
Weltlichen des KreiseS Monljoie, in Ermangelung eincs Hülfsveceins
für den Dombau und bei der Aussicht einer baldigen Bildung dessel-
Ien. — Maler Dclislc in Mainz überließ dem Vereine cine von
ihm gemalte Landschaft; Bildhauer Cauec i.i Kreuznach eine von ihm
verfertigke Gypsstatuctle zur Verwerthung, und Letzterer außerdem den
Erlös von 5 Thlrn. füc eine andcre Statuette. — Zur Ausspiclunq
des von Frau Fischbach gemalten Bildes: „Wanderer beim Anblicke
»es kölner Domes aus der Ferne" wurden noch 92 Loose zu 10 Sgr.
adgesetzt, so daß der Vereins-Casse aus diesem Unternehmen für 300
im Ganzen abgesetzte Loose die bedeutende Einnahme von 100 Thlrm,
sbzüglich einigcr, nicht bedeulenden Kosten, zugekommen ist.

Die Theilnahme dcr hochwürdigen Pfarrgeistlichkeit an der Vereins-
sirche hat sich weiter durch die Bcschlüsse der Deranats-Versammlun-
gen von Neuß, Grevenbroich, Lechenich und M.-Gladbach bezüglich
«uf den Beitrilt der zu diesen Dekanaten gehörigen Pfarrer und Vi-
care zum Vereine aus crfreuliche Weise kund gegeben.

Nicht ohne Jnteresse wird es endlich süc Sie sein, Kenntniß davon
;u erhalten, daß in London die ewig denkwürdigen Worte Sr. Majz-
stäk des Königs, gesprochen beim Grundsteinlegungs-Feste, in deutschcr
und englischer Sprache zum Besten des Dombaues herauSgegeben
worden sind. Wir wollen koffen, daß diese erste Anregung unserec
Vereinssache im britischen Iseiche nicht ohne Rachfolge bleibcn, und
daß, ivie in fcüheren Iahrhunderten, auch jetzt wieder Beilräge zum
Dombaue aus diesem mächtigen Reiche flicßen werdcn.

Der Vorstand schließt sich den Aeußerungen deS Präsidenten, Se.
Durchlaucht den Hercn Herzog Pcssper von Arenberg bctreffend, mit
lauter Acclamation an; cr fühlk die hohe Wichtigkeit der lebendigen
Theilnahme dieses erlauchten Ehren-Mitgliedes, von welcher diese
großarlige und andauernde Gabe ei'n abcrmaligcr schöner Bewcis ist;

er vertraut sest, daß ein so herrliches Beispiel reiche und viclfältige
Früchte tragen wird.

Zugleich wird nach dem vorstehenden Autcage des Präsidenten ein-
stimmig bcschlossen:

1) das Schrciben des Herrn Herzogs Prosper L. von Arenberg, die
Zusicherung des fürstlichen Jahresbeitrags von Eintausend Tha-
lern betreffend, so wie die die huldvollen Beiträge Sr. Kaiserlichen
Hoheit des Hcrrn Erzherzvgs Johann von Oesterreich und des Herrn
Fürstcn von Metternich Durchlaucht begleitendcn Notificalorien,
der Grundstcinlegungs-Uckunde vom 4. Scpkembcr beizufügen und
mit dieser Urkunde in dcm Archive des Veceins aufzubewahren;

2) den vorerwahnten dreien hohen Gebcrn Seitens des Vorstandes
besondere Danksagungsschreiben zugehen zu lassen.

Hierauf verlies't der Präsident daS Programm der für die heutige
Sitzung zur Bccathung anstehcnden Gegenstände.

Der Antrag auf Ertheilung der Aahlungs-Anwcisung für verschie-
dcnc Ausgaben vom 13. August e. biS cink» zum Gesammtbetrage von 220
Thlr.24Sgr.erhält nach vorgängiger Durchsicht der einzelncn Posten und
Vorlage der betreffenden Justificarorien die Genehmigung des Vorstandes.

Dec Präsidenc verlies't folgenden Antrag des Protocollführers:

Die von des Königs und der Köniqin Majestäken und den übri-
gcn am 4. Scplenibcc hicr anwesenven Fürsten und Herren übec
die Grundsteinlegung zum Nusbau des Domes aus dem Domhofe
uiiterzeichneke Urkunde soll in einer den Unterschriftcn gleichen An-
zahl auf Pergament copirt und mit dem kae simile dieser Uuter-
schriflen versehen werden.

Der Vorstand des Central-Dsmbau-Vereins stelll an die Unler-
zeichnec die Bitte, diese Eopieen als ein bleibendes Andcnken an
die den gesegneten Fortgang des großcn Wcrkes vcrbürgcnde
>Ltunde entgegcn zu nehmen.

Dieser Antrag wird einstimmig anqenommen.

Der Präsident bringt in Anlaß der Verfügung des Herrn Oberprä-
sioenten von Schaper vom 13. August o. die höchst wichtige Frage
über die speciclle Verwcnduiig der VeceinSgeldec zur Sprache uiid
nimmt dabei vordersamst Bezug auf seine Mittheiiungen und seine
Aufforderung im gestcigen „Domblatt". Er bemerkt, daß dem Ver-
malrungS-Ausschuß die Bildung eineS besondern Comires von drei oder
fünf Vocstands-Mitgliedern wünschenswerth erschcine, welches sich mil
dieftr Frage besonders befasse, daß er adec anheimstclle, ob die Con-
stituirung dieses Comiles nicht bis nach Eingang dcs erwarteten ausführli-
chcnBerichkeS LesHerrnRegicrungs- undBaucathSZwirner anstehen solle.

Herr von Bianco hält den Verstand und den Verein nicht für
competent, um über die Vcrwendung der Vereinsgelder zu disponiren,
ivaS von Hcrrn Bierchec bestritten wird. Bei der ferncren Erörtc-
rung, woran die Herccn von Bianco, Neichensperger und der
Präsidcnt besosders Theil nehmen, nimmt der Herr Erzbifchof daS
Worl und bemerkl, daß, ftincr Ueberzeuzung nach, dir Sache sich nach
den bestehenoen Rechtsgrundsätzen einfach also construire:

„Der Verein fti zusammengetreten und habe stch zum Zwecke ge-
fttzt, mittelS Darbringung von Geldbeiträgen dem Fortbau und der
Vollendung der katholischen Kathedral-Domkirche in Köln möglicbst
förderlich zu werden. Der Verein ecscheine demnach als der Schenk-
geber gegenübcr dieftr Kirche, und er könne als solcher ftine Schen-
kung, daS Vereinsgeld, mit einem Wunsche begleiten und sn eine
ausdrückliche Bedingung knüpftn. Jn so fern der Vereins-Vorstand
über die Verwendung dcr Vereinsgelder eröckere und beschließe, spceche
er also entwedec einen Wunsch aus, wie und in welcher Weift mit
den Vereinsgeldern am Dome fortgebaut werdcn möge, oder er mache
ftine Gabe qeradezu von der Bcdingung abhängig, daß in ciner be-
stimmtcn Weift gebaut wccden solle^ Jn dcm einen und andecn Falle
gestalts sich die Sache ganz einfach und klar nach den bestehenden Ge-
fttzen." Schließlich deutet der Herr Eczbischof dabei auf die Bestim-
mungen des Fabrik-Decrels, die über den Modus der den Kirchen und
Kirchenfabriken zu Theil wecdcnden Gaben und Schenkungen voll-
kommen ausreichen.

Jn der Discussion dcr fcrneren Fraqe, ob für die Herstellung der
Wandgemalde in den Gurtboqenftldccn Zufchüsse aus Vereinsgeldern
gegeben werden sollen, wicd zunächst über die größere oder gecingere
Nothwendigkeit und Aivcckmäßigkeit dieftr Herstellung mit Bezug auf
den gesammten Forlbau deS Domes verhandclk. Die Herren von
Bianco, v. Weyden und Weyer erklären stch gegcn die Vcrwenduug

von Vereinsgeldcrn auf alles und jedes, was nicht durch die Notb,-
wendigkcit und das Bedürfniß des Fortbaues geboten werde. Von
Herrn ». Schweitzer rvird angeführt, daß dcr Domchor gcgenwäckig
schvn ein Ganzes fti, und daß der würdiq ausgeschmückte Domchor
ein Vcröild der Herrlichkeit der ganzen Domkirche darstellen werde.
Zndem stch dicfts Bild der Anschauung einpräge, wecde die Theilnahme
an dem großen Ganzen auf dic schonste Weift gena'hrt unv gesteigert.
Daher fti die Ausschmückung des ChoreS nicht eine Sache bloßer An-
nehmlichkeit, sondern als sicheres Mittel zur Mehrung dec Vcreins-
beiträge auch eine Nothivendigkeit. Die fortgefttzte Erörterung führt
auf die eben angeregte Frage über die Befugniß des Vereins-Äorstan-
dcs hinsichtlich dec Verwendnng der Vereinsgelder nochmal zurückl
Nachdem mehre Mitglieder ihre Ansichten in dieftr Bcziehung ausgel
'prochen, resumirt Herc von Gerlach daS Resultat der gegenftitigrn
Meinungenund Ueberzeugungen in den beiden Fragen: Können »Ir
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