Zentral-Dombauverein <Köln> [Editor]
Kölner Domblatt: amtliche Mittheilungen des Central-Dombau-Vereins — 1846 (Nr. 13-24)

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rKölner

omblatt,

Ämtliche Mittheilungen des Lentral-Dombau-ttereins,

mit gefchichtlichen, artistifche« uu- literarifchen Beiträgen,

herausgegeben vom Vorstande.

18.__Köln, Sonntag 28. Juni _1846.

Das „Kölner Lomblatt" erscheint monatlich als Gratis-.Zugabe zur „Kölnischen Zeitung", wird außerdem aber auch besonders ausgegeben und
versandt. Der Pränumerations-Preis für die Einzel-Ausgabe, deren Brutto-Ertrag der Dombau-Bereins-Caffe zufließt, beträgt hier bek der Expedition der
„Kölnischen Aeitung" wie auswärts bei allen k. prcuß. Postanstalten 10 sür den Jahrgang.

Alle Zuschriften an den Central-Berein werden offen oder unter Kreuzband, mit der Rubrik: „Allgemeine Angelegenhekten des Dombaa-
Bereins zu Köln", so wie Geldsendungen mit der Bezeichnung: „Geldbeiträge für den Dombau zu Köln", erbeten.

Amtliche Mittheilurrge«.

Siebknundt'ünkjigÜes Protocoll

des

Central-Dombau-Bererns-Borstanbes.

Verhandelt zu Köln auf dem großen Rathhaussaale, am 8. Jun H84K,
Rachmittags 3'/, Uhr. .

Gegenwärtig waren die Hercen: Esser n., HaasS i., Hardung,
Schweitzer, o. D'Ester, Vohl, Franck, Bartman, Schieffer,
Hennekens, C. Herriger,Pfarrius, Seydlitz, vonWittgenstein,
Blömer, von Bianco, von Hertpegh, von Devivere, Bitter,
von Groote, Steinberger, Grafvon Fürflenberg-Stammheim,
von Raumer, Berghaus, Zwirner, Böcker, Weyden, Schenk;
Gräff, Protocollführer.

Entschuldigt hatten sich schriftlich die Herren: Heuser wegen Un-
wohlseins, Essingh wegen Abwesenheit, so wie Zanoli.

Herr Esser ». nahm für den abwesenden Präsidenten das Wort und be-
. ° willkommte die in Gemäßheit der Statt gehabten Wahlen zu Mitgliedern
' des Vorstandes Ernannten, indem er die Hoffnung ausdrückte, daß sie km
Vereine mit allen Vorstands-Mitgliedem zum Fortgange des erhabenen Wer-
kes uach Krästen mitwirken würden.

Der Vorsitzende ersuchle alsdann dieVorstands-Mitglieder, zur stawtge-
mäßenWahl einesPräsidenten zu schreiten, und wurde derHr. Obec-Re-
' giemngsrath Rolshausen mit einer Majorität von 24 Stimmen gegen
2 ecwählt.

Zum Secretär wurde Herr Justizrath Esser ». mit einer Majorität
von 24 Stimmen gegen 2 erwählt.

Zu Mitgliedem des Vecwaltungs-Ausschusses wurden gvvählt:
Herr Rolshausen mit 26 Stimmen,

„ von Wittgenstein mit 24 Stimmen,

„ Esser n. mit 24 Stimmen,

„ Haass i. mit24 „

„ Heuser mit 21 „

„ D'Ester mit Ik „

^ „ Farina mit 16 „

^*"Ar?i°"tkführer Herr Gräff mit 2K Stimmen.

Zu Mitgliedern des Eaffen-Euratoriums die Herren:

Rolshausen mit 27 Stimmen,

M. DuMont mit 26 „ und

Seydlitz mit 26 „

Zu Mitgliedem der Redactions-Commission:

Herr Franck mit 21 Stimmen,

„ Blömer mil IS „ und

„ Pfarrius mit 16 „

Zum Bibliothecar Herr Franck mit 21 Slimmm.

Zur Geschäfts-Ordnung übergehend, theilte der Vorsitzende nachfolgende,
auf dem Secretariate gchörig hinterlegte Anträge des HcrmHardung mit:

„i. Daß fortan nur dicjenigen Mitgliedec alS entschuldigt im Protocolle
aufgeführl und als in der Sitzung zu erscheinen verhindert angesehen
werden sollen, welche schriftlich beim Präsidium Krankheit,
Abhalmng durch Amtsgeschäfte oder Abwescnheit auf Rerse angezeigt
haben.

„». Daß die Namen derjenigen Mitglieder im Sitzungs-Protocolle ange-
geben werden svllen, welche nicht in der vorbestimmten Zeit die Jah-
res-Collecte vorgenommen und beendigt haden; daß sodann von jedem
Colleckanten eine Vergleichung dcs Ergebniffes der im vorhergegange-
neu Jahre mik der im laufenden Zahre abgehaltenen Einsammlung
der Vereins-Beiträge aufgestellt und hierüber in der Vorstands-Sitzung
Bericht erstattet, im Falle eines mindern Ertrags der ermittelte oder
wahrschoinliche Gmnd angegeben werden solle.

„»>. Daß festgestellt werde, durch wen und zu welcher Zeit die Gelder aus
dm in den Sälen der Gasthöfe und Restaurationen ausgehängten
Büchsen genommen werdcn sollen, und daß demnächst bei Veröffmtli-
chung der einqegangmen Beiträge bemerkt wcrde, in welchem Locale
die Baucasse des größten Ertrages sich zu erfreum gehabt habe.

G r ü n d e:

„Zu i. Zu einem der Hauptmotive, welche bei Discussion über den „Oeffent-
lichkeit der Vocstands-Sitzungen" bezielenden Antrag in der jüngfl ge-
haltcnen Wahl-Versammlung haben geltend gemacht werden wollen,
ist von mehrcren Vorstands-Mitgliedern leider selbst Veranlassung ge-
geben worden dadurch, daß sie so oft in den Sitzungm nicht anwe-
send gewesm. Mit Recht wird aber von den Vereins-Angehörigen er-
wartet, daß zunächst jedes Vorstands-Mitglied, dem StaMte nachle-
bend, seine Pflicht vollständig erfülle. Die Präsidial-Einladung ecfolgt
ja, weiser Bestimmung zufolge, immer acht Tage vor dec in der Regel
nur einmal monatlich Statt findmdm Sitzung; da mag doch Jeder
sich leicht einrichten, zu erscheinen.

,„Zu». Wir Kölner sehen mit jedem Tage am geliebten Dome die schwerstm,
durch Fleiß und Kunst unsecer braven Steinmetzen ausgeführten Ar-
beitm mächtig gesördert, sehen die für sie vom Himmel erflehtm
Segnungm in reichlichem Maße gespendet. Wer wollte verkennen die
dem Kölner angebornr Gestnnung, welche mit des Domes wachsmder
Schönheit zu ihm seine Liebe vermehrt und erhöht, und wie dürfte
denn ein Vorstands-Mitglied im Entgegennehmen der diese Liebe be-
thätigenden Erweise säumig sein? Dennoch sehlt es nicht an Belegen
für desfallstge traurige Erfahmngen.

„ZuM. Seit Jahr und Tag ist die Ausschütmng dcr vorbenannten Büchsm
unterblieben, und in ernem hiesigen Gasthofe hat eine derselben wohl
gewiß durch ihre inhalkreiche Schwere ihre Befestigung verloren. Gern
wird jeder Wirth seinen zum Vergnügen spielenden Gästen bedeutm,
daß d«S ersten Spieles für dm vom zu bestimmender Gewinn dem
vomiiio und selbst noch dem Verlierenden Glück zuwenden werde.
Weitere Aussührung in dec Sitzung vorbehaltm.

„Köln, 4. Juni 1846. Hardung."

Nachdem Hecr Hardung den erstm Antrag mit einigen Worten erlärr-
tert, bemerkte der Vorsttzmde, daß es ihm hinreichend scheine,. in dem Proto-
colle wie bisher der Entschuldigungen Erwähnunq zu thun und dabei zu
bemcrken, wer dieses schriftlich, wer es mündlich gethan, indem den Mitglie.
dern des Vorstandes das Bertraum zu schenkm, daß ste ohne Gmnd sich dm
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