Zentral-Dombauverein <Köln> [Hrsg.]
Kölner Domblatt: amtliche Mittheilungen des Central-Dombau-Vereins — 1861 (Nr. 191-202)

Seite: 21
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DorMM.

Mosatsschrift,

Amtliche Mitthetlungen öes Central-Domban-Bereins.

mit geschichtlichm, artistischen unv literarischen Beiträgen,

herausgrgrben vom Vorstande.

Nr- LO5 mid 1SS. Köln, Samstag, 1. Jum 1861.

Das „Äalner Domblati" erscheint monatlich. Der Pränumerattons-Preis, defsen Brutto-Zrtrag der Dombau-Bereins-Casse zufließt. beträgt hier
Wie auswärts (bei allen kgl. prenß. Post-Anstalten) 10 Sgr. für den Jahrzang. — Alle Zuschrifisn an den Ceutral-Berein werdsn offen oder u nter
Kreuzb and mit der Rubrik: „Allgemeine Angelegenheiten des Dombau-Bereins zu Ksln", ss wis Geldsendungen mit der Bezeichnung: „Geldbeiträge für
den Dombau in Köln", srbeten.

Amtliche Mijtheilungen

P r o t s c o l l

d er

Wcht-VttsMMtung des Lknlral-DgNdak-VLreins
zu Kötn,

abgehaltea am Dinstag de» 14. Mai 1861, Vormiitags 10 Uhr,
im kleineren Giirzenichsaale.

Anwesenb von Seiten des Borstaades die Hsrren: Zsser H„ Präfident;
von Wittg-nstein, Zwirner, Roggen, Pötz, v. Haass I., Kreuser,
Böcker, Breuer, Derhagcn, Rsven, Trost, OuMont »ou., Scheper,
Aldenhsven, v. Bosen, Bartmon, Chr. Herriger, Msrlo,Heuser,
Grosman, Sd. Oppenheim; Braubach und Meuser, Protocollführer.

Cntfchuldigt die Herre»: Haugh, Franck, Pepys, Schaurte, von
Ammon, v. A. Reichensperger, Berghaus, M. DuMont zr„
Michsls, v. Vill, v. Baudri.

Anweseud Seitens der Hölfs-Vereine als Vorstands-Mitglieder resp.
Deputirie die Henen: Stadtrentmeister Stadler aus Neuß, Königl. Äreis-
Baumstster Brandenburg aus Siegburg, Pfsrrer Wetß auS Wiesdorf,
Gutsbefitzer Frenger auS Füblingen, Pfarrsr Älkemsnn aus Worringen,
Gutsbesitzer Rolshoven aus Merksnich, Pfarrer Horn aus Elchweiler,
Pfarrer Hackenbroich aus Braunsrath, IriedenSrichter Fischbach und
Vicsr SihrSder aus BensLerg, stufl. Zur. Müller, stuä. tksol. Schall
und stuä. tstsol. Vecker aus Bonn, Bürgermsist--r Klein aus Hersel,
Pfarrer Cramsr aus Beagendorf, Pfarrer Welter aus Derichüweiler,
Pfarrer und Dechant Cremor aus Hallschlag, Pfarrer Roderburg aus
Hemmcisbach, Zaufmann Heiur. Wolff aus Rodenkirchen.

Dcr Prssideni eröffnet dte Sitznng mit folgmder Ansprache a» dtr
V leins-Gcnoffen:

„Jn hergebrachter Weise eröff.ie ich die hcutige zwanzigste Wahl-Ver-
sammlung, indem ich Ste, verehrte Bersins-Genoffen, im Ramen des Vor-
standes h-rzlich begrüße und mit der Anerksnnung Jhrer Thät-gkeit und
Nusdauer einen kurzen Rückblick in das abgclaufeue Vereinsjahr oerbinde.

„Die Fvrtschrijie am Doms waren wohl geeignet, die Gemüther tn freu-
digsr Errcgung zu erhalter'., HLtte nrcht ein schmerzliches Creigniß, w.lches
überall im Lands eins tiefe Traucr verbrsitete, diese Freude geirkLi.

„Der Tod des Königltchen Schutzherrn am 2. Januar d. I. hai die
Bereins-Genoffen mn so empfindlicher berübrt, als fie wiffen und es nie ver-
geffen werden, waS Seine Majestät KLnig Friedrich Wilhelm IV. dem Dome
gewesc» rft, welch einen Beschützec sie in Jhm verloren vsben

„War es ja dsr hochselige König, der mit seinem fär alles Große und
Erhabeue empfänglichen Gciste, geleitet durch sein Gefühi für Reltgton und
Kunst, die Mes, ken köluer Dom fortzubauen und zu vollendc-n, angeregt
und in sein BoC öbertragen hat. Und s-inem Kunststnne, seiner Hüld und
Liebe verdauks» wir die Ausfühiung. Sein Name ist unvergänglich an den
Dom geknüpst; seiu Andenken wird in treuen Herzen fortleben; wir bewahrcn
dem KSnige und Schutzherrn cine nie erlöschende Erinnerung.

„Roch anöere Trauerfälle sind eiogetreten, die den Berein naher be- .
rührt hnbon.

„Unter den heimgegangsne» Genoffen, die fich um den Dombau verdient
gsmacht haben, ist Scine Durchlaucht der Herr Herzog ProSper Ludwig von
Arenberg, etner der ersten und eifrtgsten Beförderer unserer Bestrebungen,
ein Mann der edelsten Gefinnung, deffe» Name n»r mit allgemetner Ber-
rhrung und Lrebe genannt wrrden wird.

„Nedcn ihm haben wir in unserer Baterßadt den Hintritt von vier
Mitbürgern zu bellagen, die zu den erprobten Dombau-Frsunden zähltsn
und st-ts bereit waren, gute uuL gemeinnützige Zwecke zn fördern.

„Herr Jsseph DuMont hai der Dombau-Sache durch ste unentgeltliche
Herai'sgade dsS Domblattes und durch die Berbreitung desselben mit der
Köln.schen Zritung diewesentlichstsuDienüe gelsistet, und durch den Zuschuß
dcS Bmtto-Zrtrages des Ertra Äbonnements dieses Blattes zur Dombas-
Caffa fich alS einen thätigen Freund deS Dombaues erwiesen.

„Die Herren Csnsul Schmitz und Ober-Rsgicrungsrath RolShausen
haben uns als Mitglieder des Borstandse nahs gestauden; Letzt-rer hat wäh-
rend fünf Jahre (1843—47) den Vorfitz in demsslben geführt; wir haben
ihrs eifrigen Bemühungen im Jntereffe der Dombau-Sache bochgeschatzt und
ihren Verlust um ss inniger empfunden, als wir >n ihnen d. cch Liebenswör-
digkeit des Chsr..kjerS ausgezeichneie Collegen und Freunde besaßsn.

„Das jüngst Heimgegangear Zhre» Mitgltsd unseres Vorstanoes, Herr
Commercienrath Richartz, hat durch das. was sr mit seltsnem Gemsinfii-n
im Leben und brim Tsde der Stadt grthan, die Bürgerkrons verdient, und
er wird in unserem Gedächrnisse fortleben, ohne daß es noch der besonderen
Erwähnung LedLrfts, daß er auch für de» Fortbau des Domes ein Bsr-
mächtniß soA 250V Thlr. hinterlaffen hat.

„Ehre ui-.d Segen dsm Andenken dieser Männer! Sie, die so rührig
mitgcholfen, können unsere Freu^e üder vas fortschrsitende Werk nicht mehr
thetlen.

„Und wis glänzend zeugea -euie diesr Fortschritte von dem rastlosen
Etfer des MeisterS und dem beständigen OprerNillen der Genoffen!

„Das etserne Dachaeripps über dcm Lang- und Qusrstziffe und der
damit verbundeue Mittelthurm, rn einer kölnrsch.n Maschrnen-Wsrkstatt finn-
reich construirt, find aufgerichtet; letzterer erhebt sich 150 Fuß über der First
deS Daches; der Worgenstern auf seiner Sp tze steht hoch über allen Thürmen
der Stadt und verkündet weit ins Land dte Größ: des Domes. Die Blei-
dedeckung rst beinahe vollendet.

„Wir verdankcn den außerorventlichcn Lastrengungen der Geooffen und
dem reichen Zuschnffs der Stadt, daß ungeachtet dsr bedeutenden Kostca,
welche die Eindeckung erfordert, eine Bsschränkung dss Steinbaues oishsr
uicht hat erntreten müffen.

„Die regclmäßrgen Jahcec-beiträge, unter denen jene der anonpmen
Gesellschaften fich stets wicderholen und auszeichnen, find so ziemlich auf
ihrer bisherigen Höhe geblieben.

„Jn dem gegenwärtigen Jahre müssen wir absr auf einevermehrte Ein-
nahme rechnen, da mitdendieSjährigen VereinSmitteln nicht allsrn die Bau-
thätigkeit am Dsme in ihrem bisherigen Umfange erhalten, sor.dern auch der
noch fehlende Rest Ler Kosteu Ler Dachbedeckung getilgt werden muß.

„Der gute Wille dcr Genoffsn und das Veispiel der Becgangenheit
verbürgen unS die Uebsr.rindung auch dieser Schwicrigkeit, und wir dürfsn
srwarten und woilea nach Kräften dss Unsrige dazn beitragen, daß dis Hoff-
nung des Meisters, vald zur Einwölbung des Lang« und Querschiffes schrei-
ten zu köimen, nich: zu SchanLen werde.

„Möge der Wvnsch Seinec Majestät unseres Königs Wilhelm, mit wel-
chem Allerhöchstderselbc auf uuseren Anireg das Protectorat über dsn Tentral-
Domban-Verein huldvoll anzunehmen aeruhr daben:

„ „daß der Vcreiu, in dem hohen Geiste und Sinue seines
entschlafene» Schntzherrn fortwirkend, in nicht zu feruer
Frist feiu großes uud schönes Ziel erreiche""
in Ersüllung gehen, und möge. so fügen w'i dankbaren Herzess hinzu, GotteS
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