Abb.133. Fragment eines Reliefkopfes in Berlin.
Vorderansicht
Abb.134. Fragment eines Reliefkopfes in Berlin.
Seitenansicht
figuren. Die Formen des Gesichtes sind sehr verwaschen. Der innere Winkel des rechten Auges
liegt tief. Zwischen den Augenlidern ist der Augapfel gerundet. Stark beschädigt ist die Nase.
Die Oberlippe springt vor. Die Lippen liegen zwischen weich eingesenkten Mundwinkeln.
Zeigen das rechte Auge und besonders der Mund schon Abweichungen von den Giebelskulp-
turen, so gilt dies erst recht von der linken Gesichtspartie an Auge und Nase. An Stelle des
linken Auges findet sich nur eine flache, gut erhaltene Einsenkung, in der das Auge plastisch
nicht angedeutet war. Die Partie an Augen und Schläfe rundet sich nicht entsprechend der
rechten Gesichtshälfte, sondern war in flacherer Wölbung bis an den Reliefgrund herangeführt.
Ebenso war die linke Hälfte der Nase nicht durchgeführt. Der Oberkopf ist ziemlich flach, der
Übergang von den Wangen zum Gesicht verhältnismäßig gewaltsam. An die Köpfe des
Priamos und des Zeus erinnert das Schwellen der Wange unter den Schläfen und vor den Ohren.
Angesichts der mancherlei Unterschiede stößt die Zugehörigkeit des Kopfes zu den Tempel-
skulpturen auf Bedenken. Für die Beziehung spricht die Überlegung, daß es nicht viele Hoch-
reliefs in diesem Maßstabe gegeben haben kann. In der Größe entspricht der Kopf etwa dem des
Priamos. In Frage käme für seine Herkunft nur der Ostgiebel, dessen geringe Fragmente auch
sonst Abweichungen in der Arbeit erkennen lassen. Der Kopf würde dann zu einer der mythi-
schen Szenen gehören und müßte von einem am Westgiebel nicht beschäftigten Mitarbeiter
ausgeführt sein. Da uns an den Tempelskulpturen sonst kein weiblicher Kopf erhalten ist, ver-
dient dieses Stück trotz der nicht ganz gesicherten Zuweisung besondere Beachtung. Seine
Formengebung gehört zu den stilistisch jüngeren Teilen.
134
Vorderansicht
Abb.134. Fragment eines Reliefkopfes in Berlin.
Seitenansicht
figuren. Die Formen des Gesichtes sind sehr verwaschen. Der innere Winkel des rechten Auges
liegt tief. Zwischen den Augenlidern ist der Augapfel gerundet. Stark beschädigt ist die Nase.
Die Oberlippe springt vor. Die Lippen liegen zwischen weich eingesenkten Mundwinkeln.
Zeigen das rechte Auge und besonders der Mund schon Abweichungen von den Giebelskulp-
turen, so gilt dies erst recht von der linken Gesichtspartie an Auge und Nase. An Stelle des
linken Auges findet sich nur eine flache, gut erhaltene Einsenkung, in der das Auge plastisch
nicht angedeutet war. Die Partie an Augen und Schläfe rundet sich nicht entsprechend der
rechten Gesichtshälfte, sondern war in flacherer Wölbung bis an den Reliefgrund herangeführt.
Ebenso war die linke Hälfte der Nase nicht durchgeführt. Der Oberkopf ist ziemlich flach, der
Übergang von den Wangen zum Gesicht verhältnismäßig gewaltsam. An die Köpfe des
Priamos und des Zeus erinnert das Schwellen der Wange unter den Schläfen und vor den Ohren.
Angesichts der mancherlei Unterschiede stößt die Zugehörigkeit des Kopfes zu den Tempel-
skulpturen auf Bedenken. Für die Beziehung spricht die Überlegung, daß es nicht viele Hoch-
reliefs in diesem Maßstabe gegeben haben kann. In der Größe entspricht der Kopf etwa dem des
Priamos. In Frage käme für seine Herkunft nur der Ostgiebel, dessen geringe Fragmente auch
sonst Abweichungen in der Arbeit erkennen lassen. Der Kopf würde dann zu einer der mythi-
schen Szenen gehören und müßte von einem am Westgiebel nicht beschäftigten Mitarbeiter
ausgeführt sein. Da uns an den Tempelskulpturen sonst kein weiblicher Kopf erhalten ist, ver-
dient dieses Stück trotz der nicht ganz gesicherten Zuweisung besondere Beachtung. Seine
Formengebung gehört zu den stilistisch jüngeren Teilen.
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