Kranzbühler, Eugen; Heyl, Cornelius [Oth.]; Illert, Friedrich M. [Oth.]
Worms und die Heldensage: mit Beiträgen zur Siegel- und Wappenkunde, Münz- und Baugeschichte der Stadt — Worms: Stadtbibliothek, 1930

Page: 204
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ANMERKUNGEN: I. EPOS UND CHRONIK

ZDA XXVII (1883) S. 77. Die urkundlichen
Namensformen für Garmisch sind: Germa-
reskavve (803), Germanesgowe (11. Jh.), Ger-
marisgowi (1065), Germisgov (12. Jh.), Ger-
marsgawe(i249),Germansgeb,Germansgowe
(1288), Germansgawe, Germansgäw (1305),
Germeraw (1340), Germansgöw (1360), Ger-
mischgew(T43i),Germersgau(i455),Germans-
gau (1536), Germischen (1596), Garmischgau
(1774), vgl. G. Buchner im Oberbayerischen
Archiv für vaterländische Geschichte LXII
(1921) S. 141. Aus der Zeit der Entstehung der
Dichtung des Pfaffen Konrad würde also die
Form Germisgov, läßt man den den Gau be-
zeichnenden Zusatz weg, mit „Germis“ in der
Tat der alten Namensform für Worms nahe
stehen.
Th. Müller a. a. O. S. 252.
E. Stengel a. a. O. S. 386.
Man vergleiche dazu die seltsame Stelle aus
dem in der vorliegenden Fassung nicht über
das 14. Jh. zurückgehenden „Doon de Mai-
ence“: „Mayence sur les bords du Rhin, pres [!]
de l’Allemagne oü sont les Allemands“.
Auf eine Wormser Parallele der Rolands-
und der Siegfriedssage wird in dem Abschnitt
über die Siegfriedsreliquien hingewiesen.
M. Remppis a. a. O. S. 20, 24,25.
M. R e m p p i s a. a. O. S. 26,37.
P. Paris, Li Romans de Garin le Loherain
(1833-1835) II, S. 47 115. Nach anderer Hand-
schrift MU S. 218, 221 (Vers 5693 f, 7055ff).
Grimm-Steig S. 366 (nach dem Amsterdamer
Druck von 1696, der mir im Original nicht
zugänglich war).
P. Paris a. a. O. —
Im Besitz von Hofrat M. Levy, Worms.
Außer „Germersheim“ (so bereits im 12. Jh.)
in seinen verschiedenen Schreibweisen sind
folgende Namensformen überliefert: Ger-
merschein, Germerschem, Germerszen und
ähnl.; Germirsheim, Germaresheim; Ger-
mansheim (nureinmal 1335). Vgl. E. Förste-
mann, Altdeutsches Namensbuch II (1913)
S. 1008; J. Probst, Geschichte der Stadt und
Festung Germersheim (1898) S. 5ff. Die Über-
einstimmung einiger Namensformen für die-
ses „Heim des Germar“ mit den in Anm. 28
für den „Gau des Germar“ (Garmisch) gegebe-
nen mag überraschen.
Auch M. Remppis a. a. O. S. 26 spricht sich
gegen Germersheim und mit E. Langlois
(Table des noms propres de toute nature com-

pris dans les chansons de geste imprimees,
Paris 1904) für Worms aus.
41 J. Probst a. a. O. S. 9f. (gestütztauf A. Rasz-
mann, Deutsche Heldensage II (1858) S. XII.
- Vgl. Thule XXII S. 20Öff.
42 K. Dahl, Beschreibung der Stadt und des
Amtes Gernsheim (1807) S. 5i,Urkundenbuch
dazu: i5, 16. — Baur I Nr. 217.
43 Bouquet XXIV S. 666, 679.
44 Die altfranzösischen Chansons de geste brin-
gen zahlreiche derartige Gruppierungen von
Ortsnamen, bei deren Auswahl vielleicht
keine besondere Gedankenverbindung be-
stimmend gewesen ist. Immerhin könnte im
vorliegenden Zusammenhang eine ähnliche
Stelle aus dem französischen Rolandslied von
Interesse sein: „De Saint-Michiel del Peril
jusqu ’as Senz“, worunter Xanten verstanden
wird, E. Stengel, Rolandslied Vers 1428, S.
400unter „Senz“. — Über Saint-Michiel unter-
richtet Paul Gout, L’histoire et l’architecture
fran^aise au Mont Saint-Michel, Paris 1899.
Daselbst S. 6f über den Namen „Mont Saint-
Michel au peril de la mer“.
45 M. Remppis a. a. O. S. 153.
46 Wilkina- und Niflunga-Saga oder Dietrich
von Bern und die Nibelungen, übersetzt von
Fr. H.von der Hagen (1872)II S.303,328. A.
R a s z m a n n a. a. 0.11S. 42. Vgl. dazu M U S.38,
wo, da sich die Form Verniza nicht von
Worms ableiten lasse, eine Verwechslung
angenommen wird, m. E. zu Unrecht. Irre-
führend ist doch bei „Verniza“ eigentlich nur
das n (statt Vermiza), also ein ähnlicher Fall,
wie im lateinischen Turpin-Text (s. o. S. 1 f.)
„Warnacia“ (statt Warmacia). Wenn ein
englischer Mönch in der 1. Hälfte des 13.
Jahrhunderts (SS. XXVIII 130!), der nach
seinem indiskreten Bericht über die Hochzeit
Kaiser Friedrichs II. in Worms den Verhält-
nissen nicht fern gestanden haben kann, den
Stadtnamen „Wermesia“ schreibt, so bietet
unter Beachtung von Namensformen, wie
Wermaise, Wermeise, Garmisa, Germaise,
Wormize u. dergl. auch eine Form, wie „Ver-
miza“ nichts auffälliges, auch wenn sie nicht
ganz genau so nachzuweisen ist.
47 Deutsches Heldenbuch 4. Teil, herausg. von
A. Amelung und O. Jänicke (1873) Wolf-
dietrich D VIII Str. 13 S. 141.
48 Grimm-Steig, S. 12.
49 Grimm-Steig, S. 7,390. - Edda (herausg.
von F.Genzmer) Thule I (1923) 35. Str. 7; S.117.
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