Gombert, Hermann [Hrsg.]; Krummer-Schroth, Ingeborg [Hrsg.]; Augustinermuseum <Freiburg im Breisgau> [Hrsg.]
Mittelalterliche Kunst im Augustinermuseum Freiburg im Breisgau — Freiburg i. Br., 1965

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und „St. Katharina” wurden dem Erdboden gleichgemacht. Jahrelang bemüh-
ten sich die Dominikanerinnen um eine Unterkunft in der Stadt. Der Rat
erklärte sich hierzu bereit, wenn die beiden Konvente „Mariae Verkündigung”
und „St. Katharina” sich zusammenschließen und ein gemeinsames Kloster
beziehen würden. In der Schneckenvorstadt an Stelle des Tennenbacher-
Hofes wurde am 3. November 1687 der Grundstein zum „Neukloster" gelegt.
Nach siebenjähriger Bauzeit nahmen die Schwestern, zu einem Konvent
vereint, in feierlicher Prozession am 12. Oktober 1694 Besitz von ihrer neuen
Niederlassung.

Die Dominikanerinnen von „St. Katharina”, 1297 in der Nähe des Adelhauser-
klosters gegründet, erfuhren ein ähnliches Schicksal wie Adelhausen. Schon
im Jahre 1563 waren Dominikanerinnen des bei Worms gelegenen Klosters
„Liebenau” von ihnen aufgenommen worden und hatten aus dem nun refor-
mierten Kloster wertvolles Kultgerät und wahrscheinlich auch den großen
Wirkteppich mit dem Wappen der Familie Wolfskehl mitgebracht. Von dem
Kultgerät ist noch das silbergegossene, vergoldete Altar- und Vortragekreuz
vorhanden, das 1342 Graf Ludwig VI. von öttingen gestiftet hatte, ferner ein
um 1440 von einem mittelrheinischen Goldschmied gearbeitetes silbernes
Vortragekreuz.

Die Dominikanerinnen von „St. Maria Magdalena zu den Reuerinnen”, seit
1247 in der Prediger-Vorstadt ansässig, mußten auch nach dem Dreißig-
jährigen Krieg ihr verfallenes Kloster räumen und vereinten sich mit dem
Gotteshaus „St. Katharina". Durch den reichen und kostbaren Besitz der
„Reuerinnen” konnte die Not des verarmten Katharinen-Klosters behoben
werden. Vielleicht stammt die große holzgeschnitzte Skulptur der Maria Magda-
lena von den „Reuerinnen”. Da „St. Katharina” seit seinem Bestehen von
keinem Brand heimgesucht wurde, darf man annehmen, daß ein bedeutender
Bestand wertvollsten Kunstgutes, das sich heute im Museum befindet, vor
allem aus seinem Klosterschatz herrührt, so sicher der gestickte Wandbehang
mit den Weiberlisten, der die Wappen der Geschwister Malterer zeigt, da Anna
Malterer Nonne in „St. Katharina” war; der große gewirkte Marien-Teppich mit
den drei Szenen aus dem Leben der Muttergottes zwischen St. Katharina und
Augustinus. Ferner wenigstens ein Teil der auf Pergament geschriebenen und
illustrierten liturgischen Handschriften und das steinerne Bild der Patronin,
das sich heute noch in der hübschen barocken Klosterkirche zu Adelhausen
befindet und ehemals wohl am Mittelpfeiler des Portals des alten Klosters
angebracht war.

Noch einmal erhielt Adelhausen Zuwachs im Jahre 1786 und zwar durch den
Beitritt der Regelschwestern „Zum grünen Wald”, einem Augustinerinnen-
Konvent, der sich 1449 in der nach ihnen benannten Grünwäiderstraße in der
Nähe des Augustiner-Eremiten-Klosters niedergelassen hatte und durch den
Eintritt der Klosterfrauen „Auf dem Graben”. Adelhausen blieb von der Säku-
larisation im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts verschont, da sich die
Schwestern der Schulausbildung der Freiburger Mädchen widmeten.

So ist der Klosterschatz von Adelhausen organisch zusammengewachsen
durch die Vereinigung einiger in Freiburg ansässiger Frauen-Konvente und
den Zuzug der Liebenau er Schwestern. Bei der Aufhebung des Klosters 1867
erhielt jede Nonne das Recht, ein ihr liebgewordenes Stück aus dem Kunst-
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