Küch, Friedrich [Oth.]
Quellen zur Rechtsgeschichte der Stadt Marburg (Band 1): 1918 — Marburg, 1918

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Urkunden und Akten.

daz sii danne ere aldin bede widdir gebin sullin alse vore. Ge-
wonnen wir abir lybezerbin, so sal diit ungelt blybin stende.
7. Wer oych, daz ymant dyt vorbreche unwißende, von
wilchin sachin daz were, der sulde den broch uns vorbhßin mid
vfinff Schilling phennygin unde nicht hoer unde sulde darzu sin
ungelt gebin, daz eme geborte, noch deme als vor geschrebin sted.
Diis zu orkunde so han wir lantgrave Herman vorgenant unsir
fürstlich ingesigel an dysin bryff laßin henckin, der gegebin ist
noch Cristi gebort drytzenhündert jar, darnoch in deme vünffunde-
sebintzigestin jare an dem nestin frytage vor Symonis und Jude
der heylgin apostlen.
Ausfert. Generalrep. Marburg; Perg., durch Moder beschädigt j Siegel
fehlt. — Auszug bei Wenck II UB S. 449 Anm. 1 nach dem Exemplare für
Grünberg. — Vgl. o. S. 13 f. und ZHG 49 S. 180.

43. (1375).
Revers des Steinmetzen Tyle von Frankenberg über seine
Annahme als Baumeister der Pfarrkirche in Marburg.
[Ich Tjyle von Frankinberg, ein steynmetze, bekenne uffent-
lichen an disem briffe, daz dii ersamen [wiijsen lüde burgermeister,
schefin unde rad zu Marpurg mit mir unde ich mit ien gered unde
ubirkumen sin, [in] ere parrekirchin czu buwene, als hernoch ge-
schrebin stehit, mit namen daz ich das [werk vurgenanter] erer
parrekirchin [ujfffuren, buwin unde [mei]stern sal unde sii darane
[bew]aren, so [ich] bestes kan, noch allen mynen synnen unde [wiz]zin,
unde sii sullen mich be[wis]in, als mir bequemelich ist, unde sullen
mich frye halden von bede, wachte unde [al]lis dinstes von der stad
wegin. Ouch sal unde [mu]ß ich flißig sin an dem vorgenanten
werke. Unde wan man buwet oder in der steynhuttin howet, so
sullen sii mir alle jare funff marg phennige guder Marpurger
werunge, mit namen dryttehalbe marg in dii p[hingest]heyligen
dage unde dryttehalbe marg uff sente Michahelis dag g[ebin], unde
myn [Ion] sal sin, wilchin dag ich erbeyden, zuschin sent Petirs
dage, den man nennet kathedra Petri (Febr. 22), biiz sente
Michahelis (Sept. 29) 2 grossen, unde von Michahelis biiz uff den
vorgenanten sente Petri dag l1/2 grossen. Ouch ist gered, wan
[man] an der vorgenanten kirchen nicht enbuwete oder man in der
steyn[huttin nic]ht enhywe, [von] waz sachin daz bequeme, so sullen
sii mir dii [vurgenanten funff m]arg phennyge nicht schuldig sin zu
gebene also lange, biiz sii abir[male buweten] an[e geverde]. Ouch
sal ich sii an dem werke truwelichen bewarn unde sal en daz
nicht uf[gereknen?], ez ensii dan mit erm willen ane geferde. Ouch
han sii mir gered, daz ich daz werg, [d]az ich noch vorhanden
han, oder ob ich andirswo me werke oder buwe bestünde, da[r]
sullen sie mich zu fordern unde mir wole gunnen, daz ich diiselben
fure unde buwe, also bescheydelichen, daz ich sii darumme an
erme [buwe nicht] vorsume, wan sii buwin oder setzin wollen unde
mir darumme zusprechen. Unde wan sii mich verboden, so sal ich
bii sii körnen und daz vorgenante er werg meistern] in alle der maße,
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