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Urkunden und Akten.
herrliche Genehmigung. 5. Festsetzung der Bede unter Teilnahme der landes-
herrlichen Räte. 6. Gericht. 7. Gerichtlicher Beweis. 8. Steuer und Hilfe.
9. Neue Zunftbriefe. 10. Ungeld. 11. Brauen.
Wir Ludewig von gots gnaden lantgrave zcü Hessen bekennen
vor uns unde unser erben uffintlich in dissem briefe, als wir deme
rate unde den gemeynen bürgern zu Marpurg, unsern lieben ge-
truwen, bestediget unde confirmerta) han* 1) ire alden briffe, gnade,
friiheid, gute gewonheid unde herkommen, als sie bii unsern vor-
aldern unde furstenthüm zu Hessen herbracht han, also han wir
mit biiwesen des hochgebornen fürsten hern Heinrichs herezogen zcü
Brunßwig unde Lüneburg, unsers lieben swagers, der unser rechtir
Vormunde*3 *) ist, unde anders unser rete unde frunde von Hessen
unde bii der Loyne ire alden briefe unde gesetze unde auch nüwe
brieffe unde satzunge, die unser vater lantgraffe Hermann seliger
gedechtnisse en gegeben had, gehört. Unde nachdem als es itzund
in allen unsern steden hie diessied des Spyßesc) in mancherhande
gebreche gelegen ist, so han wir en zcü besserunge unde durch
gemeynes notzesd) willen unsir lande unde lute soliche genade getan
unde tun in disseme brieffe, als hernach geschreben steede).
1. Czum irsten das in der vorgenanten unser staid zcu Marpurg
eyn gancz folkommenf) rait vorbasser^) sin unde bliben*1) sal, als1)
das von alder gewest, gehalten unde herkommen ist. Unde der
rait sal es auch damidde vorbasser also halten. Unde die viere,
die die gemeynde bii den rait gegeben unde gesatzt hatk), das sal
vorbasser me abe sin, die wir auch also abetün in unde mit craft
diessis briefs.
2. Auch sal der rait in unser vorgenanten1) stad Marpurg
alle ire bede, geschoß, stüre unde hulffe, als dicke des noid ist,
setzen uff ire eyde, als glich unde redelich ist, deme armen alse
deme riehen.
3. Was auch guts unde erbes zu Marpurg biem) unsers vatters
lantgraven Hermans seligen getziiten uffgegeben unde mit den
zcinsen gemynnert sin, unde auch was Sache der egenante unser
vatter seliger zcuschen unsern bürgern daselbis zu Marpurg ge-
scheiden unde gerichtet hat, dabii sal es bliben, doch ußgenommen
soliche briefe, die den rait unde gantze gemeynde vorgerürt ane-
treffen, dy unser herre vatter seliger besundern zcuschen en ge-
geben hat, unde die satzunge von den vieren uß der gemeynde
vorgerürt antreffende, die man uns widdergeben sal ane widderrede2).
4. Auch woln wir, das der rat zcü Marpurg vorgenant keyne
scholt vorbasser11) uff sich unde die egenante unser staid machen,
verbrieffen, verkouffen0) oder versetzen soln zü liben oder anders
a) confirmiret B. b) Vormünder B. c) Speßis B. d) nutzes B.
e) stehit B. f) fullenkommen B. g) vorbaß B. h) verliiben B. i)
Fehlt B. k) gegeben hait und gesatzt B. 1) in der vorgenanten unser B.
m) die in A. n) vorbaß B. o) Fehlt B.
1) 1414 juni lf Nr. 79.
2) Diese beiden Urkunden haben sich nicht erhalten. Vgl. o. S. 15 f. Es
handelt sich offenbar um zwei verschiedene Gesetze, von denen das eine den Rat
beseitigt (du der nuwe rat abeging; Stadtbuch), das andere die Vierer einführt.
Urkunden und Akten.
herrliche Genehmigung. 5. Festsetzung der Bede unter Teilnahme der landes-
herrlichen Räte. 6. Gericht. 7. Gerichtlicher Beweis. 8. Steuer und Hilfe.
9. Neue Zunftbriefe. 10. Ungeld. 11. Brauen.
Wir Ludewig von gots gnaden lantgrave zcü Hessen bekennen
vor uns unde unser erben uffintlich in dissem briefe, als wir deme
rate unde den gemeynen bürgern zu Marpurg, unsern lieben ge-
truwen, bestediget unde confirmerta) han* 1) ire alden briffe, gnade,
friiheid, gute gewonheid unde herkommen, als sie bii unsern vor-
aldern unde furstenthüm zu Hessen herbracht han, also han wir
mit biiwesen des hochgebornen fürsten hern Heinrichs herezogen zcü
Brunßwig unde Lüneburg, unsers lieben swagers, der unser rechtir
Vormunde*3 *) ist, unde anders unser rete unde frunde von Hessen
unde bii der Loyne ire alden briefe unde gesetze unde auch nüwe
brieffe unde satzunge, die unser vater lantgraffe Hermann seliger
gedechtnisse en gegeben had, gehört. Unde nachdem als es itzund
in allen unsern steden hie diessied des Spyßesc) in mancherhande
gebreche gelegen ist, so han wir en zcü besserunge unde durch
gemeynes notzesd) willen unsir lande unde lute soliche genade getan
unde tun in disseme brieffe, als hernach geschreben steede).
1. Czum irsten das in der vorgenanten unser staid zcu Marpurg
eyn gancz folkommenf) rait vorbasser^) sin unde bliben*1) sal, als1)
das von alder gewest, gehalten unde herkommen ist. Unde der
rait sal es auch damidde vorbasser also halten. Unde die viere,
die die gemeynde bii den rait gegeben unde gesatzt hatk), das sal
vorbasser me abe sin, die wir auch also abetün in unde mit craft
diessis briefs.
2. Auch sal der rait in unser vorgenanten1) stad Marpurg
alle ire bede, geschoß, stüre unde hulffe, als dicke des noid ist,
setzen uff ire eyde, als glich unde redelich ist, deme armen alse
deme riehen.
3. Was auch guts unde erbes zu Marpurg biem) unsers vatters
lantgraven Hermans seligen getziiten uffgegeben unde mit den
zcinsen gemynnert sin, unde auch was Sache der egenante unser
vatter seliger zcuschen unsern bürgern daselbis zu Marpurg ge-
scheiden unde gerichtet hat, dabii sal es bliben, doch ußgenommen
soliche briefe, die den rait unde gantze gemeynde vorgerürt ane-
treffen, dy unser herre vatter seliger besundern zcuschen en ge-
geben hat, unde die satzunge von den vieren uß der gemeynde
vorgerürt antreffende, die man uns widdergeben sal ane widderrede2).
4. Auch woln wir, das der rat zcü Marpurg vorgenant keyne
scholt vorbasser11) uff sich unde die egenante unser staid machen,
verbrieffen, verkouffen0) oder versetzen soln zü liben oder anders
a) confirmiret B. b) Vormünder B. c) Speßis B. d) nutzes B.
e) stehit B. f) fullenkommen B. g) vorbaß B. h) verliiben B. i)
Fehlt B. k) gegeben hait und gesatzt B. 1) in der vorgenanten unser B.
m) die in A. n) vorbaß B. o) Fehlt B.
1) 1414 juni lf Nr. 79.
2) Diese beiden Urkunden haben sich nicht erhalten. Vgl. o. S. 15 f. Es
handelt sich offenbar um zwei verschiedene Gesetze, von denen das eine den Rat
beseitigt (du der nuwe rat abeging; Stadtbuch), das andere die Vierer einführt.



