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1496 Jan 11 — 1496 Nov. 28.

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4. Was sie auch guter gewonheit unter ine haben, setzen
odir gebieten, die nit wider uns, unser erben und die stat Marpurg
sin, soln sie [unter ine] halten, und wilcher sich darwider sperre,
der sol das verbüßen, wie sie die bues under ein setzen, dieselb
bues uns und unsern erben halb [und das] ander halbteil irer
bruderschaft gefallen. Darzu soln unser amptlude ine helfen
pfenden, so dick des not ist.
5. Was fleischs auch die [borger] zu Marpurg virgarkochen
wullen, sollen sie umb die fleischauwer hie keufen.
6. Wan auch eins meisters ires hantwerks sone das [hantwerk
für] sich selbs mit ine triben wil, der sal eigen rauch und hus
halten und ine zwei viertel weins und vier punt wachs zu iren
kerzen und — -— geben. Wers auch, das einer, der ire bruderschaft
nit hette, eins meisters dochter neme und ire hantwerk üben wolte,
der solte die [bruderschaft] halb keufen und die ander helfte von
der dochter haben. Storbe auch ein meister, und neme sin [frauwe
ein andern] man, der [ire bruder]schaft nit hette und sich der ge-
bruchen wolt, der solt die bruderschaft [halb] keufen und die ander
[helfte] von der frauwen ha[ben].
7. [Ein] lerknecht ires hantwerks sal ine geben ein viertel
wins und zwei punt wachs zu iren kerzen.
Wir [haben uns auch vurbehalten, diese zunft] und bruder-
schaft nach unserm gefallen kurzen, lengen adir ganz abetun mögen
sonder allen intrag, ohne [geverde. Des zu urkunde han wir] ob-
genanter landgrave Wilhelm unser ingesiegel an diesen brief tun
henken, der geben ist am mondag nach Judica anno domini millesi-
mo quadringentesimo nonogesimo sexto.
Ausfert. Abt. Zünfte; Perg., durch Moder vielfach beschädigt; Siegel fehlt.

155. 1496 Nov. 28.
Landgraf Wilhelm III. gibt den Lohgerbern su Marburg
einen neuen Zunftbrief.
Wir Wilhelm von gots gnaden lantgrave zu Hessen, grave zu
Katzenelnbogen, zu Dietz, zu Cziegenhain und zu Nidda, bekennen
vor uns und unser erben öffentlich mit diesem brief und tun kunt
aller[men]iglichen, das wir von besondern gunsten und gnaden, auch
umb [getruer, williger] und vlissiger dinst willen, als [uns unser
lieben getru]en die meister des loberhantwerks zu Marpurg getan
han und noch kunftlich tun sollen und mögen, denselben meistern
des loberhantwerks ein zunft und bruderschaft, die sie unter ein-
ander hievor gehabt, wider gegeben haben, unter sich und in irem
hantwerg zu halten in nachfolgender maiß].
1. [Zum irsten. Wer in irer bruderschaft und zunft] komen,
darinne [sin] und sich der mit ine gebruchen [will, der sal] elich
geborn, vor sich selb from und ein ingesessen [burger zu] Marpurg
sin [oder zu stunt burger] doselbst werden, sin hantwerk wol können
und inen zu irer br[uderschaft und zunft] geben se[chs mark]
heller Marpurger [werunge, die] uns unde [unsern erben] halb [und
das ander halbteil] irer bruderschaft gefallen sollen, darzu irem
 
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