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Um 1544—1544 Dez. 24.

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holzs, da iederman sagen möge, das es ein guter wagen vol holzs
zu nennen sei, nit hoher dan 12 alb., und dan furters Sommers-
zeit ein wage vol holzs in gleichem wert nit hoher dan 10 alb.
gekauft noch verkauft werde. Wo aber einer oder mehr mit der
holzladunge sich geringem oder gute wagen vol holzs in vorigem
wert nit pringen wurde, dem sol uf und abe und weniger, dan
vorsteet, nach pillichem wert gegeben werden; und wo in dem
zwuschen kaufer und Verkäufer irrunge vorfielen, das der markt-
meister die zu entscheiden und pillichen spruch zu tun hett. Damit
nu solchs desta pessern Vorgang erreiche, das den ober- sampt under-
forstern und umbgesessenen schultheissen gepot angelegt werden,
einsehens zu haben, das keinem in den weiden gedings gestattet
noch holz gelassen, sonder die weide verpoten und zugetain
werden, er sage dan zu, das er zum wenigsten die wochen einmal
holz hiehere zum markt pringen wolte. Darzu achten sie auch
hoch von noten sein, damit an allerlei orten, wie von alters, holz
herpracht werde, das denen dorfen, so eigen gewelde haben, die
sie vormals notturftiglichen gepraucht, inen aber itzt genzlich zu-
getain und auch also verpoten, das sie ihr eigen notturftig beholzung
daraus nit haben mögen, dieselbige gepot gelindert, geöffnet und
inen notturftig beholzung darus, wie von alters, gestattet werd.
Reinschrift Ortsrepos. Marburg; geschr. von Simon Hirtz. Auf der Rück-
seite von anderer Hand: Item ein gute wage holz pflegt 40 guter scheide, der
eine vier axhelbe lang ist, zu halten.

269. Kassel 1544 Dez. 24.
Georg von Kolmatsch, Statthalter zu Marburg, an den
Landgrafen Philipp.
Übersendet den Entwurf zur Marktordnung. Abänderungsvorschläge.
E. f. g. haben mir etliche mal gnediglichen geschrieben und
bevolhen, mit andern e. f. g. reten zu Marpurg ein insehens ze tun
und ein margtordenu(n)g ufzurichten, daß ein ide wäre, so auf die
wochenmergte kommen, um ein zimblich gelt gegeben werde, dar-
beneben ein scharwacht die wochen einmal ader mehr zu halten,
darmit die universitet und gemeine stat in friede und einigkeit
möcht desterbas enthalten werden. Auf solichen fürstlichen be-
velch habe ich sambt den reten, burgermeister und rat ein orde-
nung begriffen und verzeichnen lassen, die e. f. g. ich hirmit
underteniglichen zuschicke1), ob e. f. g. dieselbige besichtigen wolte,
inn (1) kan sie aber in keinen gang bringen aus Ursachen, wie hir-
unden verzeichnet.

haben mein herrn vor gut angesehen, das vonnoten sein wolte, das den dorfen,
so eigen weide haben, die inen vom Oberförster zugetain und verpoten seint,
wider geöffnet und notturftiglich zu gepruchen gestattet werde, damit desto
pesser holz hieher komme. Ferner den f. reten vorzuslagen, das ein guter
wagen vol holzs, so eins wagen holzs wert sei, winterzeit für 12 alb. und
Sommerszeit für 10 alb. gegeben werd. Wo aber einiger erfunden, der uf
solchen wert nit laden wurd, das demselbigen weniger uf und abe nach pillicheit
gegeben, und wo kaufer und Verkäufer untereinander nit zufrieden werden
mochten, das in dem eins marktmeisters bescheid gebraucht werde.
1) Nr. 273.
 
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