Universitätsbibliothek HeidelbergUniversitätsbibliothek Heidelberg
Overview
Facsimile
0.5
1 cm
facsimile
Scroll
OCR fulltext
1545 Aug. 13 (1553 Dez. 7)—1546 nach Jan. 4.

365

6. Sollen sie drauf sehen, das die fürstliche ordenung *) am
tanz, als mit umbwerfen, abstossen und andern gehalten und öffent-
lich geboten werden, das sich niemants, er seie Student, burgers-
sohn oder ander, am tanze, der nit geladen ist, betreten lasse, bei
ungnediger strafe.
Protokollarische Niederschrift von Valentin Breul, Ortsrepositur Marburg.
276, 1546 nach Jan. 4.
Copei des vorhaltz, so denen von der universitet zu Martpurg
und dan dem rat daselbst, auch wachtemeister und Wächtern be-
schehen, Anno etc. 46.
Zwistigkeiten zwischen Bürgern und Studenten.
Es sollen u. g. f. und hern rete alle professores, Studenten,
Wachtmeister und wechter in beisein des rats erfordern und an-
fenglich den professoribus anzeigen, das s. f. g. anlange, das sie
nit ein fleissigs ufsehens uf die Studenten hetten, welchs auch
s. f. g. us den handlungen, so sich zuschen den Studenten und
bürgern iderzeit zutragen, clerlich befunden. Das nu die Studenten
ein solich rohe und wüste leben fhureten, des trugen s. f. g. groissen
und ungnedigen misfallen. Dan s. f. g. hetten zu ufrichtung der
schule solichen grossen uncosten zu solichen hendeln nit ufgericht,
sondern das sie prediger uferziehen und andere gelerten leute, die
der christlicher gemein und landen und leuten dienen mochten.
Das sie nu solich unerbar leben fhureten, das konten s. f. g., als der
lantsfurst, nit gestatten, sie wisten auch, das irer altern meinung
nit were, das sie ire gelt, blut und sweiß dermassen verswenden selten.
Darumb wolten s. f. g. in alle wege, das diejenigen, so alhier
von iren altern und freunden zu studiren abgefertiget weren, sich
erbar und s. f. g. reformation gemeß halten und ires studirens ab-
warten sollen, und das die professores diejenigen, so sich unerbar
hielten oder der reformation und Ordnung zuwider handelten, in
alle weg straifen sollen, und sonderlich den deinen Franken1 2), der
den abent, als sich die letzte handlung zugetragen, einen burger
angelaufen und verletzt, in straif nemen sollen, und das insehen
tun, darmit das zechen, gassengehen, lautenslagen, pfeifen, juchzen
und schreien und dergleichen ungepurliche dinge genzlichen ab-
gestalt werden. Das sie auch inhalt der Ordnung sich zu 9 aurhen
in ruhe legten, lenger nit zechen, darmit sie zu iren studiis den
morgen desda geschickter seien. Wolt aber einer studiren nach
9 urhen, das sal ime unbenommen sein. Dem Wachtmeister und
wechtern aber sollen sie anzeigen, das s. f. g. us derjenigen Sache,
so abgehort, befunden, das der Wachtmeister und wechter ganz
unbedechtlich, auch etwas parteilich gehandelt. Dan dweil sie die
Studenten uf der gassen in öffentlicher slegerei nit ergriffen, solten
sie in das haus dermassen nit gefallen sein, sondern da die Studenten

1) 1543 Juni 3. Vgl. Landesordnungen I Nr. 39 ('S. 130 § 5). Vgl.
Nr. 258.
2) Wohl der 1543 immatrikulierte Kaspar Frank aus Wetzlar. Vgl
Cäsar, Catalogi (1874) S, 17,
 
Annotationen