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Urkunden und Akten.

wider die Ordnung gehandelt, dasselbig dem stathalter, dem rat,
schulteissen, auch den professoribus gegen morgen angezeigt haben,
die wurden sich in dem mit der straif gegen die Studenten wol
gewust zu halten. Desgleichen hett inen gepurt, da sie Brendeln
also beschenkt mit mordlichen geweren uf der gassen befunden
und vermerkt, das, wie er Brendel anzeigt, ein Unwille und gezenk
zuschen Brendeln und den Studenten sich zugetragen, anzunemen
und gefenglich hinzulegen, und sonderlich, dweil er des orts ge-
standen, uf die Studenten gewartet und den zank gesucht hat. So
hat inen auch nit gepurt, ein burgergeschrei zu machen, dweil die
wacht dermassen mit leuten gefast und stark gnug gewesen. Das
sie auch inen Sicherheit zugesagt und über das verwundet und
geslagen, das ist von inen unpillicherweise beschehen, und haben
daran zuvil gehandelt. Und derhalben haben s. f. g. bevolhen, das
ire der schulteis den Wachtmeister und Sporern in s. f. g. Verhaftung
nemen und in den torn setzen sollet bis uf s. f. g. weitern bescheid.
Desgleichen sollen die andern in bürgerlichen gehorsam gehen und
weiters bescheids des orts erwarten. Und haben s. f. g. dem stat-
halter bevelh getan, wie die wach hinfuro solte bestalt werden,
darmit solich und dergleichen tätlich handlung verhuetet, auch zucht
und erbarkeit erhalten werde.
Sein f. g. wollen auch ernstlich, das sich die Studenten erbar-
lieh und den Ordnungen gemeß halten sollen, dan were (!) denselbigen
zuwider mit slegerei, saufen, gassengehen und dergleichen mut-
willigen Sachen handeln wurde, den wollen s. f. g. gewißlich und
one nachlaß strafen lassen, dan s. f. g. wollen in alle wege, das
die professores, Studenten und burgerschaft alhier fridlich, erbarlich
und one einiche beswerung eins teils gegen den andern erhalten.
Ortsrepos. Marburg; Niederschrift von Dr. Fischer gen. Walter, Auf-
schrift (auf der Rückseite) vom Kanzler Dr. Tilemann Günterode.

277. 1546 Apr. 1.
Stadtratsbeschluß betr. Vergütung der Stadtgerichtsredner.
1546 donnerstags nach Oculi.
Mit den statgerichtsrednern ist uberkommen, das sie von
Sachen zu belonung nemen sollen, wie volgt: 21/2 alb. von einer
muntlichen clage belangend ligend guter, 1 batzen von gemeinen
montlichen clagen und iede termein, 1 alb. von einem kommer
und gemeinen nachfragen, 2 alb. von montlichen conclusion.
Ratsprotokoll.

278. 1546 Juli 8.
Bürgermeister, Rat, Zünfte und ganze Gemeinde der Stadt
Marburg verkaufen mit Verwilligung des Landgrafen Philipp
an Dr. jur. Johannes Oldendorpius, Professor der Universität
Marburg, eine Jahresrente von 32 Gulden zu 26 Albus, zahlbar
auf Johanni (Juni 24), für 800 Gulden auf Wiederkauf; die
Stadt setzt ihre Einkünfte als Unterpfand und befreit den Käufer,
 
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