Küch, Friedrich [Oth.]
Quellen zur Rechtsgeschichte der Stadt Marburg (Band 1): 1918 — Marburg, 1918

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Stadtbücher.

Auch dywyle die staid zcu Marpurg den zeol und sleschatz
ynnehaid * 1), so sal man von den, als hernach geschriben sted, keynen
zcol adir sleschatz gebin daz jar ubir, mit namen zuirst:
Von allin ungesalczin fischin, von spenferhirn unde allirley
abisse. ,
Von allirley wilprade, von gensin, von enthin, von allirley
hunern.
Von allirley muskrüde, von eygern, von milche, von slaudir-
mattin, von frischer bottern, von kesen under eyme halben malder.
Bl. 7b.
Von bottirn, die man in duppen dreit unde brenged zcu merte.
Von kelbirn, von zcegelin, von lemrin.
Unde von honige, daz man zcu merte dreit.
Auch wo man disse vorgenanten stucke, was der ist, in die
staid dreyt zu merte unde zcu virkeuffen, daz sal nicht zcol ader
sleschatz gebin.
Wer es auch, daz mans off karrin, wagen, perden, mulen ader
off esiln in die stad zcu merte furte, da sal man zcol unde sleschatz
von gebin noch deme, als von andern furen, unde als man vor
getan hette.
Auch was in dirre siite disses blates benant ist, daz ged an
deme zcolle unde sleschatz abe, als man den von alder gehabin
haid, ee unse here landgraff Heinrich uns disse gnade thede der
staid zcu Marpurg unde den bürgern, als in dissem buche vor be-
schriben steed, da der zcol ane ged, daz man dema) zolnere also
vil mehirb) lihen sal.
Diit ist von der maße eyner rüden2).
Ein rüde, da man midde eckere, wiesin, grabin unde ander
gemechte midde misset, die sal alwege han unde behaldin siebin-
zindenhalben fuß eyns follichen mannis.
Auch ist funff rüden breid unde drissig rudin lang ein morge.
Wer es auch, das der morge der breide nicht inhette, so neme man
vier rüden an der breide unde fiertzig an der lenge, daz dede auch
eynen morgen.
Diit ist, wie die h and wer g jares geen sollen mit erin kerzin
zu unsirs herrin lichamsdage, als gewonheid ist.
Item die lynwebere, die gent ane. Darnach die loywere.
Darnach die schochworten. Darnach die kremere. Darnach die

a) Vorl. den. b) Vorl. nehir,
1) Vgl. Nr. 85.
2) Das Rutenmaß ist, ähnlich wie in Frankenberg, am Chor der Pfarr-
kirche angebracht. Vgl. (Creutzer), Beitrag zu einer Geschichte und Beschreibung
der luth. Pfarrkirche zu Marburg (1827) S. 41, A. v. Drach, Das Hütten-
Geheimniß vom gerechten Steinmetzen-Grund (1897) S.26f Während dort die
Länge 6,025 m. beträgt, mißt die Marburger Rute 5,72 m, was allerdings nach
der obigen Stelle eine Länge von 34,66... cm für den Fuß ergäbe.
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