Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 47.1897-1898

Page: 137
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Kleine Nachrichten.

Wettbewerb aus, wobeije ein Preis von 500 211., 500 211.
und 200 21T., die unbedingt zur Vertheilung gelangen
sollen, ausgesetzt werden. Die Bilder sollen eine
^kkaximalgröße von cm Breite und 2\ cm pöhe
erhalten. Die Wahl des Gegenstandes ist freigestellt.
Einsendung bis \. April 1898 an die Verlagshand-
lung von Seemann & Co., Leipzig, Gartenstr. \7.
^ie eingesandten Arbeiten dürfen noch nirgends ver-
öffentlicht fein. Durch die Preisvertheilung werden
öie Griginalplatten rc. Eigenthum des Verlags; die
käufliche Erwerbung weiterer platten ist in Aussicht
Jenonimen. (Ein Exemplar des Preisausschreibens
kann im Secretariat des bayec. Aunstgewerbevereins
ungesehen werden.)

Al'ls Aufgabe der Röntg ^.udwig's prets-
ftiftung stellt das Bayer. Gewerbemuseum einen
ledernen Bucheinband in Lederschnitt, pand-
uergoldung, Ledermosaik oder -Malerei; ausgesetzt
hwd 2 Geldpreise, nämlich 500 212. für die beste
ausgeführte Arbeit, 200 212. für den besten Entwurf,
^ie Bewerber müssen ihren Wohnsitz in Bayern
haben. Die Arbeiten sind bis f.Iuli d. I. an das
dayer. Gewerbemuseum in Nürnberg einzuliefern;
^ie preisvertheilung findet am 25. August statt.

rtn:

m

innere Ausschmückung des neuen Traktes
der Wiener Hofburg. Die Leiter des seiner
Vollendung sich nähernden Baues des neuen, von
k)asenauer begonnenen Ringstraßentraktes der
wiener pofburg, die Bauräthe pofer und Nied-
3 i e I s f i, ferner der erste pofrath im Mbersthof-
'Ueisteramte S. 222., W etschl, sowie 212inisterial-
vath von Förster haben vor einiger Zeit
'uit Bewilligung des kaiserlichen Bauherrn,
3Urn Zwecke einer Entschlußfassung bezüglich der
umeren Ausschmückung des Neubaues eine mehr-
wöchentliche Studienreise angetreten, die sie in die
Residenzen von Würzburg, Bamberg, Nymphenburg
und 222ünchen, in die großen Paläste und Schlösser
von paris, Versailles rc., und schließlich nach
Eurin, Genua, Rom, 22eapel und Florenz führen
wird.

Es steht zu wünschen, daß die Kommission
^ch in den Palast- und Schloßbauten Frankreichs
und Italiens nur betreffs allgemeiner Fragen der
wneren Ausgestaltung einer großen fürstlichen Re-
fidenz Raths zu erholen beabsichtige, und nicht etwa
Sedenke, die neue Wiener Burg nach jenen, unserem
Mimischen Kunstempfinden doch immerhin einiger-
maßen sernliegenden Vorbildern einzurichten: wenn
nian schon nicht den gewiß verlockenden, interessanten
und die Entfaltung eines modernen kunstgewerb-

2\o. Uhr von 3. Jagen,ann. Entwurf und Ausführung
des Schildes von Gebr. Gradl.

lichen Stils mächtig fördernden Versuch wagen will,
die neue pofburg nach modernen principien zu
möbliren, so wären denn doch in Süddeulschland,
das ja zu Zeiten des Barock und Rococo — diesen
Stilarten und glücklicherweise nicht dem jetzt so
„modernen" Empirestil scheint man sich ja zuwenden
zu wollen — einer so charakteristischen, eigenartigen
und reizvollen Kunstübung gepflogen hat, zweckent-
sprechendere Vorbilder zu holen, als in den uns
fremden prunkräumen Ludwigs XIV. und XV., und
den Marmorsälen Italiens.

In dieser pinsicht war es sicherlich ein glück-
licher Gedanke, in erster Linie die unseren heimischen
Kunstanschauungen ja am nächsten liegenden, herr-
lichen Einrichtungen der großen bayerischen Barock-
und Rococo-Residenzen zu studiren: hoffentlich hat
man aber auch nicht vergessen, daß Gesterreich-
Ungarn selbst eine ganze 2Inzahl großartigster und
entzückendster, zum größten Theil künstlerisch noch
völlig unbeachteter Schlösser aus dem vorigen Iahr-

Aunst und Handwerk. ^7. Iabrg. Heft

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