Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 47.1897-1898

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Moderne Aunsttöpfereieii.

466 u. 467. von Dalpayrat-paris.
(‘/a der wirkl. Größe.)

ornamentlosen Gefäße verwendet, bei denen grüne
und violette Tone neben den Metallfarben vorherr-
schen. Zum ersten Male tritt Franz Ant. Mehlem
aus Bonn mit Versuchen auf, die zum Theil an die
Lüsterfayencen Massier's erinnern, aber auf die orna-
mentale Dekoration zu Gunsten der Ueberlaufglasuren
fast völlig verzichten.

Aarl Aornhas und die Arbeiten der Familie
v. heider schließen sich derselben Kategorie an.
Die andere Gruppe ist durch Theodor Schmuz-
Baudiß, der ein der alten italischen Sprafitto
technik verwandtes Verfahren übt, sowie durch Max
Länger vertreten, der mit den einfachsten Mitteln
so viel zu sagen weiß. Gin näheres Eingehen auf
diese Münchener und Karlsruher Künstler ersparen
die Ausführungen und Abbildungen inr zweiten
und vierten Heft unserer Zeitschrift. *■) Es darf

7 vergl. damit auch den folgenden Artikel.

aber nicht verhehlt werden,
daß die deutschen Arbeiten
gegenüber den ausgereiften
Erzeugnissen der französischen
und dänischen Keramiker sehr
in den Hintergrund gedrängt
werden, hoffentlich bleibt die
reiche Anregung, die die Aus-
stellung der deutschen Kunst-
töpferei zu geben vermag,
nicht ungenutzt.

Den deutschen Arbeiten
primitiver herstellungsweise
reihen sich zum Schluß noch
größere Gruppen niederländi-
scher und englischer Fayencen
und glasirter Irdenwaaren an,
die zum Theil im Etil der
Bauerntöpfereien gehalten sind. Menig geschmackvoll
sind die mit bunten Tapetenmustern geschmückten
Fayencen von Mijlieff in Utrecht und Brantjes
in purmerende in Holland. Unter den belgischen
Arbeiten sind die schlichten Gefäße von A. U). Finch
bemerkenswerth. Sie find in grünen, braunrothen
und gelben Tönen gehalten und mit pastös aufgesetzten
Schnörkeln und Tupfen verziert. Die stumpfen Gla-
suren scheinen stark mit erdigen Bestandtheilen durch-
setzt zu sein. Ihnen verwandt sind die Arbeiten von
<Vmer Toppens in dunkelgrünen Farben mit ähn-
lichem Dekor. Dagegen verdienen die Gstender Ar-
beiten von Bourgoignie-Dubois mit eingeritzter Dar-
stellung und die mit Rolltcigornamenten geschmückten
Gefäße von Laigueil, die mit affektirter Naivetät
in kindlich unbeholfener Zeichnung ausgeführt find,
entschiedene Zurückweisung. Die englischen Gefäße
zeichnen sich durch gute Formen aus.

A. Brüning.

468. Zierleiste von !t>. piittucr.

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