Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 47.1897-1898

Page: 399
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kuh1897_1898/0427
License: Free access  - all rights reserved Use / Order

0.5
1 cm
facsimile
Vom Büchermarkt.

^om (Küchermarkt.

||BnV Schloß Wilhelmschal bei Rassel.

(Besitzthum Sv. Majestät Aaiser Ml-
II.) perausgegeben von p. Silber, geprüfter
Architekt. Leipzig, Verlag von paul Schimmelwitz,
Buchhandlung für Architektur u. Aunstgewerbe. (897.

Auf 30 Tafeln mit geringen Ausnahmen vor-
trefflicher Lichtdrucke hat es der Architekt Silber unter-
nonnnen, eines der reizvollsten Bauwerke der Periode
des Rococo weiteren Areifen darzustellen, ein Bau-
werk, welches diese Darstellung um so mehr verdient,
als es zu denjenigen Beispielen dieser in ihren Grund-
zügen noch immer zu wenig gewürdigten Periode
architektonischer Entwickelung gehört, in welcher die
Schmuckform in so verhältnißmäßig bescheidener und
maßvoller Weise bei aller Frische der Erfindung und
aller Grazie der Form auftritt, daß sie unmittelbar
auf die Bedürfnisse unseres modernen Innenbaues
übertragen werden könnte, falls sich die Nothwendig-
keit hierzu irgendwo herausstellte. Und dieser schlichte
Eindruck beherrscht in gleicher Weise das Innere
wie das Aeußere und verleiht beiden den Eharakter
einer Wohnlichkeit, die nicht nur eine Wohnlichkeit
sein will, sondern sie auch ist. Wer die feinen
Boiserien, die Stückarbeiten der Wände und Decken,
die Seidenbezüge der Wände, das graziöse Schmiede-

werk der Treppenhäuser, die Möbelstücke, die dazu
verwendeten Stoffe u. s. w. betrachtet, wer unter
ähnlichem Gesichtspunkte der Wohnlichkeit das be-
scheidene Aeußere in seinein schlichten Aufbau und
seiner einfachen Gruppirung auf sich wirken läßt,
dem kann es vielleicht auffallen, daß die reizvolle
Schöpfung des Landgrafen Wilhelm's VIII. von
Hessen und seines feinsinnigen Architekten De Ry,
daß das „Aleinod von festen", wie Gottsched das
Schlößchen genannt haben soll, nicht früher in wei-
teren Areisen bekannt wurde. Das Verdienst, welches
sich daher Silber durch die Veröffentlichung erworben
hat, ist wohl geeignet, über die etwas mangelhafte
textliche Erläuterung hinwegsehen zu lassen. A. H.

nicholson William. An Alphabet, published
by William Heinemann. London 1898. preis
5 Schilling.

Unsere Malerei, Illustrations- und Plakatkunst
haben feit dem Beginn des großen Umschwungs, in
dem wir uns mitten drin befinden, die Richtung auf
Einfachheit und Prägnanz der Darstellung genommen.
Nur das Wesentlichste zu geben, dieses aber mit vollster
Entschiedenheit und Sicherheit, und eben durch ein
Ausschließen jedes nebensächlichen Details die Wir-
kung der Effecte zu steigern, den Beschauer unwider-
stehlich zu packen und seine Aufmerksamkeit auf ganz
bestimmte Punkte hinzulenken, das ist das Bestreben

als Träger verwendet ist, ein Paar
bildet; das Silber ist durchgehends
leicht oxydirt, in der Innenseite der
Schale vergoldet.

Die Brochen und Gürtelschnallen
Aarl Rothmüller's (Abb. 382) zeichnen
sich insbesondere durch die reiche far-
bige Ausstattung mittelst Edelsteinen,
Halbedelsteinen und Perlen, bei gleich-
zeitiger geschickter Vertheilung von
Gold und Silber aus.

p. Merk's Brochen (Abb. 383)
sind durchweg in Silber ausgeführt.
— Von den abgebildeten Zierväschen
Offterdinger's (Abb. 58^) zeigt das
eine eine originelle Benutzung des
„Seeigels" als Gefäßkörper, dem eine
durchbrochene, silbervergoldete, mit
Türkisen geschmückte Mündung auf-
gesetzt ist —•; das andere mit der
äußerst lebendigen, um den Gefäß-
körper gelegten Blume, prangt in
kräftiger Vergoldung.

579. Gewälbemalerei im k. Kofbräuhanse („Bierhallen").
Entworfen und ansgeführt von Adolf Efchle. München.

549
loading ...