Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 49.1898-1899

Page: 163
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ITtobmte Aunstbestrebungen in tüten.

Wiener Kunstleben fehlte. So ist bis jetzt das kjaupt-
verdienst der Wiener Sezeffionisten das der „kjechte
im Karpfenteich". Daß die Karpfen in den Wiener
Kunstgewäffern zu moosig geworden waren, scheint
man ja auch höheren Grtes eingesehen
zu haben. Sonst hätte man nicht
Schlenther die Leitung des Burgtheaters
übertragen, hätte man nicht zuin staat-
lich-offiziellen Führer des österreichischen
Kunstgewerbes einen entschiedenen Vor-
kämpfer der modernen Richtung, pof-
rath v. Scala (Direktor des k.k. Museums
für Kunst und Industrie), ernannt und
ihn trotz des Ansturms einer großen
Gegenpartei, an deren Spitze ein Mit-
glied des österreichischen Kaiserhauses
stand, auf seinem verantwortungsvollen
Posten belassen.

Der Verlauf dieses jüngsten, un-
gewöhnliches Aufsehen erregenden
Wiener Kunststreites dürfte allgemein
bekannt fein; weniger vielleicht die
Verhältnisse, aus denen heraus die
auf's Aeußerste zugespitzte Krisis sich
entwickelte. Kurz ehe die Nachricht
von den Protestkundgebungen des

Wiener Kunstgewerbe-Vereins gegen pofrath v. Scala
in die Geffentlichkeit drang, im September vorigen
Jahres, hatte ich Gelegenheit, bei einem Gang durch
das k. k. Museum für Kunst und Industrie einen

222 u. 223. Elektrische Lüster aus Schiniedeiscn; Entwürfe von kj. Friedet,
Ausführung von R. Uirsch, München. (Vi0 der wirkt. Größe.)

(Der untere Lüster ist in einem Durchgang angebracht, an dessen Bogen sich die oberen Theile
des Schmiedewerks anschmiegen.)

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