Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 49.1898-1899

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Kleine Nachrichten.

q;2. Bekrönung eines Kleiderständers von ffofkunstschloffer R. Kirsch, München (vgl. Abb. ^3).

hervortreten, die wohl theilweise auf Rechnung der
Hast gesetzt werden dürften, mit der die ganze Aus-
schmückung des Rathskellers fertig gestellt werden
mußte. Vielleicht bietet sich in einer späteren Zeit
Gelegenheit, einige Verbesserungen und unwesentliche
Aenderungen im Detail zur Anwendung zu bringen.

W. Sch.

inen merkwürdigen Erfolg hat unsere Zeitschrift
kürzlich im stillen Mzean davon getragen. Das
Maiheft des letzten Jahrgangs gerieth auf Umwegen

auf eine der Sand-
wichs-Znseln, wo der
Inhalt derselben —
speziell die Zinnge-
fäße von Groß und
Lichtinger — so großes
Interesse erregten, daß
alsbald von dort in
München eine Be-
stellung von Zinn-
waaren im U)erthe
von etwa 500 Mk.
einlief.

HeberdieFr.Stuck-
schen Xeichs-
haus - Dekorations-
malereien, welche der-
zeit in Berlin öffent-
lich ausgestellt sind,
berichtet die „Berliner
Architekturwelt", daß,

nachdem diese Malereien von der „Ausschmückungs-
kommission" endgültig abgelehnt worden, die An-
gelegenheit vom Reichsamt des Innern in loyaler
U)eise erledigt worden sei. Dem gegenüber stellen
wir fest, daß Professor Stuck bis jetzt (Mitte Juni)
noch nicht offiziell von der endgültigen
Ablehnung seiner Arbeit benachrichtigt
worden ist, daß also von einer Erledigung der
Angelegenheit keine Rede sein kann. Mb dieses Ver-
fahren „loyal" — zu deutsch „entgegenkommend" •— ist,
mögen die Herren, welche die Verantwortung dafür
trifft, sich selbst sagen.

ustern-Uhr nennt ihr Verfertiger eine „sehr schöne
und geschmackvolle Speisezimmer-lDand-
uhr", mit deren Aussehen und Material uns das
„Allgem. Journal der Uhrmacherkunst" bekannt
macht. Ein vernickelter Austernteller bildet das Ziffer-
blatt, die Zahlen sind darauf in „ächten Austern-
schalen" angebracht, die Zeiger bestehen aus „ächten
Austernmessern" mit Elfenbeinheften; in der Mitte
befindet sich ein Porzellanteller mit Zwiebelmuster, auf
welchem acht täuschend ähnlich nachgemachte Eitronen-
schnitten liegen. — Zum Glück ist dieses kunstgewerb-
liche Ungeheuer, das einer Faschings-Ausstellung alle
Ehre machen würde, gegen Nachahmung gesetzlich
geschützt. —

Es ist nicht daran zu zweifeln, daß auch dieser
Blödsinn seine Liebhaber findet und dieselben Leute
werden nach längstens 5, 6 Jahren es unbegreiflich
finden, wie sie solchen Ulk ein Mal haben ernst
nehmen können.

<H3. Kleiderständer
von ffoskunstschlosser R. Kirsch,
München (vgl. Abb. q;2).
Muster geschützt.
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