Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 49.1898-1899

Page: 308
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Unsere Bilder.

diesen^Aünstler „im vorliegenden Lsefte „entdecke"".
Unsere Leser, zu denen auch die Leiter der
genannten Zeitschrift zählen, wissen sehr
wohl, daß „Aunst und Handwerk" seit Oktober ^ 897
wiederholt Studien und Druckverzierungen von Bürck's
bfand gebracht haben; die Ehre der „Entdeckung"
gebührt also zweifellos unserer Zeitschrift. Ehre wein
Ehre gebührt! Ulan kann von der „Deutschen Aunst
und Dekoration" nicht erwarten, daß sie so viel Selbst-
verleugnung übe, um den wahren Entdecker zu
nennen; aber man sollte wenigstens auf die geringe
Dosis Anstand rechnen dürfen, die dazu gehört, um
sich vor Aneignung einer Ehre zu hüten, von der
man weiß, daß man kein Anrecht auf sie besitzt.
In das gleiche Aapitel von der Schmälerung der
Ehre gehört es auch, daß in jener Zeitschrift von
Bürck erzählt wird, er habe sich, nach Beendigung
seiner Lehrzeit bei einem Dekorations-Maler, „im
Wesentlichen selbst" weitergeholfen. Sollte wirklich
der zweieinhalbjährige Besuch der Münchener Aunst-
gewerbeschule ohne Einfluß auf den jungen Aünstler
gewesen sein? G.

(Unsere Kikder.

icht in unmittelbarem Zusannnenhang
mit dem umgebenden Text stehen
dieses Mal nur vier Bilder, die farbige
Tafel (\\) und die drei Entwürfe zu
Mosaikverglasungen; davon bedarf
nur der farbige Fliesenboden ein paar erläuternde
Worte. Die Abbildung stellt nur einen Theil des
Ganzen dar. Das Gemach, für welches der Boden
gedacht ist, ist nach hinten zu durch eine pfeilerreihe
in zwei ungleich große Theile getrennt, welche einen
gesonderten, in den Farben zwar ziemlich überein-
stimmenden, aber in den Hauptmotiven verschieden-
artigen Bodenbelag erhalten sollten; in dem kürzeren
Theil haben Aohlblätter, im längeren Aürbisranken
das Hauptmotiv gegeben, während die Ausschmückung
der Randverzierung der Sonnenblume entlehnt ist.
(Die Worte innerhalb des Saumes lauteten: In
deutscher Art — von deutscher Haud für deutsche
Aunst — in deutschem Land.) Die Hauptfläche hat
die Form eines Areuzes, dessen senkrechter Balken
vier, dessen wagrechter fünf Fliesenreihen besitzt; in
den auf unserer Tafel nicht mehr sichtbaren unteren
Zwickeln des Areuzes sind die gleichen Bandver
schlingungen angebracht wie in den oberen Ecken.

verantw. Red.: Prof. £. (5 nie litt. — herausgegeben vom Bayer. Aunst-

gewerbeverein. — Druck und Verlag von R. Mldenbourg, München.
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