Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 51.1900-1901

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Kleine Nachrichten.

344. Entwurf zn einer kfansthüre von M. A. Nicolai, Dresden.

die Bereitstellung von Mitteln für den geistigen Luxus
(öffentliche Sammlungen, örtliche Dunstzweige, Staats-
bauwerke u. ähnl.). Was der Verfasser hier in den
Unterabteilungen: „Die Dunst und das Rind", so-
wie: „Die Schule und die Dunst" schreibt, verdiente
ganz besondere Beachtung seitens aller Erzieher,
Lehrer und Unterrichtsbehörden.

In dem siebenten Abschnitte: „Die Gesellschaft
und die Dunst" werden nach mancher niederschlagenden
Thatsache der vorhergehenden Teile doch auch wieder
tröstliche Aussichten in die Zukunft unfrer deutschen
Dunstbestrebungen eröffnet. Als ein günstiges An-
zeichen erscheint es dem Verfasser, daß viele örtliche
Sammlungen volkskundlicher Schätze sich in den
Schulgebäuden befinden, wovon er sich, wenn die
die Sammlungen unterstützenden Gesellschaften ihre
Thätigkeit mehr und mehr auf die nationale Dunst-
pflege richten, ein enges Anschmiegen an die noch
vorhandenen Dunstüberlieferungen des Volkes ver-
spricht. Von den Dunstvereinen in ihrer bisherigen
Organisation und Thätigkeit, mit ihrer engherzigen
Auffassung, die die Dunst nur in Bildern, allenfalls

noch in Bildwerken anerkennt, erwartet der Verfasser,
wohl mit Recht, keine Besserung.

Den Schluß des wertvollen Buches bilden Aus-
führungen, wie der Verfasser sich die „Organisation
der Dunstpolitik" denkt, wobei er freilich auch keinen
andern Weg anzugeben vermag, als die Vereinigung,
d. h. die Gründung, Zusammenfassung oder zweck
dienliche Umgestaltung von Vereinen. Als Anhang
fügt er zu dem Zweck einen Statuten-Entwurf bei.
Davon versprechen wir uns nicht allzuviel. Mehr
Wirkung hätte vielleicht die gleichfalls von ihm vor-
gefchlagene Anstalt, die es jedem ermöglichen soll,
feine Vorstellung von den: Wesen des Dünstlerischen
zu vertiefen, also eine Art Dunst-Seminar, zunächst
für den Lehrer, vielleicht auch für den Verwaltungs-
beamten juristischer oder technischer Herkunft, bestimmt.
Wenn man sich erinnert, wie rasch die Unterrichts-
kurse für Handfertigkeit Schule gemacht haben, wird
man diesen Gedanken gern unterstützen. Am meisten
Erfolg versprechen wir uns aber von der künstleri-
schen Schulung auf dem Wege der Erziehung, na-
mentlich von der Ausbildung des Geschmacks- bezw.
Schönheitssinnes. In diesem Sinne empfiehlt Mielke
angelegentlich auch die pflege der Spiele und körper-
lichen Übungen, des Turnens und des Sports.

Dresden. O. Grüner.

Steine Nachrichten.

(Dereme, Museen» Kchuken, -Aussteifungen,
Mettöeweröe <re.

unstgewerbliche Meisterkurse am bayerischen
Gewerbemuseum in Nürnberg. Nach den
Vorgängen auf kunstgewerblichem Gebiet in Darm
stadt, München, Dresden und Wien glaubt das
bayerische Gewerbemuseum, das in den letzten Jahren
nach der technischen Seite in ausgiebigster Weise
fördernd und helfend vorging, nun auch in Bezug
auf das kunstgewerbliche Schaffen fördernd ein
greifen zu sollen. Von der Überzeugung ausgehend,
daß dem Dunstgewerbe nur geholfen werden kann,
wenn die Dünstler sich seiner ernsthaft annehmen,
will das Mufeunr den Vermittler zwischen Dünstler
und Handwerker machen. Nach den von Direktor
Th. v. Dramer ausgearbeiteten Vorschlägen soll
eine Einrichtung geschaffen werden, „die dem steten

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