Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 52.1901-1902

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Des Annstkandwerks junge Mannschaft.

Deo

Aunstßandwerßb
)unge Mannschaft.

6. Srnst Megek.

n dem vom Mün-
chener Kunstge-
werbeverein für sein
neues Kohlcninsel-
projekt aufgestellten
Programm ist bei dei: Lehrwerk-
stätten unter andern: auch die
Bestimmung vorgesehen, daß
daselbst Künstler Gelegenheit er
halten sollen, sich in den Tech
niken, durch welche sie ihre fünft
lerischen Ideen verwirklichen
wollen, zu unterrichten. Damit
wird auf die Peilung eines der
wundesten Punkte in: kunst-

gewerblichen Leben der Gegen-
wart hingewirkt; denn wem das
Ukaterial nicht vertraukgeworüen
ist, der kann ihm auch keine
Borschriften inachen, wie cs sich
verhalten, wie es sich gestalten soll.

Das war vor Zeiten anders!
Da gingen die jungen Leute zu
einen: Meister in die Lehre,
stiegen in dessen Werkstätte von
Stufe zu Stufe und wurden
schließlich — wenn sie das Zeug
dazu hatten — rechtschaffene
Künstler, die nicht nur ihr pand-
werk völlig beherrschten, sondern
auch als Künstler Bedeutung
erlangten. Ts ist von keinem
dieser Meister bekannt geworden,
daß er auf sein einstiges pand
werk herabgesehen habe, in:
Gegenteil, diese Leute waren stolz
darauf, und die Maler gehörten
einer Zunft an, ob sie nach
unseren heutigen Benennungen
„Faßmaler" oder „Kunstmaler"
waren. Da inachte man keine
Unterscheidung von „hoher" und
„niederer" Kunst; und wenn es
Kunstausstellungen gegeben hätte,
wäre es keiner Ausstellungsleitung
in den Sinn gekommen, Werke

§4.

Silberbecher von Ernst Riegel, München.

Dekoration des Auxxa gemeißelt; obere Fläche des Fußes mit Granaten besetzt.

(s/4 der wirkt. Gr.)

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