Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 52.1901-1902

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Kleine Nachrichten.

Verehrung der Kunstschöpsungen der Vorzeit, sondern
durch eine allgemeine künstlerische Kultur, die dem
einzelnen Künstler die größte Freiheit seines Schaffens
verbürgte. Gerade die Ehrlichkeit, mit der die
Künstler jener Zeiten aus dem eigenen Kerzen schufen,
gerade der Umstand, daß damals vom Staate, vom
Kunstfreund u. s. w. dem Künstler keine Schranken
gezogen wurden, jene selbstbewußte Ehrlichkeit der
künstlerischen Anschauung zu bethätigen, ermöglichte
erst, jene hohe Stufe künstlerischer Entwickelung zu
erklimmen. Der Kaiser würde also seinen Wunsch
ain ersten erfüllt sehen können, wenn er die Be-
strebungen unterstützen würde, die er in seinen Kunst-
reden bisher bekämpfte."

Das Blatt beklagt mit Recht, daß die Kunst-
reden des Kaisers Wege und Gesetze empfehlen, „die
von der Gelehrtenschaft und der Künstlerschaft schon
längst als falsche erkannt wurden"; es ist sehr zu
bedauern, daß am Berliner lhof anscheinend niemand

Verständnis oder Einfluß genug besitzt, um klärend
auf die allerhöchsten Kunstanschauungen einzuwirken.

nürnberger Handwerkskunst. Noch vor Weih-
nachten wurde in Nürnberg ein von j)eter
Behrens eingerichteter Laden eröffnet, der für die
alte Kunststadt von nicht geringer Bedeutung ist. Zn
dein Laden werden die jeweils von den Teilnehmern
der Meisterkurse fertiggestellten kunstgewerblichen
Gegenstände zum Verkaufe ausgestellt. Die Meister-
kurse wurden vom Direktor des Bayerischen Ge-
werbemuseums, Gberbaurat Theod. v. Kramer,
ins Leben gerufen. Alle auszustellenden Gegenstände
unterstehen einer vom Gewerbemuseum gebildeten
Zury. Ausgeschlossen sind Gegenstände, die Zmita-
tionen oder Variationen älterer Stile darstellen.

Die Zury hat beim ersten Male streng und mit
geklärtem Geschmack gehandelt. Es ist nichts Ge-
suchtes und Geistig-billiges ausgestellt. Es möge so

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