Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 52.1901-1902

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Unsere Lilder.

ihre Einrichtung nicht mehr als 1600—-2500 21t.
ausgeben können. Gewünscht werden ein Empfangs-
zimmer, ein Wohn und ein Eßzimmer, ein Schlaf-
zimmer und eine 'Küche, in perspektivischer Dar-
stellung in Aedermanier, ^orinat 54* : 4*5 (Karton*
formal 4*8: 62), dazu für jeden 2taum ein Detail-
blatt. Zu jedem Zimrner ist ein Kostenanschlag
vorzulegen und ein Schreiner oder Rlöbelsabrikant
zu nennen, welcher die Ausführung von je *2 Gar-
nituren nach dem betreffenden Entwurf zu den an
gegebenen Preisen übernehmen würde. 2ln Preisen
sind 2600 21t. ausgesetzt und zwar je vier erste,
zweite und dritte Preise für die besten Entwürfe der
verlangten vier Räume; die ersten Preise betragen
zusammen *200 211., die zweiten 800 211., die dritten
600 21t. Außerdem behält sich die ausschreibende
Verlagsanstalt vor, nicht prämiierte Entwürfe zu
allgemein üblichen ponorarsätzen anzukaufen. Ein-
lieferungstermin: *. September. (Näheres enthält
der Anzeigenteil des Januarheftes der „Innen-
Dekoration.") -jf

um Barmeiier Plakat - Wettbewerb (s. S. 82
u. **9) wird nachträglich bekannt, daß der Ein-
sendungstermin auf den (5. 211ärz verlegt worden ist.

er Rurvercin Wörishofei» erläßt ein Preis-
ausschreiben zu einem Reklaineplakat für
Wörishofen „als internationalen Kurort für Kneipp-
sches IVafferheilverfahren und gesundheitsmäßigen
Sport". 2Vas das Plakat im einzelnen darstellen,
bezw. an Text enthalten soll, darüber gibt das
Programm, das von dem Kurverein (Vorsitzender:
jj. Kreuzer) zu beziehen ist, nähere Auskunft. Drei
Preise: 600, 300, sOO 211.; Einsendungstermin:
30. April *902. -m.

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misterziehmig. In der neuerdings durch den
Dresdener Kunsterziehungstag angeregten Be
wcgung ist soeben auch in Österreich ein bedeut
samer Schritt gethau worden. Auf Veranlassung des
211 äh rischen Gewerbemuseums in Brünn
hat nämlich das Unterrichtsministerium grundsätzlich
seine Zustimmung erteilt zur Ausschmückung der
Lehrzimmer zunächst einer Brünner Volksschule mit
künstlerischen Wandbildern; Direktor Julius Leifching
hat die hierzu geeigneten Blätter aus einer kürzlich
im Brünner Alufeum eröffneten, von fast allen
europäischen Staaten reichhaltig beschickten, dabei
aber streng gesichteten „Ausstellung von Bil-
dern und Büchern für Schule und paus"
ausgewählt.

Unsere (Krkder.

etthewerbsergebnisse bilden den Grund-
stock der Abbildungen dieses peftes;
es sei an dieser Stelle hierzu nochmals
bemerkt, daß die bei den betreffenden
Wettbewerben prämiierten Arbeiten
durch einen Stern (%) im Textunterdruck bemerkbar-
gemacht sind. Den Schluß machen einige Beispiele
von Brettchenweberei, die dem auf S. *74* besprochenen
Werke von Lehmann-Filhes (mit freundlicher Er-
laubnis des Verlegers) entnommen sind. Dazwischen
schieben sich — aus den Seiten *73 und *75 -
einige neue Exlibris von 211aximilian Dasio,
über welche wir einem Fachmann das 2Vort erteilen:
Die schöne alte Sitte, den Büchern ein Eigentums-
zeichen des Besitzers einzukleben, hat in den letzten
Jahrzehnten einen ungeahnten Aufschwung genommen,
und wir finden unter den Exlibriszeichnern eine statt
liche Zahl unserer besten 211eister. Es läßt sich aber
auch nicht leugnen, daß eine Exlibrissammluug,
namentlich eine solche, die aus eine nräglichste Voll
zähligkeit hinstrebt, nicht selten den Eindruck von
Eintönigkeit und Langerweile erweckt, und zwar Haupt
sächlich deshalb, weil einesteils die Besteller, andern
teils die Zeichner vielfach der Anschauung huldigen,
ein Exlibris sei, wenn irgend angängig, heraldisch
aufzufassen, und so werden uns neben berechtigten
und glaubhaften Bibliothekszeichen oft die unglaub
lichsten Dinge als Exlibris vorgeführt. Wenn einer
nicht mit der Mriginalität eines Joseph Sattler ein
sprechendes Wappen zu concipieren versteht, dann
soll er von vornherein aus die heraldische Aus
gestaltung eines Bücherzeichens verzichten. Auch ohne
Wappenschild und Pelm läßt sich der Besitz eines
Buches reizvoll dokumentieren, ja ich möchte sagen
gehaltvoller, mannigfaltiger und liebenswürdiger, und
dafür möge die 2luswahl neuer Exlibris 211aximilian
Dasios, von dessen geschickter pand unsere Zeitschrift
schon im Jahrgang *899x) eine große Anzahl Biblio-
thekszeichen brachte, ein ebenso treffender wie unum-
stößlicher Beweis sein. 2vie kann man sich dieser
in gewissem Sinne anspruchslosen, aber doch mit so
großer Liebe durchdachten und vollbrachten Blättchen
von Perzen freuen! Jedes gibt uns was anderes,
etwas 2teucs. Auf eine Analyse ihres gedanklichen
Inhaltes kann man füglich verzichten; er bietet sich
zwanglos dar. Vielmehr interessiert das 2Vie der
Gestaltung. 2Nan kommt wohl der Richtigkeit am
nächsten, wenn man sagt, daß Dasios Schaffen in
dem klassischen Altertum gründet. Ich betone, daß

' *) 5. 30H und 305.

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