Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 52.1901-1902

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Verputztechnik au Münchener Neubauten.

(Derpuhtecßmß an Münchener
MeuKauken.

^icht ohite Berechtigung hat man bis
vor wenigen Jahren der Münchener
Baukunst den Borwurf machen können,
sie gehe immer noch aus den vor
einem Vierteljahrhundert gewiesenen
Wegen, sie fände ihre Befriedigung in getreuer Nach-
ahmung alter Stilweisen und gefalle sich darin, die
Formen des Hausteins in f?utz herzustellen. Auch
heute entsteht noch manches Bauwerk, auf das jene
Vorwürfe paffen; wer aber genauer zufchaut, der

wird doch finden, daß es wesentlich besser geworden
ist. kommt nicht nur die persönliche Ligenart
mehr zu Wort, sondern es werden auch bei An-
lehnung an ältere Stilformen Werke geschaffen, deren
äußere Erscheinung durchaus ihrem Wesen Entspricht,
bei denen die Ähnlichkeit der Gesichtszüge nicht auf
einer vorgehaltenen Maske, sondern auf Bluts-
verwandtschaft beruht. And was die Nachahmung
des Steinwerks in Putz oder ähnlicher, breiartiger,
später erhärteter Masse betrifft, so haben die Fort-
schritte des Lementguffcs, die uns die steinharten,
der Meiselbearbeitung zugänglichen Blöcke gebracht
haben, die Grenzen des j)utzstils so weit verschoben,
daß in sehr vielen Fällen die Antragmasse, der

349 u. 350. Aus dem fjof des „Lamplgarten"; von Architekt lv. Span nag et, München. Bildhanerarbeiten von

PH. lvidmer, München.
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