Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 53.1902-1903

Page: 52
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kuh1902_1903/0068
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
Vom Büchermarkt.

;o;. Der „Minthir"-Brunnen, Entwurf von Theod. Fischer.
Ausführung von Jak. Bradl, München.

wart entsprechend, nach Möglichkeit die langen ge-
raden Linien zu vermeiden sucht und statt der senk-
und wagrechten flach gekrümmte Kurven setzt, daß
er aber doch zu genau mit den dem Holz eigentüm-
lichen Konstruktionsgesetzen vertraut ist, uni sich zu
Mißgriffen verleiten zu lassen. Ohne Gesuchtheiten
geht es zwar nicht ab; auch geschickten Tischlern wird
manche Ecklösung, manches Zusammensetzen von
Holzteilen viel Kopfzerbrechen verursachen, und an
den krummlinig geführten Gehrungen kann manche
Arbeit Schiffbruch leiden; aber im ganzen ist anzu-
erkennen, daß der Urheber dieser Blätter sich bemüht
hat, die modernen Neigungen mit den Material-
forderungen in Ginklang zu bringen. Seinen Schreiner-
arbeiten — so gut wie denen seines jüngeren, kürzlich
verstorbenen, als einstiges Mitglied der Darmstädter
Künstlerkolonie bekannteren Bruders Patriz - wird
man zu ihrem Borteil immer anmerken, daß sie in dem
gesunden Boden der Schreinerwerkstätte wurzeln. R.

rstes Sonderheft der Berliner Archirekrurwelr.
Otto Eckmann. Berlag Ernst Wasmuth, Berlin.
(Ladenpreis ö M., für Abonnenten der „B. Arch.-W."

3 M.) — Das Heft enthält gegen f00 Bilder nach
Arbeiten Eckmanns aus allen von ihm gepflegten
Gebieten der dekorativen Kunst — Mobiliar, Teppiche,
Tapeten, Lampen, Glasbilder, Bucheinbände, Klein-
geräte, fliesen, Typographisches — darunter wohl
einiges, was zum Widerspruch reizt, aber sehr vieles,
was zu denken gibt und Zustimmung flnden wird
— auch bei Leuten, die nicht zu den „Modernen"
zählen. „Uber den Unfug mit dem Worte Stil"
läßt Eckmann mit dem einleitenden Aufsatz sich
selbst in einer Weise vernehmen, der man nur zu-
stimmen kann. 6.

echnologie der Schlosserei von Julius Hoch,
Ingenieur, Oberlehrer an der Baugewerkschule
in Lübeck. III. Teil: Kunstschlosserei und Verschöne-
rungsarbeiten des Eisens. Mit 20 f Abbildungen.
Leipzig, Verlagsbuchhandlung von I. I. Weber.
fflOs. Preis <*,50 M.

Das vorliegende Büchlein gehört in die Reihe
der Weberschen Katechismen und bildet Fortsetzung
und Schluß zweier anderer Werke desselben Ver-
fassers, die die Beschläge und die Bauschlosserei be-
handeln; doch ist dieser dritte Teil eine ganz selbst-
ständige Arbeit, die keineswegs den Besitz der anderen
zur Voraussetzung hat. Gegenüber so vielen Schrei-
bereien von Unberufenen in Zeitschriften berührt es
sehr wohlthuend, daß hier ein praktischer Ingenieur
sich des Gegenstandes angenommen hat, ein Mann,
der die natürlichen Eigenschaften des Materials
genau kennt und hieraus die Gestaltungsbedingungen
abzuleiten weiß. Er bespricht zuerst die Rohstoffe
der Kunstschlosserei, dann Werkzeuge und Werkstatt,
die Bearbeitung des Eisens, die Eisenverbindungen
u. s. w. Der Verfasser ist sich wohl bewußt, daß
sein Buch keinen zum Meister inachen wird; „denn
jeder, der es zur Meisterschaft in der Kunstschlosserei
bringen will, inuß vor allem den Hammer in die
Hand nehmen, um sich fleißig zu üben". Aber es
werden auch bei der gewissenhaftesten Meisterlehre
stets zahlreiche Lücken im Wissen und Können der
Lehrlinge übrig bleiben, und um diese Lücken schließen
zu helfen, dazu ist das Hochfche Buch vortrefflich
geeignet; — feine einfache, klare Darstellung, die
auch dem minder Begabten verständlich ist, seine
charakteristischen Bildbeigaben und sein handliches
Format machen das Buch zuin trauten Begleiter und
Berater jedes lernbegierigen Schlosserlehrlings. V.

Borrmann. Geschnittene Gläser des (7. und
^ s8. Jahrhunderts; Heft 27 der Vorbilderhefte
aus dem Kgl. Kunstgewerbemuseum, herausgegeben
von Jul. Lefsing, Berlin. Ernst Wasmuth. sflOs.

52
loading ...