Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 53.1902-1903

Page: 141
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Unsere Bilder.

Schreibzeug aus dunkel patiniertem Bronzeguß von Jos. Lasser, München. (V4 der wirkl. Gr.) Muster geschützt.

entfielen auf Rudolf Schiestl, München, und Wilh.
Schulz, Berlin, ein weiterer dritter Preis auf Aug. Anger,
Berlin. Insgesaint sind ca. 22000 M. für Honorare
und Preise vergeben. Die sämtlichen Entwürfe werden
zn einer Wander-Ausstellung vereinigt, welche in
Hannover P. bis (3. Februar) beginnt und u. a.
vom 30. April bis \2. Mai in München stattfindet.
Die uns vorliegende Übersicht über den Wettbewerb
enthält u. a. Namen und Wohnort der zuin Wett-
bewerb aufgeforderten Aünstler. Unter Zugrunde-
legung dieses Verzeichnisses wäre von den aus
Berlin, München, Dresden, Düsseldorf, Wien un
gefähr ein Drittel, von denen aus Hannover ein
Neuntel mit Preisen ausgezeichnet worden.

(Unsere Kikder.

ie ersten Bilder dieses peftes (Abb. 204(
bis 22p bilden die Vortruppe der für
das nächste Pest vorgesehenen Arbeiten
des Dresdener Uunstgewerbes wie der
dieselben begleitende Text—von Dr. Ernst
Zimmermann — nur die Einleitung zu seiner Schil-
derung des modernen Aunstgewerbes in Dresden
darstellt; eine unmittelbare Bezugnahme des Textes
auf die genannten Bilder konnte nicht ftattfinden.

Im Gegensatz hiezu stehen die folgenden Bilder
(222—227 und 228—259) in unmittelbarer Bezieh-
ung zu den Begleittexten, aus denen alle nötigen Auf-
klärungen zu erholen sind. — Die beiden geschmie-
deten Löwenköpfe mit den Türringen und durch-
brochenem Laubwerk (24(0 u. 24(P sind Werke eines
jungen Münchner Kunstschmieds, an denen namentlich
der Materialcharakter trefflich gewahrt ist. — Die
Fahne für den Allgemeinen Verband der Studie-
renden der Agl. Technischen pochschule zu München,
von der (in Abb. 24(2) die Pauptseite des Fahnen-
blattes dargestellt ist, besitzt eine Größe von j,25:f,50m
und zeigt vorne auf weißem Seidengrund in kreis-

förmiger Anordnung die Abzeichen der sechs Ab-
teilungen der Technischen pochschule Allgeineine
Abteilung, Architektur, Themie, Landwirtschaft,
Maschinenbau, Ingenieurfach —, ausgeführt in
Mafchinen-Aufnäharbeit auf applizierten Feldern
aus blauem Sammet. Die Schrift in der Mitte
ist in echter Goldstickerei ausgeführt. Die Rückseite
trägt das Münchener und das Bayerische Rauten-
wappen sowie die Jahreszahl 1(868 — das Grün-
dungsjahr der pochschule. — Die Aufnäharbeiten
und Stickereien für die Fahnenblätter und die Fahnen-
bänder sind ausgeführt in: Atelier für Aunstgewerbe
von Elisabeth Beyschlag. — Den Messingguß für
die Fahnenspitze besorgte I. Lasser, die Montierung
der Fahne die Firma A. Bert sch. Der Entwurf

stammt von paulpfann, Professor der Technischen
pochschule.

Zu den daran sich anschließenden Lafser'schen
Arbeiten (24(3—24(6) ist zu bemerken, daß die bei der
Schreibgarnitur zur Anwendung gekommene dunkle,
blauschwarze Patinierung sich besonders auch dadurch
vor ähnlichen vorteilhaft auszeichnet, daß sie eine große
Dauerhaftigkeit besitzt.

Die weiteren Bilder bedürfen keiner Erläuterung.

Als Nachtrag ist noch mitzuteilen, daß das
in peft 3, S. 82 dargestellte Fliesenbild Max Läugers
von Prof. Dietfche in Karlsruhe modelliert ist.

245 u. 2^6. Löschwiege und Paxiermesser aus dunkel xatinierter
Bronze von Jos. Lasser, München. ('/» d. w. Gr.) Must, gesch.

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Kunst und k>andwerk. 53. )ahrg. Yeft 5.

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