Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 53.1902-1903

Page: 316
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Unsere Silber.

Ankauf weiterer Entwürfe zu je sOOO Akk. Vor-
behalten. Dem Preisgericht gehören als Fachleute
an: Weber-Bremen, bjaller-Hamburg, Hoffmann-
Berlin, G. v. Seidl-München, Wallot-Dresden.
Unterlagen find gegen fO Mk. durch die Regierungs-
kanzlei in Bremen (Rathaus, Zimmer 2\) zu be-
ziehen. *

m

Unsere Bilder sind dieses Mal ausschließlich
Begleiter der verschiedenen Artikel, so daß sie keine
weiteren Erklärungen nötig haben.

(Vom (KüchermarA.

I^xr. Theod. Hampe, Das Germanische Nlational-
museuin, 1852— lst02. Festschrift zur Feier
seines fünfzigjährigen Bestehens, im Aufträge des
Direktoriums verfaßt.

Unsere schreibselige Zeit läßt es auch an Fest-
schriften nicht fehlen; aber mit deren Häufigkeit hat
der Gehalt sich nicht in gleichem Maße gesteigert.
Die vorliegende Festschrift des Germanischen Museums
entspricht indessen nicht nur der kunst- und kultur-
geschichtlichen Bedeutung der Anstalt, sondern sie
kann in jeder Hinsicht als ein Muster hingestellt
werden. Mit wahrer Genugtuung und stillem
Vergnügen wird jeder, der für die germanische Vor-
zeit Interesse hat, in diesem (50 Großquartseiten um-
fassenden, mit vielen prächtigen Bildern ausgestatteten
und von Georg Aeller mit sinnvollem Buchschmuck
versehenen Band blättern. Außer den Vollbildern,
welche z. T. in mehrfarbiger Ausführung hervor-
ragende Schaustücke des Museums vorführen und
die zugleich meisterhafte Proben der verschiedensten
deutschen Aunstdruckanstalten darstellen, befaßt die
Festschrift sich ausschließlich mit der Geschichte des
Museums. Und diese bietet des Interessanten eine
unendliche Fülle. Wer heute durch die Pallen der
ehemaligen Uartause wandert und die riesigen
Schätze aus unserer Vorzeit bewundert, ahnt nicht,
wieviel Sorgen, wieviel vergebliche Arbeit in den
ersten Jahrzehnten aufgewendet werden mußten, um
die Ziele klarzustellen, anderen das Verständnis
dafür beizubringen, die vorhandenen Aräfte zu
organisieren, die Mittel zusammenzu—betteln, Samm-
lungen anzulegen und bei alledem das kaum recht
seetüchtige Schiff glücklich durch die Alippen der
Ariegszeit hindurchzusteuern, als Deutsche gegen
Deutsche kämpften und damit die Grundlagen des
„Germanischen" Museums gefährdet schienen. In
lebendiger, den Eindruck unangreifbarer Wahrhaftig-

keit machender Schilderung werden diese Leiden in
der Festschrift vorgeführt, aber auch die Freuden.
Und wer Gelegenheit hatte, der Jubiläumsfeier an-
| zuwohnen, wird nur mit freudigem Stolz daran
denken, welches Ansehen dieses stattliche Aultur-
und Aunstarchiv des Germanischen Museums in der
ganzen Welt, vorwiegend aber in unserer Heimat,
genießt. Daß es so bleiben werde, dafür bürgt die
Tatkraft und der weite Blick der Männer, denen die
fernere Leitung des Museums anvertraut ist. G.

as Objektiv im Dienste der Photographie.
Von Dr. E. Polin. Mit zahlreichen Text-
figuren und Aufnahmen. Preis 2 Mk. Verlag
von Gustav Schmidt, Berlin kV. (vormals R. Oppen-
heim) (902.

Ohne Voraussetzung optischer Kenntnisse be-
handelt das genannte, \<{2 Seiten umfassende, mit
zahlreichen Abbildungen versehene Werkchen in leicht
verständlicher, ausführlicher Meise den wichtigsten
Teil bei photographischen Aufnahmen — das Ob-
jektiv. Da sowohl der Fach- als der Amateur-
photograph nur durch genaues Verständnis dieses
Teils der photographischen Ausrüstung bei den ver-
schiedenen Aufgaben die richtige Auswahl und die
richtige Anwendung des Objektivs zu treffen im-
stande fein wird, so ist dieses Werkchen um so mehr
jedem sich mit Photographie Beschäftigenden zu
empfehlen, als die zahlreichen Abbildungen wesent-
lich zum leichten Verständnis beitragen und zudem
der Preis von 2 Mk. für das Gebotene ein außer-
ordentlich niedriger ist.

Nach einem Vorwort und einer Einleitung
werden im allgemeinen Teil die Eigenschaften der
photographischen Linsen, die Fehler und ihre Aor-
rektion besprochen. Der spezielle Teil handelt von
den verschiedenen Arten der Objektive, und zwar von
den einfachen und zusammengesetzten, den Objektiv-
Sätzen und Tele-Objektiven, mit jeweiliger beson-
derer Bezugnahme auf die in ihren Leistungen nicht
übertroffenen Objektive der optischen Anstalt von
T. p. Goerz in Berlin-Friedenau, und nainentlicher
Empfehlung der Serie III der Doppel-Anastigmate
als Universal-Objektive.

Der dritte Teil behandelt die Wahl des Ob-
jektivs und der vierte das praktische Arbeiten, wobei
die durch unrichtige Verwendung des Objektives ent-
stehenden Fehler durch entsprechende Abbildungen
besonders instruktiv erscheinen.

Am Schluffe ist eine Preisliste der Objektive
von Goerz, der Goerz-Anschütz-Alapp-Moment-Ap-
parate, sowie ein Verzeichnis empfehlenswerter
photographischer Literatur beigegeben. D.

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