Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 54.1903-1904

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Kleine Nachrichte».

404. Entwurf zu einem Grabmal von £>. Jeräbek, lüien.

Handlungen zu beziehen. Dieses Verzeichnis ist in-
dessen nicht gleichbedeutend mit dein amtlichen
Katalog, der erst kurz vor Eröffnung der Aus-
stellung zur Ausgabe gelangen wird. Der Katalog
wird in 3000 deutschen und (0000 englischen Exem-
plaren herausgegeben werden; er wird aus drei
Teilen bestehen: \. Allgemeine einleitende Abhand-
lung: „Das Deutsche Reich und seine Bewohner am
Anfänge des 20. Jahrhunderts" von Prof. Or. v. Palle,
sowie eine größere Reihe von Aufsätzen über die auf
der Ausstellung vertretenen Gewerbszweige; 2. Aus-
stellerverzeichnis; 3. Anzeigenteil. Die Perstellung
des Katalogs erfolgt in der Reichsdruckerei. Die
künstlerische Ausstattung ist Prof. Peter Behrens
übertragen. Der Spezialkatalog der Reichsdruckerei
hat durch p. E. v. Berlepsch seine typographische Aus-
stattung erhalten.

Das Württemb er gische Kunstgewerbe
wird durch eiue Anzahl von Firmen vertreten sein,
die sich zur Perstellung eines Alusikzimmers ver-
einigt hat, das von Prof. Pankok entworfen wurde;
beteiligt daran sind die Firmen Schiedmayer, Schüttle,
Wülfel (Intarsien), Stotz, Saile (Glasfenster), Eckstein
6c Kahn (Vorhänge), Bietigheimer Linoleumfabrik
und die Frauenarbeitsschulen (Stickereien).

Elsaß-Lothringen stellt ein perrenzimmer (mit
Intarsien) von Karl Spindler aus; das Zimmer

wird einen Bestandteil eines pauses bilden, das in
der deutschen kunstgewerblichen Abteilung ausgestellt
wird und dessen übrige Räume durch hervorragende
Künstler aus Württemberg, Baden und peffen ein-
gerichtet werden.

Seitens Frankreich wird besonders die Por-
zellanfabrik von 5eures, bekanntlich ein Staats-
institut, in hervorragender Weise vertreten sein; der
Ausstellungspavillon dafür wird selbst ein Kunstwerk
sein, das mit Porzellan ganz ausgeschmückt ist.

Gsterrreich, das sich erst spät zur Beteiligung
an der Ausstellung entschlossen hat, errichtet einen
Nationalpavillon (Entwurf von Gberbaurat Ludwig
Baumann) und wird darin u. a. das österreichische
Kunstgewerbe der Gegenwart (auch durch die Kunst-
gewcrbeschulen) zur Anschauung bringen. — Der Bau
erhebt sich aus einer Grundfläche von 200: ^Fuß.

Rußland hatte mehr als 2300 Aussteller an-
gemeldet und einen Platz von 750 000 Auadratfnß
reserviert; das russische paus sollte die Nachbildung
eines alten Aloskaucr Bojarenpalastes (aus Polz)
fein, der 600000 Rk. kosten sollte. Der Krieg in
Gstasien veranlaßt« Rußland aber, seine Ausstellungs-
absichten auszugeben.

Japan wollte in drei Pavillons ausstellcn,
deren größter den kaiserlichen Palast in Kioto reprä-
sentieren sollte und die alle drei durch japanische

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