Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Hrsg.]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 54.1903-1904

Seite: 297
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Aus dem bayer. Salonwagen, entworfen im Zeichenbureau des Bayer. Gewerbemuseums (Architektkföllfritsch
und ITT. Eberlein), ausgeführt von der Mafchinenbau-Aktiengesellschaft, vorm. Lramer-Rlett, Nürnberg.

(Nürnberg und die neue Hand 5
werKsKunst.

(Von Vr. S. W. KreLt.

s soll hier nicht nur von neuer
Nürnberger Handwerkskunst, son-
dern auch von den letzten kunst-
gewerblichen Konkurrenzen und
Ausstellungen in Nürnberg die
Rede sein.

Der Wert des hier in Abbilduirgeit Gezeigten
läßt sich einigermaßen nach diesen beurteilen —,
um aber den großen Wert derjenigen Nürnberger
Unternehmungen, die der Förderung des heimischen
und des allgemeinen deutschen Kunstgewerbes gelten,
richtig bemessen zu können, muß man wenigstens
ungefähr über die gegenwärtigen künstlerischen Zu-
stände und Strömungen Nürnbergs orientiert sein.

Die Anerkennung des vielen, was in kurzer
Zeit die neue Nürnberger Handwerkskunst hervor-
gebracht hat, gewinnt im Einblick auf deren Güte

und Reichhaltigkeit, sobald man sich vergegenwärtigt,
wie sehr stark abgebaut der künstlerische Nährboden
Nürnbergs ist. —■ Um aber nicht zu weit in der
Charakteristik der alten Dürer- und Bischerstadt aus-
greifen zu müssen, sei es mir erlaubt hier auf das
kürzlich in den Nluth erschien Monographien er-
schienene, von Uhde-Bernays mit Begeisterung ge-
schriebene Bändchen „Nürnberg" hinzuweisen.

Wer dies Buch quasi als Einleitung zu den
folgenden kurzen Besprechungen liest, wird sich
wundern dürfen, daß auf solch sterilem Boden und
in einer Stadt, die nur •—• allerdings im reichsten
Ulaße — für Restaurationen und Wiederneuauf-
führungen einst bestandener Kunstdenkmäler große
Geldsummen verausgabt — von einer Anstalt
fruchtbare und weituinfassende Anregungen aus-
gehen konnten, die für das kunstgewerbliche Leben
der wachsenden Generationen von hervorragender
und vorbildlicher Bedeutung bereits geworden sind.
— Es ist hier an erster Stelle des Bayerischen
Gewerbemuseums und seines Direktors des
Gberbaurats Professor Theodor v. Kramer zu ge-
denken.


Aunst und Handwerk. 54. Iahrg. Heft jU.

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