Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 55.1904-1905

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vom Büchermarkt.

mal größeren Zahl von Schriftarten schon ein
erprobter Geschmack dazu, das Beste, Charak-
teristischste auszuwählen und in geeigneter
Weise — einschließlich Farbenangaben — zu-
sammenzustellen. Am stärksten vertreten sind
die deutschen Schriftgießereien mit zusammen
über 50 Schriftarten; daß Wien (überhaupt
Österreich) nur durch q. Schriftarten vertreten,
ist bezeichnend, ebenso daß London und Edin-
burgh zu jammert durch J[5, St. Coiiis durch
8 Schriftarten vertreten ist (abgesehen von den
Initialen rc.). Unterzieht man diese Schrift-
reihen einer eingehenden Prüfung, so wird
man zwar große Unterschiede in der Lesbarkeit
finden, aber doch höchst selten auf Buchstaben
stoßen, welche — wie dies bei anderen Alpha-
beten gerügt werden mußte — einzeln nicht
lesbar sind, deren Laut nur im Zusammen-
hang mit den Nachbarn erkannt wird. Außer
den ganzen Alphabeten sind in jedem der 8 Blätter
enthaltenden pefte 3 — H Blätter mit Initialen,
Monogrammen, gemalten Schriften und Ähnlichem.
Von bekannteren Autoren sind — teilweise mit ganz
neuen Arbeiten — beteiligt: Otto Eckmann (f),
Peter Behrens, Peter Schnorr, ZTt I. Gradl,
A. Nowack, Waurice Dufresne, A. A. Turbayne,
Bruce Rogers, William Morris, Lewis ß. Day.
Die schöne Sammlung kann jedem, der über-
haupt mit Schriften zu tun hat, zu ernstem Stu-
dium empfohlen werden; was sich darin als nicht
waschecht erweist, wird er leicht auszuscheiden
wissen. R.

244. Fliesenmuster, Entwurf von A. Messer, Winterthur.

245 u. 24s. Entwürfe zu Vfenschirmen von Alfr. Messer,
Winterthur.

tegmann, Dr. Hans, Meisterwerke der Runst
—~ und des Runstgewerbes; fOO Tafeln in Licht-
druck direkt nach den Originalen ausgenommen und
mit Erläuterungen herausgegeben in (0 Lieferungen
zum Subskriptionspreis von je H M.; Bernhard
Nöhring, Lübeck. fjKH-

Die Freude und das Interesse an alten Kunst-
werken sind keineswegs im Absterben; man kann
sogar in Kreisen ganz modern schaffender Kunst-
gewerbler mit der größten Hochachtung von alten
Arbeiten ihres Fachs reden hören. Und darum
wird das oben genannte Sammelwerk auch heute
noch auf allseitiges Entgegenkommen rechnen dürfen,
zuntal es sich dabei meist um Kunstwerke handelt,
die noch verhältnismäßig wenig bekannt sind. Das
läßt sich schon aus dem Inhaltsverzeichnis schließen,
das uns in überwiegender Zahl norddeutsche Kunst-
schätze verheißt. Das künstlerisch lange nicht hin-
reichend bekannte Lübeck ist allein mit 27 Tafeln ver-
treten; und wenn wir das Gebiet norddeutscher Kunst
auch über die außerhalb der Reichsgrenzen liegenden
Stätten deutscher Kultur — z. B. Riga, Reval, Utrecht,
Brügge — ausdehnen, so können wir von dieser
Sammlung sagen, daß sie zu % der norddeutschen
Kleinkunst gewidmet ist. Von süddeutschen Städten
ist nur Nürnberg zahlreicher vertreten, — mit
j8 Blättern aus dem Germanischen Museum, wo
der Herausgeber als Konservator sehr wohl in der
Lage war, gerade die noch weniger bekannten Stücke
auszuwählen. Indem wir diese Zusammensetzung
der Sammlung feststellen, liegt es uns völlig fern,
dem Verleger oder Herausgeber darüber einen Vor-
wurf ntachen zu wollen. Wir haben im Gegenteil
alle Ursache, uns über die trotz dem mäßigen preis
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