Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 56.1905-1906

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vom Büchermarkt. — Chronik des Bayer. Runstgewerbevereins.

(Vom lJücd^rmarKk.

meyers historisch-geographischer Ratender 1906.

\0. Iahrg. 21Iit 565 Landschafts- und Stäöte-
ansichten ic. Zum Aufhängen als Abreißkalender
eingerichtet, Preis s,85 Au Verlag des Biblio-
graphischen Instituts. Leipzig und Wien.

Aalender dienen schon lange dazu, Erinne-
rungen aufzusrischen und in alltäglichen kleinen Dosen
neues wissen hinzuzusügen. Daß dabei ein ganz
klein wenig auch Reklame für irgend ein drittes
Etwas gemacht wird, darf man den Aalender-
machern nicht so übel nehmen; ja man kann sich
sogar damit aussöhnen, wenn dadurch die Haupt-
sache gleichzeitig einer höheren Stufe in bezug aus
das vorteilhafte Aussehen und den Reichtum des
Inhalts entgegengeführt wird, solcher Art ist der
obengenannte Aalender. Das „Bibliographische In-
stitut" in Leipzig ist so reich an prächtigen, mit vor-
trefflichen Holzschnitten illustrierten Publikationen, daß
sich niemand darüber wundern wird, wenn er hier-
für jeden Tag ein anderes interessantes — oft auf
den Aalendertag bezügliches Bild — Porträt und
Dtädtebild, oder Trophäen und Landschaften, päuser
und Brücken —- findet. Siche aus dem bekannten
Alerianfchen Werke, Städtebilder, Photographien,
Holzschnitte rc. bilden den Aern jedes Blattes, wäh-
rend der Begleittext pinweise auf die mit den be-
treffenden Aalendertagen in Beziehung stehenden
Gedenktage usw. bringen. Der Aalendermacher hat
offenbar schon damit gerechnet, daß viele diesen „Ab-
reiß"-Aalender als Nachschlagebuch benützen wer-
den; er hat deshalb den Aalender auch mit einem
Namens- und Orts Register versehen lassen. E.

chaffer, Rarl, Moderne Entwürfe für ver-
schiedene Gewerbe; zum Gebrauche für den
Unterricht im Freihandzeichnen an gewerblichen Lehr-
anstalten. Verlag von Aarl Graeser de To., Wien.
OOfl. 22 Tafeln in Alappe. Preis 20 AI.

wenn es nicht auf dem Titelblatt dieses Werkes
stünde, daß sein Perausgeber (Professor an der
Staatsgewerbeschule in Tetschen a. d. Elbe) ein
Bildhauer ist, dann würde man eher aus einen
Alaler schließen; denn mit unleugbarem Alalergeschick
sind da zahlreiche Pflanzen in Flachstilisierung vor-
geführt, die alle die reizvollen Zufälligkeiten der
Aquarellierung wiedergeben wie auch die bei fliesen
entstehenden ungleichen Farbeutiefen rc. ^— also nichts
von plastischer Wirkung, die man doch am ersten
bei Arbeiten eines Bildhauers suchen wird. Damit
wollen wir diese Blätter an sich keineswegs niederer
taxieren, sondern aus diesem Anlaß den Wunsch
aussprechen, der Bildhauer möchte das Flachornament

verlassen und uns zeigen, wie die von ihm studierten
Pflanzen zu plastischen Gebilden verarbeitet werden
können; denn an modernen Studienblättern ans dem
Gebiet des Flachornaments ist nachgerade kein
Alangel mehr, würden wir diese Blätter auch nicht
als „Vorlagen" zum Abzeichnen empfehlen, so xver-
den sie inrmerhin als Anregung zum selbständigen
Stilisieren gute Dienste tun. G.

Nachtrag.

eccbewerb zum !5. Deutschen Bundesschießen
in München. Der Pauptausschuß des Schützen-
festes wendet sich an Alünchener Aünstler, Aunst-
handwerker und Aunstindustrielle mit der Aufforde-
rung, für die Beschaffung von Schützenbechern,
Festmünzen und Preisuhren Entwürfe, Aluster
oder Alodelle in Vorlage zu bringen. Die Angebote
müssen genaue Eingaben über die Perstellungspreise
enthalten; es werden nur Originalarbeiten in Be-
tracht gezogen. Einsendung spätestens zum s6. De-
zember im Zimmer des Pauptausschuffes: Rathaus
2. Stock Nr. 87. Der Schützenbecher muß in
zwei Formen — als „Standbecher" und als „Feld-
becher" — hergestellt werden, und zwar einschl. Futteral
pro Stück zum Preise bis zu 50 AI. — (Gesamt-
bedarf je 300 Stück); — auch die Festmü nz en"
werden in zwei Formen gefertigt — in Silber
(Preis 5 AI. pro Stück; Bedarf s000 Stück) und in
Gold (Preis 50 AI. pro Stück; Bedarf 200 Stück);

Preisuhren in zwei Größen, als perren-und
als Damenuhr (Bedarf 200 bzw. 500 Stück).

Lgroiiil des $ap. Kunstgkivcröevcnins.

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«ÄtkgLmeine Mereinsnachrrchken.

Vorstandswahl. Sn seiner Sitzung vom zz. Gktober
wählte der Ausschuß Prof. Ernst Pfeifer einstimmig zum
{. Vorsitzenden. Als 2. Vorsitzender verbleibt wie bisher Unter-
staatssekretär z. D. Prof. Dr. Georg v. UTayr. Zum z. Vor-
sitzenden wurde an Stelle des Bauamtmanns Bertfch, den Über-
häufung von Berufsarbeiten zur Niederlegung des Ehrenamtes
nötigt, Gemeindebevollinächtigter Ronrad Barth, Teilhaber
der Firma K. Barth & To. gewählt. Bauamtmann Bertfch
wurde als Ausschußmitglied kooptiert.

Lin Wettbewerb um künstlerische Ehrengaben, welche
seitens der Stadt München zum nächstjährigen Deutschen Schützen-
fest gegeben werden - vier kunstgewerbliche Gegenstände —,
wird demnächst unter den Mitgliedern des Aunstgewerbevereins
zur Ausschreibung gelangen. Es ist sehr erfreulich, daß der
schöne Erfolg, den der unter den Vereinsmitgliedern veranstaltete
Wettbewerb um den Perkomerpreis im letzten Jahr gehabt hat,
den Magistrat ermutigt hat, auch in diesem Falle sich der Ver-
mittlung des Bayerischen Uunstgewerbevereins zu bedienen.

verantw. Red.: Prof. £. Gmelin. — perausgegeben vom Bayer. Aunstgewerbeverein. — Druck und Verlag von R. Dldenbourg, München.
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