Restaurant „Zum Paulatierbräu" in München.
458. Restaurationssaal im paulanerbräu; Architekten: peilinaun & Littmann, München.
gewerbe da und dort, und Gemälde — ach, aber
was für gute Bilder! Ja, ich muß es sagen: sie
sind sogar — soferne sie von der pand des Kunst-
malers Professor Karl Wähler, hier, herrühren,
— der größte Schmuck des ganzen „Paulaner",
und kaum hat man sie gesehen, so kann man sie
sich schon gar nicht mehr hinwegdenken. Der beste
Beweis für ihre großen stilistischen, für ihre deko
rativen (Qualitäten, für ihre Wirkung an sich sowohl
als in raumschmückender pinsicht. Diese auch sehr
ansprechend goldig gerahmten Gemälde sind mit
einem Worte das malerische Leitmotiv der Interieurs,
der Säle, der Wände, und der Architekt darf sich
da bei dem Meister der Palette wohl bedanken.
Was die Bilder darstellen? Nun, es sind
Blumenarrangements, Körbe mit Blüten, Stilleben re.
—• doch auf die Sujets kommt es hier gar nicht au.
Vielmehr der gediegene Ton, auf den sie gestimmt
sind, der dunkle pintergrund, von dem die alt-
meisterlichen Farben roter und anderer Blüten sich
abheben, das Blitzen der Buckel von den Gold-
rahmen, die weißen Wände endlich machen des
Malers Gaben so köstlich. Auch das fei noch aus-
gesprochen: es sind nicht nur gute Bilder, die da
! herniedergrüßen auf Gäste und lachende Mädels, es
ist echte Münchener Kunst; diese Bilder kann man
i nur in München malen.
Wir schätzen übrigens die so rassigen, stilvollen
Darbietungen Professor Wählers noch um so höher
i ein, als sie einen gewissermaßen zwingen, über
! manches im „Paulanerbräu" wegzusehen, was bei
einer sorgfältigeren Redigierung der Ausstattung
j wohl besser weggeblieben wäre; die unglaublich kurzen
} Bausristen von heute sind eben nicht immer ein
Segen . . .
Doch weiter im Detail! Wir müssen also nun
in unsere Schilderung die ziemlich einfachen aber
ganz hübschen Beleuchtungskörper aufnehmen, deren
[ Gelb oder Ejsengrau sich von der Perspektive weißer
Gewölbe abzeichnet, sollten von deren Stuckverzie-
rungen reden, davon berichten, daß diese Decken im
I Erdgeschoß einmal durch einen braunen Polzplafond
j unterbrochen werden, dürfen dann und wann auch
die bunten Lichter farbig behandelter Glasflächen in
j unserem Bericht spielen lassen, denn wir begegnen
| im parterre wiederholt farbigen Fenstern, möchten
gerne ausführlicher das nette Eck, das Bildhauer-
Jul. Seidler mit einem Relief geschmückt hat, in
458. Restaurationssaal im paulanerbräu; Architekten: peilinaun & Littmann, München.
gewerbe da und dort, und Gemälde — ach, aber
was für gute Bilder! Ja, ich muß es sagen: sie
sind sogar — soferne sie von der pand des Kunst-
malers Professor Karl Wähler, hier, herrühren,
— der größte Schmuck des ganzen „Paulaner",
und kaum hat man sie gesehen, so kann man sie
sich schon gar nicht mehr hinwegdenken. Der beste
Beweis für ihre großen stilistischen, für ihre deko
rativen (Qualitäten, für ihre Wirkung an sich sowohl
als in raumschmückender pinsicht. Diese auch sehr
ansprechend goldig gerahmten Gemälde sind mit
einem Worte das malerische Leitmotiv der Interieurs,
der Säle, der Wände, und der Architekt darf sich
da bei dem Meister der Palette wohl bedanken.
Was die Bilder darstellen? Nun, es sind
Blumenarrangements, Körbe mit Blüten, Stilleben re.
—• doch auf die Sujets kommt es hier gar nicht au.
Vielmehr der gediegene Ton, auf den sie gestimmt
sind, der dunkle pintergrund, von dem die alt-
meisterlichen Farben roter und anderer Blüten sich
abheben, das Blitzen der Buckel von den Gold-
rahmen, die weißen Wände endlich machen des
Malers Gaben so köstlich. Auch das fei noch aus-
gesprochen: es sind nicht nur gute Bilder, die da
! herniedergrüßen auf Gäste und lachende Mädels, es
ist echte Münchener Kunst; diese Bilder kann man
i nur in München malen.
Wir schätzen übrigens die so rassigen, stilvollen
Darbietungen Professor Wählers noch um so höher
i ein, als sie einen gewissermaßen zwingen, über
! manches im „Paulanerbräu" wegzusehen, was bei
einer sorgfältigeren Redigierung der Ausstattung
j wohl besser weggeblieben wäre; die unglaublich kurzen
} Bausristen von heute sind eben nicht immer ein
Segen . . .
Doch weiter im Detail! Wir müssen also nun
in unsere Schilderung die ziemlich einfachen aber
ganz hübschen Beleuchtungskörper aufnehmen, deren
[ Gelb oder Ejsengrau sich von der Perspektive weißer
Gewölbe abzeichnet, sollten von deren Stuckverzie-
rungen reden, davon berichten, daß diese Decken im
I Erdgeschoß einmal durch einen braunen Polzplafond
j unterbrochen werden, dürfen dann und wann auch
die bunten Lichter farbig behandelter Glasflächen in
j unserem Bericht spielen lassen, denn wir begegnen
| im parterre wiederholt farbigen Fenstern, möchten
gerne ausführlicher das nette Eck, das Bildhauer-
Jul. Seidler mit einem Relief geschmückt hat, in


