Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 59.1908-1909

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Kopfleiste aus „Kind und Kunst" (Verlag Alex. Koch, Darmstadt).*)

Hermann (Keß^Sran.

-Grans Namep erscheint hier
nicht zum ersten Wale in diesen
Blättern; im Zusammenhang mit
den übrigen Gliedern des damals
(1(902) neugegründeten „Bundes
zeichnender Künstler" wurde sein
schaffen schon im 7. Pest des Jahrgangs fstOS,
5. \77 ff. einer Würdigung unterzogen. Inzwischen
ist Bek an die Nürnberger Kunstgewerbeschule be-
rufen worden und damit als Lehrer eingezogen in
eine Anstalt, die er einst selber als Lernender be-
suchte. In der Dürerstadt hat sich ihm eine sehr
vielseitige und sehr ersprießliche Tätigkeit nicht nur
erzieherischer Art eröffnet, und seine Arbeiten, die er
in einer größeren Ausstellung im Leipziger Buch-
gewerbemuseum vor einiger Zeit geschlossen dem
deutschen Publikum vorführte, haben längst allseitige
Aufmerksamkeit erregt und verschiedene umfang-
reichere Veröffentlichungen veranlaßt. Die folgen-
den Zeilen sollen vor letzteren, denke ich, etwas vor-
aus haben: den leisen Anhauch des persönlichen
Gindrucks, dessen Wert ja freilich oft unterschätzt,
manchmal geradeswegs geleugnet wird. Ich für
meine Person halte es aber nicht nur für ein schönes
Glück, daß mich die Vorbereitungen zu diesem Auf-
satz mit dem Künstler selber zusammenführten; ich

*) Die (Originale sämtlicher Abbildungen bis einschließlich
beite 25 sind von der ffand Bek-Grans.

*) Um der fortgesetzten Verwechslung mit Kollegen gleich-
wütenden Namens zu entgehen, hat der Künstler dem Namen

tcs Vaters (Bek) den Familiennamen der Ulutter (Gran) all.
Sefiigt.

; vgl. besonders <£. G. tvustmann, Archiv für Buch-
" e.r e 3 (lgog), und £j. Stegmann, Monatshefte für
Kunstgewerbe 5, 7 U907).

Kims und

bin mir auch wohl bewußt, daß ich diesem Um-
j stände das Beste und Wertvollste zu verdanken habe.

* *

*

Bek-Gran ist eine typische Künstlergestalt im
! Zeitalter zielbewußt und darum sieghaft gewordener
Gachkunst. Wie so mancher andere z. B. in der
Gegenwart von der Landschaft zur Wöbelarchitektur
gekommen ist, so hat er sich, von Pause aus zwei-
felsohne zum Genrebild in seltener Weise befähigt,
allmählich überall dort betätigt, wo graphische Kunst
irgendwie auf Verwendung rechnen kann. Gchon
jener frühere Artikel in „Kunst und pandwerk" wies
auf Beks unermüdlichen Fleiß hin, der ungezählte
Vignetten, Lchlußstücke, Zierleisten, Alphabete, un-
zählige Speisen-, Wein- und Tanzkarten, Plakate, Gatz-
umrahmungen und Textillustrationen hervorgebracht.
Die Liste könnte man indessen unschwer erweitern;
Ginladungs- und Gin-
trittskarten, Buchdeckel,

Gcken für Papierserviet-
ten, Rechnungs-, Brief-
und Zeitungsköpfe, Gx-
libris, Adressen, Kalen-
der, Neujahrsblätter,

Geschäftsempfehlungeu
und vieles andere noch
hat er mit nimmer-
müder pand und stets
erfindungsreichem Geiste
im Laufe der Jahre
buchstäblich über das
Land gestreut - die
Verbreitung seiner Ar-
beiten ist ja sehr groß
und keineswegs wie bei

\ —

Handwerk.

59- Iabrg. Heft

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