Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 60.1909-1910

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vom Büchermarkt.

tS4- Glasmosaik, Schmuck einer Toteukapelle auf dem Friedhof zu Luzern.

(Kinderbegräbnis — Lhriftus mit den Kindern — kranke Kinder); von Iof. v. Moos, Luzern (f. Text S. 97).

nachdrücklich genug betont werden. (Es ist keine
kleine Arbeit, taugliche Beispiele einerseits aus ganz
früher Zeit, über deren Geschränk uns nur mangel-
hafte bildliche Darstellungen unterrichten, zusammen-
zusuchen und anderseits aus der Überfülle des Mate-
rials näher liegender Jahrhunderte die Mahl zu
treffen. <£s sind weit über hundert Schrankformen
auf den Tafeln und im Text zur Darstellung ge-
langt, und es wird schwerlich einen Typus geben,
der darin nicht vertreten wäre. Die Tafeln unter-
scheiden sich vorteilhaft von anderen Bildwerkei: da-
durch, daß die Bilder sämtlich nach pandzeichnungen
hergestellt sind, über die man vielleicht in Einzel-
heiten rechten mag, die aber um so mehr jede
wünschenswerte Klarheit geben. Ähnliches kann
auch von den Rahmen gesagt werden; zeitlich ist ihr
Gebiet noch enger begrenzt, da es vor dein H5. Jahr-
hundert kaum in nennenswertem Maße das gab,
was wir heute darunter verstehen — höchstens Ein-
fassungen von Altarbildern. Um wieviel üppiger
sich der Rahmen nach Erfindung des Spiegelglases
entwickelte, wie er zur Zeit der Hochrenaissance mit
reichem Schnitzwerk versehen wurde und sich dann
zu den üppigen Phantasiegebilden der Rokoko- und
Barockzeit entwickelte, ist schon in den Tafeln Stufe
um Stufe zu verfolgen und wird durch den mit fast

ebenso vielen Bildern bereicherten Text nach jeder
Richtung ergänzt. 6.

ie Runstdenkmäler des 'Nönigreicbs Bayern.

Oberpfalz und Regensburg; Heft XV, Bezirks-
amt Amberg. Bearbeitet von Helix Mader,
München, Verlag R. Oldenbourg, H908. Preis
8 M.

Nachdem das Inventarisationswerk z. T. in-
folge der allzu innigen Verwachsung des „Bayer.
Nationalmuseums" mit dem „General-Konser-
vatorium" früher nur langsam vom Hleck rückte, ist
jetzt nach Trennung dieser beiden Ämter ein leb-
hafteres Tempo in die Veröffentlichung des gesam-
melten Materials gekommen. Das vorliegende „Heft"
— ein ganz ansehnlicher Groß-Oktav-Band von über
PO Seiten, einer ‘Karte, neun Tafeln und \25 Text-
Abbildungen — erhält seine Physiognomie haupt-
sächlich durch Schlösser und Burgen und durch die
kirchlichen Bauten samt ihrem Inventar an Kanzeln,
Grabsteinen, Altargerät, Reliefs. Namentlich unter
den letzteren finden sich mehrere ganz hervorragend
schöne Arbeiten. Me bisher sind die behandelten
Örtlichkeiten alphabetisch geordnet, während am
Schluß eine kunststatistische Übersicht beigefügt ist, die
in trefflicher Mise eine rasche Orientierung über

SS
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