Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 71.1921

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ist man, von gelegentlichen Entgleisungen und Ab- in Cöln, in Bamberg, in Stuttgart! In Cöln, in

irrungen in allzu abseitige Gebiete abgesehen, treu den heißen Sommertagen des Jahres 1914, kurz

geblieben. Der Werkbund hat seine unbestreit- vor Ausbruch des Krieges, wie platzten da die

baren Verdienste, er ist eine Notwendigkeit - Geister aufeinander! Im Rahmen der nicht eben

aber: seine jüngste Tagung in München ist nicht sehr guten und keineswegs im Sinne des idealen

ANTON HILLER, München Grauliche, mit bräunlicher Maserierung glasierte, Wandplatte

42 cm (Aus unserer Halle)

auf der Seite seiner Ruhmestaten zu buchen. Sie
war: inhaltlich erstaunlich dürftig und in ihrer
Kampflosigkeit, die schon beinahe Interesselosig-
keit genannt werden muß, beleidigend langweilig.

Unwillkürlich stellte man Vergleiche an. Man
gedachte jener ersten Werkbundtagung in Mün-
chen, man besann sich auf das Tagen in Dresden,

Werkbundgedankens ausgefallenen Werkbundaus-
stellung tobte das Rededuell zwischen Muthesius
und Van de Velde und ihrem beiderseitigen An-
hang: es ging um die typische und die individuelle
Gestaltung der Arbeit auf dem Felde der ange-
wandten Kunst, und man konnte fast glauben, die
Welt müsse darüber zugrunde gehen, wer nun

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