Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 76.1926

Page: 97
DOI article: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kuh1926/0107
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
Entwicklung des Aufrisses aus dem schlichten Grund-
riß macht Buchner seinen Bau so reich, daß er mehrere
charakteristische Hauptansichten bietet, daß jede dieser
Hauptansichten in sich geschlossen wirkt und die wirk-
same Ausprägung eines künstlerischenMotivs, einege-
schlossene Silhouette, darbietet.

Die Passionskirche folgt dem Schema der dreischif-
figen Basilika mit überhöhtem Mittelschiff, dreiachtel
Chor und südlich im Winkel zwischen Hauptbau und
Chor eingestelltem Turm. Eine interessante Variante
ist, daß das nördliche Seitenschiff in das Dach des

Hauptschiffes miteinbezogen ist, wogegen das süd-
liche in basilikaler Art vorgelagert ist.

Die Chorpartie ist ausgezeichnet durch das gute
Zusammenstehen von polygonem Chor und Turm.
Das Verhältnis der Höhen und Massen zueinander
garantiert jenen sicheren Rückhalt und Schutz, den
der Turm dem Chor gewährt, ohne ihn zu drücken.
Wichtig für den Zusammenklang beider Bauteile ist
die Angleichung, die der Chor in seinen einfachen
Mauerflächen und schlichten Streben an den geschlos-
senen Kubus des Turmes findet, nicht zuletzt dadurch,

97

4
loading ...