Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 78.1928

Page: 157
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Wachfung, eine ebenfolche glatte und glänzende Ober-
fläche zu erzielen, deretwegen der rein freskale Cha-
rakter diefe alten Malereien fo oft beftritten wurde.
Für die Enkauftik kommt Schmid zu der analytifch
ebenfalls sehr wohlbegründeten Anficht, daß hier bei
den Alten der Pinfel ein Hauptwerkzeug, die Farbe
alfo ftreichbar war. Wieder werden dann audi die
mittels der von Schmid erfundenen Elektro-Enkaufiik
erzielten Refultate als Beweis herangezogen. Leider
find nur Abbildungen antiker, nicht aber auch folche
SchmidTcher Malereien beigegeben. Das Buch bringt
auch erprobte Rezepte fürs Freskomalen, im Anfchlufi
daran das kößlidie Fragment hierüber von Mart. Knol-
ler, und zwifchendurdi mancherlei Wiffenswertes und
auch Amüfantes über antikes Kunftleben. Sachs will
»dem Künftler pofitive Refultate angewandter Mal-
techniken zeigen.« Das trachtet das fehr gut ausgeftat-
tete Buch durdi eine Reihe teilweife farbiger Abbildun-
gen auch nach technilch recht anfprechenden Werken
des Autors felbft zu unterftützen. Das literarifche Rüft-
zeug ift hier faft allzu knapp; in der berückfiditigten
Literatur fehlt fogar das Doerner'iche Buch über die
Malmaterialien. Doch befteht — demnach als unab-
hängige Konvergenz — Uebereinftimmung mit diefem
Autor in den wichtigften Ratfchlägen. Das Hifforifche
und allgemeinTheoretifche ift fehr kurz und apodiktifch
behandelt; die 87 Seiten enthalten faft nur fachliche
Befchreibungen der Malmaterialien und ihrer werk-
gerechtenVerwendung in den verlchiedenenTedmiken
von der Tafelmalerei bis zum Sgraffito. Die Glie-
derung des Stoffes innerhalb der einzelnen Abfchnitte
könnte logifcher, die Ausdrucksweife oft klarer fein.
Manche Widerfprüche und Unrichtigkeiten (z. B. 50 g
96% Karbolfäure zu ca. 800 g einer Tempera) dürften
auf Verfehen beruhen. Doch ift das Buch ficherlich an-
regend und belehrend fowohl für Maler, als auch für
Architekten und Kunftwiffenfchaftler. s. p.

WETTBEWERBE

Wettbewerb. In dem von der deutfchen Goldfchmiede-
zeitung (Verlag Diebener Leipzig) ausgefchriebenen
Wettbewerb für neuzeitlichen Emailfchmuck hat unfer
Mitglied HerrGewerbelehrer Friedrich Schmid-Riegel
in Nürnberg den erften Preis errungen. Zu dem Wett-
bewerb waren 02 ausgeführte Arbeiten und 1355 Ent-
würfe eingefandt worden.

Oeffenttiche Uhr an det Friedrich Ebcrtbriicke
in Mannheim / Oberhaudirektor Zizler

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