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fi. u n 0 t - ö l fl t t.
Dienstag, 16* April 1 8 3 3,
Kunstgeschichte.
Leben der ausgezeich n et sienMaler, Bild-
hauer und Baumeister, von Cimabue bis
zum Jahre i567, beschrieben von Giorgio
Vasari, Maler und Baumeister rc.
(Fortsetzung.)
Dürftig und unsicher sind die Nachrichten, welche
Vasari über AndreaTafi (S. 106-115) und Gaddo
Gaddi (114 — 122) beibringt, und der Mangel an
urkundlichen Schriften wird daher um so fühlbarer. Es
möge hier nur auf die Uebertreibungen hinsichtlich der
Angaben über die Musivarbeiten im Leben des erster»,
und auf die phantastische Ausschmückung im Leben des
zweiten hingedeutet werden. — Die Stiftung desVallom-
brofanerordens (S. 108) fand gegen 1.040 statt; wenig
später mag die Fa?ade von S. Miniato el Monte und
die nicht vollendete der Abtei unterhalb Fiesole seyn.
Die Kirche zu Empoli ist aus dem Jahr 1095. Hin-
sichtlich des Guido von Como (ebendas.) begeht Va-
sari einen bedeutenden Jrrthum in der Chronologie.
Er war ein Zeitgenosse des Niccola von Pisa, und dje
Jahrzahl an der Kanzel in S. Bartolommeo zu Pistoja
besagt 125O statt 1199. Sie ist mit acht Darstellungeu
in halberhobener Arbeit aus dem neuen Testament ge-
schmückt. — Ein Maler Vincino aus Pistoja (S. 111)
kommt unter denen vor, welche 1299 und 1500 im Campo
Santo arbeiteten, und wird in einer pisaner Urkunde erwähn-
ten Jahres: Vincinus pictor de Pistorio Filius Vannis ge-
nannt. Er lieferte damals für die Kapelle des Campo Santo
Maria mit dem Kinde, Johann Baptist und Johannes
Evangelista. 1325 finden wir einen Vicin0. Wahr-
scheinlich ist dieser Pistoiese derselbe, den Vasari inl^
Leben des Tafi und Gaddo Gaddi einen Pisaner nennt,
und welcher von Cimabue und Francesco von Pisa (Ma-
gister Franciscus pictor de s. Simone porte maris) 1501
unvollendet gelassenen Mosaiken beendigte. Die Inschrift
von 1521, welche Vasari anführt, wurde nach einem
Brande durch neuangebrachte Verzierungen verdeckt.
Von den Werken des Aretiners Margaritone
(S. 125 - 151) ist wenig mehr vorhanden, auch urkund-
lich ist er kaum bekannt, doch mag er mit Cimabue un-
gefähr auf derselben Stufe gestanden haben. — Die al-
ten Mauern von Arezzo waren vom Bischöfe Guido
Tarlati von Pietramala, welcher 1527 zu Maffa di Ma-
remma starb, erbaut worden, die neuen ließ Herzog
Cosmus errichten; wonach die Uebersetzung (S. 124) zu
berichtigen ist. Das von Vasari (S. 125) erwähnte
Cruciftr, das man noch guterhalten in einem der Sa-
kristei und dem Kapitel von Sta Croce gemeinsamen
Vorzimmer sieht, muß aus den Jahren 1201 — 1264
stammen. Die Uberti und mit ihnen Farinata wur-
den 1258 aus Florenz verjagt, wohin sie in Folge des
Sieges über die Guelfen bei Montaperti (4. Septem-
ber 1260) zurückkehrten. Farinata, den Dante im
X. Gesänge der Hölle feiert, war der einzige, wel-
cher sich in der Raths - Versammmlung der nach der
Schlacht in Empoli versammelten Ghibellinen dem Vor-
haben, Florenz zu zerstören, widersetzte. — Die Fettere
perugine erwähnen eines Bildes des Margaritone in S.
Francesco zu Perugia: der h. Franz, vor dem ans Kreuz
gehefteten Heilande knieend, mit der Jahrzahl 1272.
Die fleißigen Forschungen und scharfsinnigen Erör-
terungen des Herrn von Rumohr über das Leben und
die Werke Giotto's (S. 132 —175) haben manche
Zweifel und Unrichtigkeiten, welche sich in die Biogra-
phie diews großen Künstlers eingeschlichen, aufgehellt
und berichtigt, so daß hier nur noch für das Nachtragen
einiger Kleinigkeiten Raum seyn wtrd. — Daß die Bil-
der im Palaste des Podest« Bargello — (S. 154) über-
weißt wurden, ist bekannt: neuerdings hegt man die
Hoffnung, sie wieder Herstellen zu können, und dieses
älteste Bildniß Dante's würde mit dem wahrscheinlich
gleichzeitigen, welches der Wate Missirini nebst dem
der Beatrice in einem alten Code: der Laurenziana
entdeckt und bekannt gemacht hat, so wie mit dem von
Mafaccio in der Kapelle der Carmeliterkirche gemalten,
eine interessante Vergleichung darbieten. Nach Baldi-
nucci's unverbürgter Aussage soll Giotto den Corso
fi. u n 0 t - ö l fl t t.
Dienstag, 16* April 1 8 3 3,
Kunstgeschichte.
Leben der ausgezeich n et sienMaler, Bild-
hauer und Baumeister, von Cimabue bis
zum Jahre i567, beschrieben von Giorgio
Vasari, Maler und Baumeister rc.
(Fortsetzung.)
Dürftig und unsicher sind die Nachrichten, welche
Vasari über AndreaTafi (S. 106-115) und Gaddo
Gaddi (114 — 122) beibringt, und der Mangel an
urkundlichen Schriften wird daher um so fühlbarer. Es
möge hier nur auf die Uebertreibungen hinsichtlich der
Angaben über die Musivarbeiten im Leben des erster»,
und auf die phantastische Ausschmückung im Leben des
zweiten hingedeutet werden. — Die Stiftung desVallom-
brofanerordens (S. 108) fand gegen 1.040 statt; wenig
später mag die Fa?ade von S. Miniato el Monte und
die nicht vollendete der Abtei unterhalb Fiesole seyn.
Die Kirche zu Empoli ist aus dem Jahr 1095. Hin-
sichtlich des Guido von Como (ebendas.) begeht Va-
sari einen bedeutenden Jrrthum in der Chronologie.
Er war ein Zeitgenosse des Niccola von Pisa, und dje
Jahrzahl an der Kanzel in S. Bartolommeo zu Pistoja
besagt 125O statt 1199. Sie ist mit acht Darstellungeu
in halberhobener Arbeit aus dem neuen Testament ge-
schmückt. — Ein Maler Vincino aus Pistoja (S. 111)
kommt unter denen vor, welche 1299 und 1500 im Campo
Santo arbeiteten, und wird in einer pisaner Urkunde erwähn-
ten Jahres: Vincinus pictor de Pistorio Filius Vannis ge-
nannt. Er lieferte damals für die Kapelle des Campo Santo
Maria mit dem Kinde, Johann Baptist und Johannes
Evangelista. 1325 finden wir einen Vicin0. Wahr-
scheinlich ist dieser Pistoiese derselbe, den Vasari inl^
Leben des Tafi und Gaddo Gaddi einen Pisaner nennt,
und welcher von Cimabue und Francesco von Pisa (Ma-
gister Franciscus pictor de s. Simone porte maris) 1501
unvollendet gelassenen Mosaiken beendigte. Die Inschrift
von 1521, welche Vasari anführt, wurde nach einem
Brande durch neuangebrachte Verzierungen verdeckt.
Von den Werken des Aretiners Margaritone
(S. 125 - 151) ist wenig mehr vorhanden, auch urkund-
lich ist er kaum bekannt, doch mag er mit Cimabue un-
gefähr auf derselben Stufe gestanden haben. — Die al-
ten Mauern von Arezzo waren vom Bischöfe Guido
Tarlati von Pietramala, welcher 1527 zu Maffa di Ma-
remma starb, erbaut worden, die neuen ließ Herzog
Cosmus errichten; wonach die Uebersetzung (S. 124) zu
berichtigen ist. Das von Vasari (S. 125) erwähnte
Cruciftr, das man noch guterhalten in einem der Sa-
kristei und dem Kapitel von Sta Croce gemeinsamen
Vorzimmer sieht, muß aus den Jahren 1201 — 1264
stammen. Die Uberti und mit ihnen Farinata wur-
den 1258 aus Florenz verjagt, wohin sie in Folge des
Sieges über die Guelfen bei Montaperti (4. Septem-
ber 1260) zurückkehrten. Farinata, den Dante im
X. Gesänge der Hölle feiert, war der einzige, wel-
cher sich in der Raths - Versammmlung der nach der
Schlacht in Empoli versammelten Ghibellinen dem Vor-
haben, Florenz zu zerstören, widersetzte. — Die Fettere
perugine erwähnen eines Bildes des Margaritone in S.
Francesco zu Perugia: der h. Franz, vor dem ans Kreuz
gehefteten Heilande knieend, mit der Jahrzahl 1272.
Die fleißigen Forschungen und scharfsinnigen Erör-
terungen des Herrn von Rumohr über das Leben und
die Werke Giotto's (S. 132 —175) haben manche
Zweifel und Unrichtigkeiten, welche sich in die Biogra-
phie diews großen Künstlers eingeschlichen, aufgehellt
und berichtigt, so daß hier nur noch für das Nachtragen
einiger Kleinigkeiten Raum seyn wtrd. — Daß die Bil-
der im Palaste des Podest« Bargello — (S. 154) über-
weißt wurden, ist bekannt: neuerdings hegt man die
Hoffnung, sie wieder Herstellen zu können, und dieses
älteste Bildniß Dante's würde mit dem wahrscheinlich
gleichzeitigen, welches der Wate Missirini nebst dem
der Beatrice in einem alten Code: der Laurenziana
entdeckt und bekannt gemacht hat, so wie mit dem von
Mafaccio in der Kapelle der Carmeliterkirche gemalten,
eine interessante Vergleichung darbieten. Nach Baldi-
nucci's unverbürgter Aussage soll Giotto den Corso



