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Dienstag, 17. Dezember 1833.

Nekrolog badischer Künstler.

Friedrich Mosbrugger-

Geboren zu Konstanz am 19. Jänner iso4. Er war
ein Sohn des königl. württemdergischen Hofmalers Wen-
delin Mosbrugger, der noch in jener Stadt lebt. Schon
den regsamen, lebendigen Knaben beherrschte ein unwider-
stehlicher Hang zum Zeichnen, und wahrend der Lehr-
stunden beschäftigte er sich häufig damit, seine Lehrer und
seine Mitschüler unbemerkt zu portraitiren. Als er einst
in den Career gesetzt wurde, bekritzelte er alle Wände mit
Köpfen, Figuren, Schlachten rc. Die Ereignisse jener
Zeit lenkten seine ganze Aufmerksamkeit auf die Tages-
geschichte; er entwarf alle Schlachten gegen Napoleon und
dazwischen die Faustkämpfe seiner Kammeraden. Das
kriegerische Mittelalter sprach ihn nicht minder an und
gab ihm reichen Stoff für seinen Crayon. Als der Vater
den unzweifelhaften Beruf des Knaben erkannte, führte
er ihn selbst zur Kunst an und hatte bald Ursache, sich der
ersten Fortschritte seines Sohnes zu freuen. Später zeich-
nete er viel bei der trefflichen Elleurieder und besuchte
dann im Zahr 1821 die Akademie in München, wo sein
Genie sich vollends entwickelte. Bald entschied er sich ausschlie-
ßend für die sogenannte Genremalerei. Das heitre Künst-
lerleben sagte seinem rührigen, beweglichen Geiste un-
gemein zu, er weilte gern im Kreise froher Freunde, die
er durch drollichte Einfälle und eine unzerstörbare gute
Laune zu ergötzen wußte, doch verwickelte ihn seine Leb-
haftigkeit auch manchmal in Händel, die zum Glücke für
ihn nie traurige Folgen nach sich zogen. Im November
1826 ging Mosbrugger von München nach Carlsruhe,
um hier eine Menge angefangener Bilder für die Kunst-
Ausstellung im Mai des nächsten Zahres zu vollenden,
wo sie die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich zogen. Es
befanden sich darunter der Bockkeller, der Invalide,
der Tänzer, der Brettspieler, die Kameraden,
mehrere Portraite. In allen sprach sich die schönste Gabe

lebendiger, geistreicher Auffassung und genialer Behaus
lung unverkennbar aus.

Im Herbste 1827, nachdem Mosbrugger noch zuvor
in dem von ihm geliebten Vadenweiler Landschaftsstudien
gemacht, trat er die Reise nach Italien an. Im Gebirge
bei Bologna, als er eben einen Sonnenuntergang betrach-
ten wollte, wurde er von zwei Räubern überfallen, die
seine Börse forderten, und nachdem sie diese erhalten, ihm
besseres Glück für den Fortgang der Reise wünschten.
Mosbrugger versicherte nachher oft, die Kerle seyen so
prächtig und so höflich gewesen, daß er sie gern gezeichnet
hätte, wäre er nicht durch die vorgehaltenen Pistolen
gehindert worden. Indessen entwarf er doch eine flüch-
tige, ausdrucksvolle Skizze von dieser Scene.

In den ersten Tagen des Decembers langte er in
Rom an. Hier lebte er ganz der Kunst, wie aus der Menge
von Zeichnungen und Gemälden hervorgeht,- die er aus
Italien nach der Heimath mitbrachte. Er besuchte die
französische Akademie, studirte die Kunstschätze, noch mehr
aber das eigenthümliche Leben und Treiben des Volkes
unter jenem schönen Himmel. Es ist ein eigenthüm-
licher, achtungswerther Zug im Charakter unsers Künst-
lers, daß der strenge Tadel, den er dort oft von Künst-
lern erfuhr, ihn weder niederdrückte, noch seine Eigen-
liebe verletzte. So schrieb er einst nach Hause: „Vater
Koch nimmt ein warmes Interesse an mir, aber er sagt
mir auch die Meinung frei heraus; dabei kann man aber
vorwärts kommen?'

Koch rieth ihm oft, in Italien zu bleiben; allein die
Heimath zog ihn zu mächtig an.-Der Genremalerei blieb
er treu, doch verlor er sich nicht in's Niedrige und Gemeine,
sondern wählte meist Gegenstände, welche neben dem Charak-
teristischen auch ein rein menschliches.Interesse gewährten.
Zugleich versuchte er sich mit schönem Erfolg in der Land-
schaft. Die heißen Sommermonate des Jahres 1328
brachte er im Sabinergebirge zu, meist in Civitella und
Olevano, wo er zahlreiche Studie» verfertigte. Im Herbste
desselben Jahres ging er nach Neapel, welches »hm den
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