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Nro. 5.

Kunst-Blatt.

Gedächtniß-Münze

auf die Wiedervereinigung S. M. des Königs von Sachsen
mit seinen Unterthanen den 7. Juni l8i5.

(Zur Erklärung des Kupfers.) °^)

Es ist gewiß der Wunsch vieler treuen Sachsen gewesen,
eine so folgenreiche und rührende Rückkehr, als die des allge-
liebten Landesvaters war, auch durch eine einfach sprechende
Gedachtnißmünze festgehalten zu sehen. Mit ihm erschien
allen Sachsen ein neuer Stern des Heils und der Hoffnung.
Bedarf es nun gleich für jetzt keines Denkmals in Metall
oder Stein, da dieser Tag auf immer Jedem, der ihn erlebte,
in der Brust eingegraben bleibt; so hat doch auch die spätere
Enkelwelt ihre Rechte. Und für diese mag eine so merkwür-
dige Epoche auch in der Saxonia nmnismatica eine würdige
Denkmünze erhalten. Die, welche in vorstehendem Kup-
ferstich abgebildet ivurde, scheint diesen Zweck auf eine wür-
dige Weise zu erfüllen, und darf wol in keiner Sammlung
fehlen.

Derselbe geschickte Stempelschneider, dem die sächsische
Numismatik schon eine ganze Reihe wohlausgeführter Mün-
zen verdankt, **) der KammermusikuS C. M. H öckner,

0 Da die vor mehrern Jahren angefangenen numisma-
m a t i scy e n A n n a l e n von Schlichtegroll, welche
zur Abbildung und Erklärung merkwürdiger neuer Ge-
dächtnißmünzen mit bestimmt waren, nicht fortgesetzt
worden find; so soll dies künftig im Morgen bl alte
geschehen.

) Schon können zu dem durch Vollständigkeit und Ge-
nauigkeit stch empfehlenden kritischen Verzeichnisse
aller bekannten d u k a t e n f b r m i g e n G 0 l d m ü n-
mnnzen der Albertinischen Hauptlinie von
Abbe B a u m g a r t e « i u D r e s d e n (Dresden, W a l-

hat diese Münze mit bestem Erfolg gearbeitet. Es tvar sehr
zweckmäßig, zur Zierde der Vorderseite den König, nebst
der Königinn undPrinzessinn Auguste neben einander als
Capiu jugata, um in der Münzsprache zu reden, aufzustel-
len. So zeigt uns die Vorderseite die drei) Häupter, die je-
dem Sachsen das Thenerste sind, den König von derKöni-
ginn und Prinzessinn August« in die Mitte genom-
men, ein Dreygestirn, voll Bedeutsamkeit und guter Verkün-
digung. Zn der Erergue steht die Tag-undZahres-Angabe.

Umschrift; Glück liehe Zurückkunft zuäachscns
Freude. Die sprechendste, edelste Portraitähttlichkeit ist in
allen drey Profilen bis jetzt von Jedem, der diese Münze sah,
gefunden worden, und schon darum mag sie Vielen sehr will-
kommen sepn.

Zu der schon im Voraus bestimmten Umschrift auf der

Rückseite;Giüclc derzeit durch Glauben, Liebe,
Hoffnung, musste ein anständiges, nicht überladenes, sich
leicht aussprechendcs Münzbild' gefunden werden. Man
schlug dazu die auf mehrern neu-römischen Münzen vorkom-
mende, * *) dem Alterthum abgeborgte Erquickung der
Zeit, Hilaritas temporum, vor, eine weibliche Figur mit
dem Füllhorn in der Linken, dem aufrechrstehenden Palm-
zweig in der Rechten, mit zwey hocherfreuten Kindern, auf
bevden Seiten zu ihr hinauflangend, umgeben. Man durfte
so nur noch den Anker der Hoffnung der gesenkten Linken an-
fügen, und die Allegorie war ohne Ueberfüllung zur Genüge

ther 256 S. in 8. 1812) wo alle Höckner'sche Arbei-
ten verzeichnet stehen, einige Zusätze, die seit dein Jahr
1812 hinzukamen, bepgesügt werden.

*) Z. B. in Bonanni Nuinismata pontificum Romano-

rum T. I. p. 90. n. XX.
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