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lenffande geben, inbegriffen ist, wird bep Beendigung des
Werkes, wenigstens den Subscribenten unentgeldlich nachge-
liefert. Der Preis ist für die Arbeit sehr mäßig. — Un-
ter den bis jetzt erschienenen Gegenständen begnügen wir
uns, nebst obenangeführter Abbildung des orientalischen Stof-
fes des sogenannten Hemdes der heil. Jungfrau, noch folgen-
de zu bemerken: Stoff aus Seide und Gold ans dem neun-
ten Jahrhundert in einem Grabe in der Abtey 6t. Gcrmain
des Pres gefunden. — Für aus dem zehnten Jahrhundert
geachtete Statuen Clo vis k. und der Königin» Clotilde;
viele andere Statüenfränkischer Könige; — das Bild Karl
des Kahlen aus dem ihm selbst zuständig gewesenen Gebet-
buch oder Horen - Manuskript; — Falkeniere und das Bild
KaiserFriedrich desZwepten aus dem gleichzeitigenMa-
nufcript: die Jagdkunst; — Glasmahlerepen aus mehrern
Epochen vom zwölften Jahrhundert an: — manchfaltige
architektonische Monumente, darunter ein auch durch seine
Arabesken merkwürdiger angehender Spitzbogen von ii65 in
der alten Kathedralkirche zu Perigueur; — die Federzeich-
nung eines Fensters des Köllner Doms, die bekanntlich Hr.
Boiss«r«' e zu Entdeckung und Ankauf zweper in Paris be-
findlich gewesener Urbaurisse des herrlichen Gebäudes führ-
reu; — aus dem fünfzehnten Jahrhundert rst besonders ein sehr
schönes Bild von P hilipp dem Guten gegeben; aus die-
sem Jahrhundert und dem sechzehnten mehrt sich natürlich
die Menge der Gegenstände und man erblickt den Umschwung
und Reichthum der Kunst.

Zwey andere Werke Wille min's, das eine: Costu-
mes civils et militaires des peuples de l’antiquite', das
andere Paralleles des peintures et sculptures antiques et
du moyen äge, in welchem letzteren auch viele orientalische
Vergleichgegenstände ausgenommen sind, lohnen nicht weni-
ger die Aufmerksamkeit der Kenner und Liebhaber, sowol
durch die abgebildeten Gegenstände, als die Ausführung,
die das nämliche Lob wie obiges Werk verdienen.

Da diese Kunstunternehmungen Willemin's in die
Zeiten fielen, wo der Druck des Kontinentalsvstems und
überhaupt das Joch, das auf dem festen Lande Europa's
lastete, am unerträglichsten war, und Lust und Willen an al-
len auf Muße und Wohlstand berechneten Lilteratur- und
Kunstwerken erstickte, rmd dann die eben auch nicht sogleich
das Wiederaufblühen erlaubenden Glücksmechfel, so erwünscht
und reich an guten Folgen sie auch waren und noch sevn
werden, eintraken, so zog bis jetzt Willemin nicht allein
noch nicht den verdienten Vortheil aus seinen Arbeiten, son-
dern sie wurden ihm zur Quelle niancher peinlichen Ver-
legenheit, so daß er sich selbst genöthigt sah, sein eigen Kunst-
kabinet zu verkaufen. Auch sonst harte das Schicksal schwer
auf ihm gelastet, die Gattinn früh geraubt, und der spani-
sche Krieg den hoffnungsvollsten von zwey Söhnen, während
durch anhaltende Arbeit Willemin selbst mit Nervenleiden
kämpft.

Möge unsere Mittheilung dazu beytragen, dem wackern
Mann Aufmunterung und Abnehmer unter den so zahlrei-
chen und einsichtsvollen Kunstfreunden Deutschlands zu er-
werben.

rung römischer Alterthümer.

Aus Strasburg.

(B e s ch l u ß.)

Aber nicht ohne Kampf wich der nächtliche Eber der
Diana den gebändigten Tigern des Gottes der Kultur und
dem Leuen der Cybelischen Ceres. Alle Helden Griechen-
lands mufften sich vereinen, um jenen, in den Calydonischen
Gefilden, zu erlegen und noch 'herrschte er im Westen der
Ebern- Insel (so nennen die Inder das Land der Tochter
des Phönir, Europa) als ^ie Druiden Menschen schlachteten
und Apoll die keltischen Schaaren um seinen Göttersitz in
Delphi niederdonnerte. Vielleicht bezieht sich die indische
Avatare (Verkörperung) Wischnus, als Eber, der die Weitaus
seinem Hauer halt, auf einen früher» Einfall derselben Welt-
stürmer; die sogar dem Orient zugleich mit einigem verdun-
kelten Lichte einer zertrümmerten Urwelt jenen Gott des
Todes und der Zerstörung gebracht haben dürften, der
auch auf ägyptischen Denkmälern, ein ganzes Menschen-
geschlechts niederhauend, dargestellt ist, und aus welchem
dort erst nach und nach wieder der mildere und allumfas-
sende Gott geworden zu seyn scheint, dessen Begriff aber
gewiß der ursprüngliche war, und sich auf heiligern Höhen
reiner erhalten haben konnte. Auf dem Felsendenkmal der
Tonne heißt der Löwe der kriegerische, BcUicus, und der
Eber Surbur, was derselbe Namen seyn könnte, den die
nordische Edda Surtur schreibt und als den Götterfeind be-
zeichnet; denn lang sind die unterirrdischen Götter die Feinde
der überirrdischen, bis die stets wohlthätige Wirkung des
Göttlichen richtig erkannt, der Kampf mit dem schlechten
dahin versetzt wird, wohin er gehört, nämlich in unfern eig-
nen Busen, und, nach freudigem Siege,

Iris mitten durch die Hölle
Ihren schönen Vogen zieht.

Dann ist Proserpina gefunden, erlöst, von den Cabiren
gereinigt, und dient, als fromme Tochter und Zeuginn ih-
rer Herrlichkeit, der großen Mutter, die nun die Göttin»
der Kultur, ja, als Jfis, die Natur selbst und die Gattinn
des großen Freudengebers wird; statt daß diese Mutter vor-
her die stpgische Juno, die nordische Hertha und die indische
Cali, überhaupt der stpgische Wahn, der Fanatismus und
der Aberglauben, war, welchem von der Nordsee und von
Carthago, bis an die Mündungen des Ganges, und viel-
leicht ehedem auch in Griechenland, Menschenblut in Strö-
men floß. Hier wich die saturnische Herrscherinn, obwol
ungern, den hellenischen Göttersöhnen; im übrigen Europa
und selbst in Afrika bekämpften sie die von den Etruskern
belehrten Römer, die den Galliern, wie den Carthagern,
die Menschenopfer uutersagten; aber selbst das Christenthum
konnte sie nicht ganz verjagen, und noch ist Ruhm zu erwer-
' den im .Kampfe des Lichts gegen die Finsternis); diese besteht
aber nicht im Glauben an das Geistige und seine Weltum-
fassenden Wirkungen; sondern im Mißdeuten seiner Macht
und seiner Bedeutung; so ertönt, vom heiligen Berge das
Orakel Ciriuna's, in deren Heiligthum vielleicht auch in
der Zukunft wieder das Geheimniß der Identität der Ceres
und der Hekate, des Natürlichen und des Wundervollen, ge-
lehrt werden dürfte.

Druckfehler.

In Nro. 13. Sette 51. 2te Spalte 7U Linke von unten
lies N 0 t h z u ch t, statt Unzucht.
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