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Nro. 18

Kunst-Blatt.

Bacchtsches Marmorrund.

(Mit einem Kupfer.)

Dieses Denkmal bekannt zu machen, veranlasst mich we-
niger der Inhalt der Zeichnung, als die Form des Werkes,
die bisher, so viel mir bekannt, noch nicht beachtet worden
iss. Nicht einmal erwähnt erinnere ich mich diese marmor-
nen runden Platten gefunden zu haben, welche, mir Bacchi-
schen Göttern und Gegenständen bezeichnet, vermuthlich an
irgend einem heiligen Ort aufgehängt oder ausgestellt wur-
den, zu keiner andern Bestimmung, als jede Abbildung
festlicher und geheiligter Gegenstände hat; in dieser beson-
deren Form aber durch irgend eine Zufälligkeit der Einrich-
tungen, nach denen die Alten vielfältige Arten, die Götter
und was sich darauf bezog, vorzustellen, mit einander ver-
banden.

Die Vorstellung selbst ist indessen nicht unbedeutend.
Der Vater des Dionysos, ein sehr häufiger Gegenstand der
Bacchifchen Werke, ist hier größer und mehr ausgeführt
und ausdrucksvoller, als in den gewöhnlichen zusammenge-
setzten Vorstellungen. Uebrigens sehen wir die Abbildung
einer Maske vor uns, in welcher Gestalt, nach einer son-
derbaren Abkürzung, die Götter häufig gebildet wurden. *)
Auch die Rückseite bietet etwas Beachtenswerthes dar. Diese
Mänade, (sicherlichkeine von denen, wovon S appho sagte:
Manade, die nicht trunken, was willst du mir?) ist, so
häufig die Mänaden mit dem Messer verkommen, die ein-
zige mir bekannte, die ein menschliches Haupt der Altar-
flamme übergibt und dadurch an die Zeiten der Einführung
dc's Bacchifchen Dienstes erinnert, wo, nach Ap oll odo r, die
Argivischen Weiber in der Wuth die säugenden Kinder ver-
zehrten und Agave ihren Vater zerstückle; wenn man sie
nicht für Agave selbst halten will, welche auf andre Weise
den Kopf des Pentheus haltend mehrmals vorkommt.

*) Zoeg. Bassif. Tav. XV; wo unter andern eine Am-
monsmaske vorkommt. Bacchische Masken steht man
zahllos, z. B. bey Bacchifchen Zügen, das. Tas. LXXVII.
Millin. Gal. LXIX. vgl. XLIX. 3o2. LXIII. LXIX.
LXX. 267. LXXI. 222. LXXXI. 327. Zoeg, 1. c.
T. IV. 527. Sehr häufig sind dergleichen an Ecken der
Sarkophage angebracht; und als Verzierung an allen
Arten von Denkmälern. Eine Opferspende vor einem
Ammonskopf enthalt eine Gemme von Maffei, bey
Montfauc. T. 2. pl. 74. 2. Auf einem Altar liegt
eine Maske, die ein Satyr verehrt. Leger. Thes.
Brand. 1723. Masken von Bacchus, ipilen und einem
Satyr in den Ancient terracolt. of Ihe British Mus.
Xro. 62. Das. Nro. 66. ein Äopf des Ammon in
Relief.

Von ähnlichem Inhalt sind mehrere Werke dieser Art,
deren Beschreibung ich aus Zo eg a's Papieren mittheilen wer-
de. Es befindet sich nämlich:

1) Eins im vaticanischen Museum (im innern Hof),
wo auf der einen Seile eine Manade ist im Orgasmus,
tanzend, mit rückwärts geworfenem Haupt, die Arme weit
auseinander; ,auf der andern ein brennender Altar im
Schallen zweyer Bäume.

2) Auf einem andern im Kirche r'schen Museum, welches
neuerer Zeit in zwey Platten ausgeschnitten, und auf Schie-
fer gezogen worden, ist auf der einen Seite ein Pan, mit
am Hals gebundner und über die linke Schulter flatternder
Ncbris, in seiner gewöhnlichen Bewegung. Er nähert sich
einem Altar von Feldstein und gießt ein Nhyton über die
Flammen desselben aus, indem er in der linken Hand ein
Pedum hält. Auf der andern Seite ein junger Satyr, der
auf den Fußzehen mit fast geschloffenen Beinen stehend, die
Rechte über einen ähnlichen Altar ausstreckt.

3) Pan sitzend bläst die Syrinr. Daneben ein ländlicher
Altar, das ist ein Feuer auf einem rohen Felsstück bren-
nend. Auf der andern Seite ein Delphin. Dreß Stück,
das Z 0 e g a unter den bey der Ausgrabung am See von
Pontano, der Stätte des alten Gabii, gefundenen Alter-
thümern 1792 sah, ist nachher verschwunden.

4) Ebendaselbst sah er ein ähnliches Stück, das nachher
1795 wieder unter den Alterthümern des Bildhauers Pacetti
vorkommt; (denn so sehr stimmt die Beschreibung überein,
daß ich an der Einerleyheit nicht zweifle.) Auf der einen
Seite ein Korb ohne Deckel, worauf zwey Masken stehen,
eine weibliche mir der Stephane und eine von einem
Satyr. Auf der andern Seite Bacchus nackt mit Ko-
thurnen, Thyrfus, den Peplos auf dem Arm, neben ei-
nem brennenden Altar aus gehäuften Feldsteinen.

5) Ein andres solches Rund, das 1791 im Thal von
Lariccia ausgegraben worden, besaß der portugiesische Ge-
sandte Graf Susa. Auf der einen Seite ein junger Satyr
mit kurzen gesträubten Haaren, menschlichen Ohren, und
einem großen auf der Brust geknüpften und hinten herab-
hangendem Fell, nach den großen Tatzen, nicht von einem
Panther, sondern von einem Löwen. Er lauft mit
emporgerichtetem Blick, den Kopf auf die Schulter gewor-
fen, indem er einen dünnen etwas gekrümmten, mit einer
flatternden Vitta geschmückten Stab, mit einem Thyrsus-
knopf von Epheulaub nachlässig an die linke Schulter an-
lehnt, rechts nach einem Altar zu, der, gleich den übrigen,
aus rauhen Felsstücken ist, und sich hier mit der hintern
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