stark verstümmelten Metspen vom Theseustempel würde
er einige Störung (8iusi-i.aniiq. d’Athenps III. >. j5. g.)
jenes Satzes gefunden haben, den er nächst dem schönen
und acht-griechischen, aber von keinem sichern Kennzeichen
aus PhidiaS Zeit begleiteten, albanischen Relief nur auS
einigen ziemlich jungen Vasenbildern begründet (?- 7i.
not. 6).
Wir könnten diese Fragen weiter fortsetzen, wir
könnten zu wissen begehren, was denn dem PrariteleS
bei) allem Einfluß dieses Künstlers auf die Ausbildung
des Styls eine Berechtigung verschaffe, bey dem Vers,
durchgängig auch einen Wendepunkt des Kunstgebrauches
zu bezeichnen, warum ihm ähnliches für den Kaiser Ti-
tus nothwendig geschienen, aus dessen Zeit wir aller-
dings die herkulanischen Gemälde überkommen haben,
was es endlich mit den lezten Kaiserzeiten auf sich habe,
deren eklektische Willkür doch allzugering steht, um nach
einer zweyten Periode von Phidias dis Hadrian, eine
vierte von Karakalla bis Konstantinus anzunehmen. Bil-
lig aber enthalten wir uns solcher Fragen bei) einer so
auspruchlvsen und hauptsächlich ihres Verfassers wegen
bcachtungswcrthen Schrift, der wir bey einer künftigen
Ausführung eine umsichtigere mythologische und kunstge-
schichtliche Grundlage lieber weissagen als anwünschcn
mögen. Eine mythologische sagen wir; denn was frommt
es die Folge der zwölf Thaten aus den römischen Bild-
werken zusammenzustellen, ehe wir uns über den Zeit-
punkt verständigt haben, in dem diese bekannten zwölf
nach langer früherer Willkür künstlerischer und religiöser
Auswahl herrschend geworden waren? Vor allem aber
eine kunstgeschichtliche im weitern, nicht blos auf die
Kennzeichen der stylistischen Ausführung, sondern, und
bey Werken so häufiger Nachahmung ganz besonders, auf
das Verdienst der Anordnung gerichteten Sinne. Aller-
dings ist die Vernachlässigung dieses lezteren Gesichts-
punktes so gewöhnlich, den Künstlern selbst noch mehr
als Kunstfreunden und Kunstgelehrten, daß er dermalen
niehr gewünscht als gefordert werden kann. Zum Vor-
wurf kann es dem Vs. bey dieser Probschrift höchstens
gereichen, daß er das von Zoega nicht obne Willkürlich-
feit in des Kommodus Zeit berabgesezte albanische Becken,
dessen reine Komposition selbst bey so später Ausführung
Lob verdienen würde, ohne Weiteres zum Beweis des
zwischen Hadrianus und Karakalla gültigen Knnstge
brauchs amvendet (S. 15); einen Schritt weiter lag es,
die gehäufte Komposition der kapitolinischen Ara jenen
hvchklingenden Zeitbestimmungen entgegenzusetzen, welche '
dies, Denkmal bald vor Phidias, bald in des Polvkletus
Zeit versetze», zu welchem lezteren, Viscontischen Ilrlheil
denn au», gegen Autoritäten allzu gutwillig, der Verf.
sich bekennt (S. 53).
Nach allen diesen Ausstellungen wünschen wir dem
Verfasser zu seinen archäologischen Bemühungen Glück;
möge es ihm an Beharrlichkeit und Hülfsmitteln nicht
fehlen, in künftigen Schriften über seinen ersten Versuch
hinauszngehen! Nicht nur von jener Vilderscheu, welche
vielen Alterthumsgelehrten die Denkmäler alter Kunst
so fern hält als eine ähnliche Buchstabenscheu vielen
Künstlern den befruchtenden Anhauch der Poesie, ist er
weit entfernt; auch in der Auswahl seines Gegenstandes
nach Hauptklassen alter Denkmäler ist er gesicherter kür
das Gedeihen archäologischer Forschung, als er bey will-
kürlicher Erklärung irgend eines vereinzelten Denkmals
gewesen wäre.
H. K. G.
Baukunst.
Denkmale deutscher Baukunst des Mittelalters am
Oberrhein. In lithoaraphirken Abbildungen mit
erläuterndem Tcrtc. Bon einem Vereine vater-
ländischer Kunstfreunde hcrausgegeben. Iweyte
Lieferung, das Münster zu Freyburg. Karlsruhe
und Frcyburg in der Herdcr'schcn Kunst» und
Buchhandlung gr. Folio. Der Tcrt in 8.
Diese zweyte Lieferung ist eben so gelungen ausge-
fallen, als die erste, welche den Don: zu Konstanz
enthielt. Die lithographischen Abbildungen auf drepzehn
Tafeln sind von demselben Künstler, wie die ersten,
welcher sich nur mit J. B. bezeichnet,'. Hier wie dorr
machen die Abbildungen die Hauptsache aus, welche sehr
rein gezeichnet, nett in Cvnturen ausgesührt, und des-
wegen auch dem Mellcrischen Werke gleich zu stellen sind.
Auf dem ersten Blatte ist der Grundriß der Kirche und
des Thurnies mit seinen verschiedenen Stockwerken.
Blatt 2 und 3 geben den vorder« Aufriß des vortreff-
lichen Thurmes mit seiner reich geschmückten Vorhalle.
Blatt g und 5 geben die bepden Seitenaufriffe der Kirche,
Blatt 6 die verzierten Giebelfelder und Schiniegen.
welche sich an der Außenseite des Chorumganges bessn
den. Blatt 8 und 7 das vordere Hauptporial unter dem
Thurm, welches nebst der Vorhalle an den Inneren
Seitenmauern des Thurms, durch Reichhaltigkeit der
Figuren, und sinnreiche Anwendung derselben, fast alle
ähnlichen Arbeiten des deutschen Kunstfleißes übertriffi,
und so viel unS bekannt, nirgends so treu dargestelir
er einige Störung (8iusi-i.aniiq. d’Athenps III. >. j5. g.)
jenes Satzes gefunden haben, den er nächst dem schönen
und acht-griechischen, aber von keinem sichern Kennzeichen
aus PhidiaS Zeit begleiteten, albanischen Relief nur auS
einigen ziemlich jungen Vasenbildern begründet (?- 7i.
not. 6).
Wir könnten diese Fragen weiter fortsetzen, wir
könnten zu wissen begehren, was denn dem PrariteleS
bei) allem Einfluß dieses Künstlers auf die Ausbildung
des Styls eine Berechtigung verschaffe, bey dem Vers,
durchgängig auch einen Wendepunkt des Kunstgebrauches
zu bezeichnen, warum ihm ähnliches für den Kaiser Ti-
tus nothwendig geschienen, aus dessen Zeit wir aller-
dings die herkulanischen Gemälde überkommen haben,
was es endlich mit den lezten Kaiserzeiten auf sich habe,
deren eklektische Willkür doch allzugering steht, um nach
einer zweyten Periode von Phidias dis Hadrian, eine
vierte von Karakalla bis Konstantinus anzunehmen. Bil-
lig aber enthalten wir uns solcher Fragen bei) einer so
auspruchlvsen und hauptsächlich ihres Verfassers wegen
bcachtungswcrthen Schrift, der wir bey einer künftigen
Ausführung eine umsichtigere mythologische und kunstge-
schichtliche Grundlage lieber weissagen als anwünschcn
mögen. Eine mythologische sagen wir; denn was frommt
es die Folge der zwölf Thaten aus den römischen Bild-
werken zusammenzustellen, ehe wir uns über den Zeit-
punkt verständigt haben, in dem diese bekannten zwölf
nach langer früherer Willkür künstlerischer und religiöser
Auswahl herrschend geworden waren? Vor allem aber
eine kunstgeschichtliche im weitern, nicht blos auf die
Kennzeichen der stylistischen Ausführung, sondern, und
bey Werken so häufiger Nachahmung ganz besonders, auf
das Verdienst der Anordnung gerichteten Sinne. Aller-
dings ist die Vernachlässigung dieses lezteren Gesichts-
punktes so gewöhnlich, den Künstlern selbst noch mehr
als Kunstfreunden und Kunstgelehrten, daß er dermalen
niehr gewünscht als gefordert werden kann. Zum Vor-
wurf kann es dem Vs. bey dieser Probschrift höchstens
gereichen, daß er das von Zoega nicht obne Willkürlich-
feit in des Kommodus Zeit berabgesezte albanische Becken,
dessen reine Komposition selbst bey so später Ausführung
Lob verdienen würde, ohne Weiteres zum Beweis des
zwischen Hadrianus und Karakalla gültigen Knnstge
brauchs amvendet (S. 15); einen Schritt weiter lag es,
die gehäufte Komposition der kapitolinischen Ara jenen
hvchklingenden Zeitbestimmungen entgegenzusetzen, welche '
dies, Denkmal bald vor Phidias, bald in des Polvkletus
Zeit versetze», zu welchem lezteren, Viscontischen Ilrlheil
denn au», gegen Autoritäten allzu gutwillig, der Verf.
sich bekennt (S. 53).
Nach allen diesen Ausstellungen wünschen wir dem
Verfasser zu seinen archäologischen Bemühungen Glück;
möge es ihm an Beharrlichkeit und Hülfsmitteln nicht
fehlen, in künftigen Schriften über seinen ersten Versuch
hinauszngehen! Nicht nur von jener Vilderscheu, welche
vielen Alterthumsgelehrten die Denkmäler alter Kunst
so fern hält als eine ähnliche Buchstabenscheu vielen
Künstlern den befruchtenden Anhauch der Poesie, ist er
weit entfernt; auch in der Auswahl seines Gegenstandes
nach Hauptklassen alter Denkmäler ist er gesicherter kür
das Gedeihen archäologischer Forschung, als er bey will-
kürlicher Erklärung irgend eines vereinzelten Denkmals
gewesen wäre.
H. K. G.
Baukunst.
Denkmale deutscher Baukunst des Mittelalters am
Oberrhein. In lithoaraphirken Abbildungen mit
erläuterndem Tcrtc. Bon einem Vereine vater-
ländischer Kunstfreunde hcrausgegeben. Iweyte
Lieferung, das Münster zu Freyburg. Karlsruhe
und Frcyburg in der Herdcr'schcn Kunst» und
Buchhandlung gr. Folio. Der Tcrt in 8.
Diese zweyte Lieferung ist eben so gelungen ausge-
fallen, als die erste, welche den Don: zu Konstanz
enthielt. Die lithographischen Abbildungen auf drepzehn
Tafeln sind von demselben Künstler, wie die ersten,
welcher sich nur mit J. B. bezeichnet,'. Hier wie dorr
machen die Abbildungen die Hauptsache aus, welche sehr
rein gezeichnet, nett in Cvnturen ausgesührt, und des-
wegen auch dem Mellcrischen Werke gleich zu stellen sind.
Auf dem ersten Blatte ist der Grundriß der Kirche und
des Thurnies mit seinen verschiedenen Stockwerken.
Blatt 2 und 3 geben den vorder« Aufriß des vortreff-
lichen Thurmes mit seiner reich geschmückten Vorhalle.
Blatt g und 5 geben die bepden Seitenaufriffe der Kirche,
Blatt 6 die verzierten Giebelfelder und Schiniegen.
welche sich an der Außenseite des Chorumganges bessn
den. Blatt 8 und 7 das vordere Hauptporial unter dem
Thurm, welches nebst der Vorhalle an den Inneren
Seitenmauern des Thurms, durch Reichhaltigkeit der
Figuren, und sinnreiche Anwendung derselben, fast alle
ähnlichen Arbeiten des deutschen Kunstfleißes übertriffi,
und so viel unS bekannt, nirgends so treu dargestelir



