Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — 14.1879

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Zilseratö.

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Konkurreiy-Ausschreiben

betreffend die

Reliefs zu den Broncetyüren im Westportale des Domes zu Köln.

Für die vier Broncethüren im Westportale des Kölner Domes ist ein plastischer Schmuck, bestehend in Reliefs,
in Aussicht genommen, welche Darstellungen aus der biblischen Geschichte enthalten.

An die Bildhauer im Deutschen Neiche ergeht hierdurch die Einladung, Entwllrfe und Modelle zu diesen
Broncs-Reliefs einzureichen. Die Herren Künstler, welche sich an dieser Konkurrenz betheiligen wollen, werden ersucht, sich
wegen Aiitthsilung des Programms nebst zugehörigen Plänen schriftlich oder persönlich an die unterzeichnete Dombau-Ver-
waltung sKöln, Rechtschule 2) zu wenden, und werden Exemplare des Programms nebst Anlagen, so weit der vorhandens
Vorrath reichl, den Konkurrenz-Bewerbern zugestellt.

Für die Konkurrenz gelten folgende Bedingungen:

1) Zur Konkurrenz zugelassen werden nur Arbeitsn von Künstlern, welche Angehörige dss Deutschen Reiches sind.

2) Die Entwürfe sind mit einem Motto zu versehen und ist glsichzeitig in einem versiegelten und mit Vem gleichen
Motto versehenen Umschlage der Name und Wohnort des Künstlers mitzutheilsn.

3) Die Entwürfe zu den Reliefs der Broncethüren müssen den im Programm gestellten Anforderungen allseitig ent-
sprechen.

4) An Zeichnungen und Modellen sind einzureichen:

u) Eiu Blatt Zeichnungen der Entwürfe zu einer der vier Thüren des Wsstportals nach freier Wahl des
Künstlers, in emem Matzstabe von ^/z der natürlichen Größe in deutlichen Umrissen gezeichnet, oder je nach
Ermessen in ausführlicher Darstellung der Komposition. Die Zeichnungeii müssen die Entwürfe zu den l2
Reliefs einer der vier Thüren, die gesammte Architektur der Einfassung für die Medaillons, so wie die Pro-
filirungsn zu den Schlagleisten, Gesimsen rc. enthalten.

b) Ein Blatt Zeichnungen 'der Rückseite zu derselben Thür in >/z der natürlichen Größe, welche gleichfalls mit
einzeln zu gießenden Bronceplatten zu bekleiden ist.

o) Ein sorgfältig ausgsführtes Gypsniodsll in natürlicher Größe zu einem der >2 Reliefs der Vorderseite der
vom Künstler gewählten Thür, zu welcher die Entwürfe uä n gefertigt sind. Die Auswahl unter den >2
Neliefs ist deni ausführenden Künstler überlassen.

4) Die Gypsmodelle in natürlicher Grüße zu den verzisrten Thürgriffen, Schlüsselschildern und Thürklinken der-
selben Thür, insofern solche im Projekte vorgesehen sind.
s) Ein genauer Kostenanschlag über die Herstellung der Modelle zu sämintlicheii 48 Reliefs und zu den ar-
chitektonischen Umrahmungen, desgleichen über die Aussührung der vier Thüren des Westportals in Bronce.

5) Die Entwürse und Diodelle sind bis zum

1. März 188«

an die Dombau-Verwaltung zu Köln (Rschtschule 2) portofrei abzusenden. Arbeiten, welche nicht spätestens an
diesem Tage bei der Poststatioii des Absenders aufgegsben, oder im Bureau der Dombau-Vsrwaltung ausgehändigt
sind, werden von der Konkurrenz ausgeschlosssn.

6) Für den besten und den Befiimmungen des Programms wie der Ausschreibung am meisten entsprechenden Ent-
wurs, welcher nach dem Urtheil dsr Jury als zur Ausführung geeiguet erachtet wird, ist ein erster Preis von

5000 Mark

ausgesetzt. Weitere zwei Preise von je 2000 Mark werden für die zwei zunächst besten Entwürfe gswährt. Die
prämiirten Entwürfe und Gypsmodelle werden gegen Zahlung der Prämien Eigenthum der Dombau Verwaltung,
welche die Verpflichtung übernimmt, dem Urheber des mit dem ersten Preise gekrönten Entwurfes die Herstellung
der Entwürfe und speciellen Modelle für die sämmtlichen vier Thüren zu übertragen, jedoch mit dem Vorbehalte
der Einigung über das Honorar und über etwaige an den Entwürfen anzubringende Abänderungen, namentlich
bei Feststellung der bei der Konkurrenz noch nicht vorgelegten Reliefs, so wie über die sonstigen Bsdingungen und
bezüglich der sür die Anfertigung der Gußmodelle zu gewührenden Zeit.

Die nicht prämiirten Entwürfe und Modelle werden den Konkurrenten kostenfrei wieder zugestellt.

7) Das Preisrichter-Amt haben übernommen:

Der Königliche Geheime Ober-Hosbaurath Herr Professor Strack zu Berlin.

Der Appellationsgerichts-Rath a. D. Herr Vr. ReichenSpergec zu Köln.

Der Domkapitular Herr »r. Heuser zu Köln.

Der Bildhausr Herr Professor Schilling zu Dresden.

Der Bildhauer Herr Professor Howald zu Braunschweig.

Der Bildhauer Herr Professor Wittig zu Düsseldorf.

Der Dombaumeister Herr Regierungs- und Baurath Voigtel zu Köln.

8) Die sämmtlichen eingereichtsn Entwürfe und Modells werden nach erfolgter Preisvertheilung während zwei Wochen
in Köln öffentlich ausgestellt.

9) Die Entscheidung des Preisgerichts wird im „Deutschen Reichs-Anzeiger", in der „Kölnischen Zeitung" und in
der „Deutschen Bauzeitung" veröffentlicht.

Köln, den 28. August 1879. Die Dombaii-Verwaltung.

ksierzu eitre Beilage von puul Neff in Stnttgart.

Redigirt unter Verantwortlichkeit des Verlegsrs S. A. Seemann. — Druck von Hundertstund ä- Pries in Leipzig.
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