Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — 15.1880

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Sammlungen und Ausstellungsn. — Zeitschriften. — Auktions-Kataloge.

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reihen sich gelegentliche späters Aufnahmsn kunstgewerblicher
Gegenstände mannigfachster Art und schließlich die Lichtdrucke
nach sämmtlichen Stücken des Lüneburger Rathssilberzeuges.
Außer der kurzen Beschreibung sind den einzelnen Nummern
durchweg dis erforderlichen Ängaben über Herkunft, Mate-
rial, Technik, Maße und Aufbewahrungsort der Originale
beigefügt.

5ammlungen und Ausstellungen.

8. §. Die Pergamenischeu Skulpturen des Berliner
Museums sind seit Kurzem auch dem größeren Publikum
zugänglich unv werden mit Eifer besichtigt, obwohl ihre
jetziae Lage am Boden immer noch keine für die Betrachtung
äünstige ist. Als vorläufige Unterkunft, bis zu einem grö-
ßeren neuen Museumsbau Rath wird, ist die Rotunde des
alten Museums in Aussicht genommsn, in deren Jnter-
kolumnien wenigstens die Hauptstücke des großen Frieses
Platz finden werden. Gleichzeitig hat man mit der Rei-
nigung der Fragmente von dem Kalk begonnen, die sich mit
Sicherheit nur auf mechanischem Wege erreichen läßt, auf
diesem indessen auch wohl gelingt, wie die bis jetzt gewon-
nenen Resultate zeigen. — Was wir als letzte Ausbeute von
Pergamos her noch erwarten, sind hauptsächlich architektonische
Details, welche im Stande sein werden, uns alle Ordnungen
der als Trümmer entdeckten Gebäude klar zu machen. Diese
Bausteine sind bereits unterwegs und werden den Anfang
zu einer besonderen architektonischen Abtheilung des Berliner
Museums bilden. Dies ist gewiß ein höchst wünschens-
werthes Unternehmen, für welches wir den bei den perga-
menischen Ausgrabungen Betheiligten zu um so größerem
Danke verpflichtet sind, als die Fortschaffung der Lasten keine
leichte Aufgabe war, ein einziges Säulenkapitäl wiegt bei-
läufig 50 Centner. Das Speziellere über die Gebäuds und
Funde, die in Pergamos zu Tage gefördert sind, wird die
wißbegierige Mitwelt gegen Ostern aus einer Monographie
erfahren, an welcher gearbeitet wird. Ueber die Gestalt des
denkwürdigen Altarbaues heute nur soviel: Ueber einem drei-
stufigen Krepidoma erhob sich auf quadratischem Grundriß
ein massiver Bau, auf dessen Plattform von einer Seite
her eine Freitreppe führte, während auf den anderen drei
Seiten die Gigantomachie sich herumzog. Auf diesem Unter-
bau erhob sich ein gesäulter Rundbau, auf welchem erst der
eigentliche Altar gestanden hat. Jm Jnnern dieses Rund-
baues befand sich dann der kleinere Fries, welcher Lokal-
sagen der Pergamener behandelt, wie es scheint, hauptsächlich
Mythen des Telephos. Eine speziellere Änalyse dieseS klei-
neren, nicht vollendeten Hochreliefs wird erst möglich sein,
wenn es besser placirt und gereinigt ist. An einzelnen
Stellen ist es vorzüglich erhalten uud zeigt eine geradezu
erstauuliche Technik. Es scheint uns aber — soweit bis jetzt
solche Urtheile möglich sind — zu beweisen, daß in Pergamos
Praxitelische und Lysippische Einflüsse sich bereits verschmolzen
hatten zu einem neuen Stil, wie wir ihn wohl in allen
späteren Schulen, bis zu der akavemisch-manierirten neu-
attischen hin, annehmen müssen.

8. Der Abgiißsammlung dcr Königlichen Miiseen in
Berlin wird deninächst eines der kunstgeschichtlich interessan-
testen Bildwerke der deutschen Renaissance, die aus der
Werkstatt Peter Vischer's stammende Statuette des
Apollo als Bogenschützen, eingereiht werden, deren
Bronze-Original sich nebst dem bisher einzigen Abguß des-
selben im Germanischen Museum zu Nürnberg befindet. Die
zur Herstellung des letzteren bereits vor einigen Jahren von
der bekannten Berliner Gipsgießerei von G. Eichler ange-
fertigte, trefslich gelungene Form ist seltsamer Weise bis
jetzt völlig unbenutzt geblieben und erst vor Kurzem wieder
zu neuem Gebrauch zusammengestellt worden. Auch anderen
Sammlungen bietet sich damit die wünschenswerthe, zunächst
von dem Berliner Museum benutzte Gelegenheit zum Erwerb
der durchaus eigenartigen, kühn und lebendig bewegten Figur,
die, von verschiedenen Seiten sehr verschiedenartig beurtheilt,
von der neuesten Forschung (vgl. Bergau in Dohme's ,,Kunst
und Künstler Deutschlands und der Niederlande", Bd. II,
Heft 15, S. 39 und 49) dem gleichnamigen Sohne des älteren
Peter Vischer zugeschrieben und aus einen Kupferstich des

Jacopo de' Barbari zurückgeführt wird, während das breit
ausladende, von vier Delphinen mit daraufsitzenden Flügel-
knaben eingefaßte und mit Masken und Muscheln, mit Blatt-
werk und allerhand Gethier dekorirte, sowie mit der Jahres-
zahl 1532 versehene Postament wohl als eine Arbeit Hans
Vischer's, des späteren Leiters der altberühmten Erzgießerei,
zu betrachten ist.

Zeitschriften.

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I'.lrt rso. 266.

1839, voii M. rouriioux.

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