Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — 16.1881

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Nekrologe. — Vermischte Nachrichten. — Neuigkeiten des Buch- und Kunsthandels. — Zsitschriftsn.

große Anzahl der Denkmäler des Regierungsbe-
Zlrkes nicht nur, sondern auch über den Reichtum
^es erwähnten Materials. Wer wiirde beispielsweise
erwartcn, daß auf dem bezeichneten Terrain 19 Palast-
und Burgkapellen bestehcn und bestanden, 21 Ortc,
ivo Wand-, Decken- und Gewölbmalereien sind vder
Waren? Ungefähr 50 Architekten, 18 Bildhauer,
57 Maler, Zeichner und Stecher werden namhaft ge-
uiacht, der vielen Kunsthandwerker nicht zu gedenken.
Die Schneiderschen Jnhaltsübersichten sind vortreff-
lich gearbeitet, praklisch und erschöpfend. Jn dankens-
werter Weisc ist nicht nnr die Zeit des Mittelalters,
sondern auch diejeuige der römischen Kunst und der
Nenaissance bis zur Gegenwart berücksichtigt. — Die
beiden Anlagen von Oberst v. Cohausen sind nicht
blos für den Specialforscher von Wert, sie befriedigen
auch ein allgemeineres historisches Jnteresse.

,So ist in diesem gediegenen Jnventar, dank dem
Zusammenwirken dreier tüchtiger Fachmänner, cin Werk
geschaffen, welches ihncn selbst ebenso wie dem königlich
Preußischen Kultusministerium, das den Auftrag zur
Abfassung desselben gab, alle Ehre macht. Der Plan
einer Jnventarisirung der gesamten Baudcnkmäler
des deutschen Reiches ist damit wieder um ein gutes
Stück seiner Verwirklichung näher gerückt.

R. Redtenbacher.

Nekrologe.

Sanford Robinson Gifford, Landschafts- und Marine-
maler, starb in den letzten Tagen des August in New-Aork.
Er ivar im Jahre 1823 in Greenfield im Staat New-Uork
geboren, genoß eine sorgfältige Erziehung und bezog in
seinem neunzehnten Jahre die Universitäti allein nach einigen
Jahren beschloß er, die gelehrte Laufbahn zu verlassen ünd
sich ganz der Kunst zu widmen, für die er von jeher große
Neigung gehegt hatte. Er machte seine Studien in New-
Uork, versuchte sich erst im Porträt und wendete sich dann
ausschließlich der Landschaft und Marine zu, Jm Jahre 1854
wurde er als National Academician in dis Academy of
Design aufgenommen, der er drei Jahre zuvor als Associate
angehört hatte. Wiederholt machte er ausgedehnte Reisen
in Europa, lernte besonders Jtalien, Sicilien und Griechen-
land kennen und erstreckte seine Fahrten bis an den Nil.
Viele seiner besten Bilder sind die Früchte seiner dort ge-
wonnenen Anschauungen. Gifford gehörte der ältern aka-
demischen Richtung an; seine Specialität war ein eigentüm-
licher gelber Dunst oder Nebel, worin er Luft, Landschaft
und Wasser zu hüllen pflegte, und welcher seine Bilder fast
ohne Ausnahme kennzeichnete. 0.

Vermischte Nachrichten.

Am Abend des Kölner Dombaufestes tagte im ,,Marien-
bildchen" zu Deutz, im Angesichte des festlich beleuchteten
Domes und des von bengalischen Fammen und Raketen
feenhaft belebten Rheinufers die Festversammlung der deutschen
Architektenschaft bei gemeinsamem Mahle. Geh. Rat Funk
brachte den erstsn Toast aus auf die glorreichen Protektoren
des Dombaues, die edlen Hohenzollernfürsten, insonderheit
unsern Heldenkaiser Wilhelm. Professor Adler (Berlin)
feierte die Verdienste der Dombaumeister, die das Werk er- ^
dacht und gemacht, die Meister Gerhard und Johannes, !

Zwirner und Voigtel. Oberbaurat v. Leins (Stuttgart)
sprach auf die Kölner Dombauhütte und die zukünftige Ulmer
Bauhütte. Baumeister Lange (Kölnt, Houssele (Berlin),
Wiethase u. a. setzten die Reihe dsr Tischreden fort. Die
von etwa 200 Architckten aus allen Gauen des deutschen
Vaterlandes besuchte Versammlung, von den telegraphischen
Grüßen der Fachgenossen aus Stuttgart, Karlsruhe, Braun-
schweig, Berlin, Hanuover, BreSlau ti. s. w. freudig berührt,
trennte sich erst am svätsn Abend, um sich an der Jllumi-
nation der Straßen Kölns zu ergötzen.

(Köln. Ztg.)

Dcr Stuttgarter Architcktcn-Vcrcin hielt am Nbend des
15. Oktober eine Festsitzung zu Ehren der Kölner Dombau-
feier. Professor Lübke sprach über die nationale Bedeutung
dss Kölner Bauwerks und schloß mit einem Hoch auf Kaiser
und Reich.

Aiisschmiickiiiig von Berlincr Ncubauten. Das Vestibül
des neuen Kunstgewerbe-Museums wird jetzt in seinem
Frontispiz mit einer Gruppe von Seeberger Sandstein ge-
krönt, welche nach einem Modell des Profesfors Siemering
vom Bildhauer Kramer gearbeitet ist. Jn der Mitte eine
Kolossalbüste der Minerva und rechts und links eine
Männergestalt in halb liegender Stellung von etwa 2,67 irr
Größe. Die Figur zur linken Seite der Büste stellt den
theoretischen Künstler dar, der mit einem Entwurfe für kunst-
industrielle Zwecke beschäftigt ist. Zu seinen Füßen liegen
mehrere Folianten und eiii Gefäß mit Pergamentrollen.
Der praktische Künstler zur Rechten ist in das Anschauen
einer soeben vollendeten Vase versunken. — Die prächtige
Aula des Joachimsthalschen Gymnasiums ist soeben
vollendet worden. Die Stuckarbeiten der Decke und Seiten-
wände, ebenso die Säulenreihen zu beiden Seiten sind in
braunem Farbentone übermalt. Jn den Nischen stehen die
vom Bildhauer Walzleben modellirten, überlebensgroß ge-
haltenen Statuen des Großen Kurfürsten, der preußischen
Könige und Kaiser Wilhelms. Allegorische Figuren über den
drei Eingängen auf der Ostseite und an den Wänden deuten
auf die Bestimmung des Saales hin. Die Aula befindet
sich im zweiten Stockwerk, in einem westlichen Vorsprunge
des Mittelgebäudes, und erhält ihre Beleuchtung durch zwei
Fensterreihen auf der Süd- und Nordseite.

Neuigkeiten des Buch- und Aunsthandels.

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NiuussiuKsr. 2. 8auä. 463 8. ruit 136 Lolnsoku.
8". 1-sipr!iA, 8. üir^sl. Nk. 12.

Zeitschriften.

Dke itonäeni)-. IV». 438 ». 438.

1116 VÜ886l(Zork anä 6rÜ886l8 6x1llbjtlOU8, vor» ^v. I^s. ^V6 Ll 0.
— I>1ot68 b^ 1>lr. Ru8^in OL 83.IUU61 Rrout aucl >V1I1iam Hout,
von I?r. ^Voünioro.

Dke tinsiioan trt Iloviou. X». 11.

Or. ^Vi1i!a.ru Riiniu6r, vou liartlott. (!^Iit ^bbilü.) I1i6
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(»lit iUibilä.) — 'I'vs cvorlis ok tks 4nisii--i.n stslisrs: icruss-
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