Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — 16.1881

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Sammlungen und Ausstellungen.- — Neuigkeiten des Buch- und Kunsthandels.

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Und seinen Fachgenosscn noch heute als Borbild vor- !
^"leuchtet. Daß Kaiserin Maria Theresia wußtc, was
^ und ihr Land an ihm besaß, und was sie, als er
starb, an ihm verlor, Zeugnis dessen ist ihre Anord-
^ng, ihn, der seiner eigenen testamentarischen Verord- ^
"ung zufolge nach der zweiten Klasse hätte beerdigt
Werden sollen, nach der ersten Klasse zu beerdigen und den
^vstenunterschied von Amtswcgcn bezahlen zu lassen:
--lveil es das Dekorum erfordert, daß ein so berühmter
"ud unermueheter Künstler bci Tag und mit Entfal-
^ung einigen Prunkes zu Grabe getragen werde."
(28. Aug. 1756.) Durch Kabdebo's Darstellung fciert
Künstler im Gedächtnissc der Welt seine Aufcr-
^hung und der Verfasser hat, was er konnte, redlich
gethan, sie möglichst glorreich vor sich gehen zu lassen.

I. Dernjaö.

5ammlungen und Ausstellungen.

.. 6 Der Dresdener Kunstgewerbeverein veranstaltete in

dleser Saison eine kunstgewerbliche W eihn achtsmesse, das
brste Unternehmen dieser Art in Dresden. Dasselbe hat
sdinen leichten Stand. SeitJahrenbestehen nämlich inDresden
wgenannte Weihnachtsbazare, deren Zweck hauptsächlich darin
desteht, vermittelst einer Lotterie die Ladenhüter der kleinen
^eschäftsleute an das Publikum abzusetzen. Nur mittel-
sv.äßige Erzeugnisse kommen dort zum Vertrieb, die größeren
Krmen standen den Bazaren vom ersten Tage ihrer Einrich-
Mg an sern. Trotzdem hat das grotze Publikum, angelockt
°Urch die Spiellust, sich an diese Jnstitution gewöhnt und
lsequentirt sie lebhaft. Verständigerweise wird vom nächsten
-vahre an die Konzession zu Lotterien nicht mehr erteilt
U>erden. Die Messe nun steht selbstverständlich jenem Treiben
stegenüber in Opposition. Jst sis auch zunächst noch nicht j
der Bedeutung Dresdens als Kunstcentrum entsprechend be-
sthickt — etwa 60 Firmen haben ausgestellt — so hat sich
doch des Guten und Schönen so viel zusammengefunden,
°atz sie namentlich vom besseren Publikum täglich mehr fre-
!>Uentirt wird und auch die Zahl der Ankäufe in erfreulicher j
Weise zunimmt. Die Regierung hat drei Räume des Kunst- j
stewerbemuseums sür die Messe eingeräumt, die in geschickter ^
Weise dekorirt und abends festlich erleuchtet wurden. Unter
°en Ausstellungsgegenständen sind die Möbel von Gebr.
Bernhardt, Türp e, Udlust L Hartmann, Ph. Richter
«Co., Willms, Heinze, unter den Erzeugnissen der Tex-
t'lkunst Teppiche von Schütz L Juel, Chemnitzer Möbel-
Npse, Spitzen von A. O. Richter, Tamburirarbeiten von
O. Schilling (Johanngeorgenstadt), Arbeiten in Schmiede-
dsten von Kühnscherf, Damme, Walther; in Edelmetall
vvn S. Garten, Kirsch und Scherffenberg; in Bronce
v?u Röhle, Bierling, ferner die Erzeugnisse der Zöb-
utzer Serpentinsteinfabrik, Marmorarbeiten von Hösel rc.
tzcrvorzuheben. Dazu kommt die reiche Auswahl kera-
wischer Gegenstände aus den Fabriken von Villeroy
^ Boch, Chr. Seidel, Buschbad-Meißen, Teichert-
-Neitzen, Teichert-Cöln b. Meißen, dekorative Malereien
^üf Tellern rc. von Fd. Meurer, dem Frauenerwerbverein
T- und vieles andere mehr. Deutlich ist der Einfluß der
^unstgewerbeschule auf die Dresdener Jndustrie zu bemerken,
Und Entwürfe der dort wirkenden Künstler sind vielfach ver-
sveten, so namentlich von Beck, Hofrat Graff, Naumann, j
-Nalke, Prof. Rade, Prof. Schreitmüller, neben welchen j
uuch andereKünstler,wie Böhme,Fleischer,Flockemann,
Prof. Weißbach rc., als mit gleichem Eifer der künstlerischen
^Urchbildung des Handwerks entgegenstrebend genannt
werden müssen. Die Leitung der Messe untersteht den Herren
Hosiat Graff, Architekten Gurlitt und Naumann. —
^Uoichzeitig sti ein zweites Unternehmen erwähnt, welches
vom Dresdener Kunstverein unterstützt wird. Eine Anzahl
^ur gewerblichen Fache thätiger Künstler haben sich aus Ver-

anlassung desArchitskten Gurlitt vereinigt, um eine„Abend-
zeichenschule für Handwerker" zu gründen, eine Einrichtung,
die bisher noch fehlte. An vier Wochentagen wird kunstge-
werbliches und Freihandzsichnen von ^8—^10 Uhr in den
hierzu von der Regierung eingeräumten Sälen der königl.
Kunstgewerbeschule gelehrt werden. Die Aufnahmebedin-
gungen beweisen, daß es sich hterbei nicht um eine Speku-
lation, sondern um selbstlos dargebrachte Opfer der Unter-
nehmer handelt, denen der beste Erfolg zu wünschen ist.

k. 8. Niirnberg. Lorenz Ritter, als Architekturmaler
und Kupferstecher in weiten Kreisen rühmlichst bekannt, er-
sreute die Besucher der Lokalitäten des hiesigen Dürerver-
eins kürzlich durch die Schaustsllung von einigen grotzen
(nach England verkauftsn) Aquarellgemälden, welche zu dem
besten gehören, was auf diesem Gebiete bisher geleistet worden
ist und überhaupt wohl geleistet werden kann. Es sind ge-
treue Bilder aus unserer schönen Stadt, Ansichtsn des fünf-
eckigen Turmes, der bekannten Partie am Henkersteg (in
Winterstimmung), einer Partie hinter der Stadtmauer dicht
am Tiergärtner Thor und die Ansicht eines alten Hofes.
Sie sind sehr glücklich in der Auswahl der Motive, großartig in
der Auffassung, wahr und treu in Formen und Farben und
mit höchster künstlerischer Vollendung behandelt. Bewunde-
rungswürdig ist besonders die sonst bei Aquarellen nicht ge-
wöhnlichs und nicht leicht zu erreichende Kraft und Tiese
dsr Farbe.

Neuigkeiten des Buch- und Aunsthandels.

bleue küvtiei' unü llupfei-uienste.

.Illeliiie, ,1 ules, lli;>polz-te LslIunFä sb son osuvrs.
lluris, IV. tjimmbiii. Ar. 8°. 280 8.

Xtkiusou, l'. ili., ll'lis 8ollools ok moäsrii 71rt in
lrsrmnnzi. Nit vislsn Ilinstr. llonäon. I?ol.

Nll. 37. —.

Viiniiiller, lliloiinril, llssxstitsniuitrssullsinunäsl:
Lurtllslsin^ st Luns 8sllalä Lelluni. 8». 96 8.

Nnnollsn, ItisAsr. Nll. 12. —.

Leuuvois. D., llsintnrss innrulss än xv° sisols
äuns l'öFÜss äs Oorllsron, urronclisssniönt cls Lsuuns
(Oöts-ä'Or). Lsanns, Latunlt-Norot. 8". 24 8.

llenoit, X., llouollini cls 8un<Irurt: I^tuäs sur Olanäs
Oslös st snr son ssjour ü Roins. 8uint-vis, 8um-
llsrt. 4". 14 8.

Odumpier, Viotor, llss Lsunx-Xrts sn I?runos st ü
I'ötrunFsr; 1'L.NNSS urtisti<iuö: 1'Xäininistra.tion, Iss
Uusöss, Iss Loolss, 1s 8a1on unnusl, Ollronigus äss
sxxositions, Iss Vsntss äs 1'llotel Oronot, sto.
2-- unnss, karis, X. Onuntin. 8°. I-XXXIII unä
652 8.

Oleiuent, Oliurles, kruä'llon, su vis, sss osuvrss st su
oorrssxonäuncs. 3° ääition. ks-ris, viäisr. 8».
451 8.

Oourujoä, Oouis, 6 srinuin I?ilon st Is toinllsau äs 8i-
rnAUS par äsvnnt notuirss. Oaris, Ollanipion. 8".
12 8.

Veluervix. llettrss äs LnAdns v., rsonsillss et
pnllliöss xur kk. Lurtz-. Xonvslls säition, rsvus st
uuAinsntss. karis, 01. Ollarxentier. 2 vols. 8».

Vkluluuäe, H., lltnäs sur la proprists littsrairs
st urtistic^ns. karis, Llargsoci ains. 8". 264 8.

iloliuitz, Itol»., Lunst unä Xünstlsr äss Nittslnltsrs
unä äsr lllsu^sit. 8sollstsr Lunä. (vritts XlltsilnnA.)
LioArapllisn unä Ollarulltsristilcsn äsr Xunst unä
Ivünstler 8panisns, Ikranllrsiolls unä VnAlanäs llis
KSAsn Lnäs äss uolliLsllntsn änllrllnnäsrts. I-sip2>iA,
8ssnig,nn. 53 LoAön llooll 4". Nit vislsn lllustr.
in Ilovsollnitt. Nt. 22. —.

üullce, äulc. v., Ilöllas unä ltoni. Oine Kultur^o-
sodiollts äss lllassisollsn iVItertums. Nit Liläsrn
äsr srstsn äsutsollsn IVünstlsr. 8tuttZart, 8ps-
nmnn. XII n. 346 8. I'ol. NIi. 52. 50.

vülllce, VVIIll., Ossodiollts äsr Olastill von äsn
ültsstsn ^siten bis auk äis 6oASncvart. vritts vsr-
llssssrts unä starlc vsrinellrts Xuüa^s. I-sinv.is,
8ssrnann. X u. 971 8. I-sx.-80. Nit 500 Novsolln.
2 Länäs. Nlc. 22. —.
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