Kunstchronik: Wochenschrift für Kunst und Kunstgewerbe — 18.1883

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s8. Iahrgang.
Beiträge

sind an j)rof. Dr. L. von
Lützow (Wien, There-
sianumgasse 25) oder an
die verlagshandlung in
teipzig, Gartenftr. 8,
;u richten.

28. Iuiii

Nr. 37.
Inserate

c, 25 pf. für die drei

Buch- u.Runschandlung
angenommen.

s885.

Veiblatt zur Zeitschrift für bildende Kunst.

Lrscheint von Mktober bis Iuli jede woche am Donnerstag, von Iuli bis September alle Tage, sür die Abonnenten der „Zeitschrist sür
bildende Aunst" gratis; sür sich allein bezogen kostet der Iahrgang 9 Mark sowohl im Buchhandel als auch bei den deutschen

)nhalt: Aus den Haager Archiven. XI. — Aorrespondenz: Stuttgart. — Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Aunstdenkmäler des
Aönigreichs Sachsen; Riegel, H., Geschichte der wandmalerei in Belgien seit (856; Derselbe, Herzogliches Museum. — Lelsing-s;
A. Lastellani -s. — Neu aufgesundene wandmalereien aus dem (5. Iahrhundert. — Aunstverein in j)assau. — Die assyrischen Samm-
lungen des Britischen Museums; Aus Leipzig. — Der Bau des Reichstagsgebäudes in Berlin; Der Bau des Aaiserpalastes in Straßburg;
Aolorirte Skulptur; Denknial sür Garibaldi. — Versteigerung der R. weigelschen Sammlung. — Inserate.

Mk" Kunstchronik Nr. 38 crscheint iini 12. Juli. "MtL

Aus den haager Archiven.
von A. Bredius.

XI.

Dirck Dalens sonior.

Über wenige Meister wissen wir so wenig und
haben wir so verwirrte Nachrichten, wie über den alten
Dirck Dalens. Houbraken und alle nach ihm lassen
ihn erst 1659 und zwar in Amsterdam geboren
werden und 1688 dort sterben. Kramm findet etwas
in dem Terwestenschen Manuskript über einen Haag-
schen Dirck Dalens und macht gleich einen anderen
daraus, indem er Terwesten nachschreibt: „Ob er viel-
leicht ein Onkel war des bekannten Landschaftsmalers
Dirck Dalens, ist noch unsicher" rc. Jn seinem Xan-
ünngssl nennt Kramm einen Dirck Dalens, der sür
den Prinzen Frederik Hendrik im Jahre 1648 visr
xrooto Lolloorstsonstnoüsn in llst IIn^s in üst
Xooräsisnäs im Haag gemacht und dafür 1200 Gulden
erhielt, gleich ssn noK onvsrinslä 1nnä8okig.p8o1ii1äsr,
onäsrsoüsiäsn van äsn Onäsn sn äsn llonZsn van
äisn nnuin. An den D. Dalens von Terwesten scheint
er dabei nicht gedacht zu haben.

Jch habe im Haag einen Maler Dirck Dalens
gefunden, der, aus Dordrecht gebürtig, wohl der echte
Dirck Dalens 8sn. ist und dessen merkwürdige Lebens-
geschichte ich hier nach den Dokümenten folgen lasse.
Sein Jnventar beweist, daß er der Urheber der Land-
schaften mit nackten oder anderen Figuren ist, die man
hier und da in Privatsammlungen antrifft und

bezeichnet sind.

Än Museen wüßte ich außer dem Haarlemschen
keins anzuweisen. Nr. 1008 der Lichtensteinschen
Galerie zeigt uns eine bergige Landschaft mit einem
Fluß, Schiffen, einer Stadt und zahlreichen Figuren.
(Bez. D. Dalens.) Herr Muijser im Haag besitzt
eine hübsche arkadische Landschaft aus seiner frühen
Zeit mit Figureu von M. van Uytenbroeck, der auch
das Bildchen mit bezeichnet zu haben scheint. Jm
Haarlemschen Museum endlich sind zwei Landschaften,
bezeichnet: D. Dalens 1646. Diese Bildchen haben
noch Anklänge an die van Goyensche Schule; die Bäume
erinnern etwas an Salomon Ruysdael. Überdies
giebt es eine Anzahl hübscher und geschätzter Radirungen
von ihm, Landschaften im obenbezeichneten Stil.

Äetzt zu seiner Geschichte. Das srüheste Doku-
ment, welches ich von ihm fand, ist seine Heirats-
einschreibung auf dem Haagschen Rathause:

27. Ososmbsr 1626. Oirok Oalsnbr:, Lolliläsr
van Vorärsolil, jonAnmn, rnst Rosltgs "iVillsrns,
jonKsäooütsr, vonsnäs alliisr in 8'6ruvsnIiuAs. Jn
den Tausbüchern fand ich aus dieser Ehe getauft:

17. Xov. 1630. Usn Lint, vvusr nk Vnäsr is
Oisrioü Ou1sn8. (Grvße Kirche.) 11. Inli 1632. Lsn
Xint v-in Oiroü I)s.1sn8. 1b. Oot. 1634. lisn llinäi,
van Oisrolc Oulsns. 5. Xpril 1639. IIen van Oirolr
Va1sn8 gsnasint Nuvüsn Valsn8. (Alte Klosterkirche.)
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